Glöckner soll Querdenker-Kundgebung verbieten

Gelnhausen
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Mit absolutem Unverständnis reagiert die Initiative „Hand aufs Herz“ auf einen am Freitag (09.04.2021) geplanten erneuten Aufmarsch der so genannten „Querdenker“ in der Main-Kinzig-Kreisstadt Gelnhausen.

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Laut seit Donnerstagabend in den einschlägigen sozialen Medien der „Querdenker“ veröffentlichten Aufrufen gelte dafür keine Maskenpflicht. Weitere Auflagen seien im Vergleich zu den Aufmärschen in den Vorwochen seitens der Stadt Gelnhausen trotz der bekannten Vorfälle in Stuttgart und Kassel sowie der aktuellen Diskussion um einen bevorstehenden verschärften Lockdown sogar aufgeweicht worden. „Es ist skandalös und nicht länger hinnehmbar, dass die Stadt Gelnhausen seit mittlerweile 12 Wochen einen Aufmarsch der Querdenker nach dem anderen genehmigt, großzügig über Verstöße gegen Hygieneauflagen hinwegsieht und diese wider alle Vernunft nun sogar aufweicht. Das muss Konsequenzen haben, hier nehmen wir als Stadtgesellschaft ganz klar Bürgermeister Daniel Glöckner (FDP) als Chef der Ordnungsbehörde in die Pflicht“, betonen Alexander Schopbach und Julia Hott, Sprecher der Initiative.

Der Skandal, so die beiden Gelnhäuser weiter, beginne damit, dass von der Stadt Gelnhausen bislang für die wöchentlichen „Querdenker“-Kundgebungen und die Gegenkundgebungen von „Hand aufs Herz“ als Hygiene-Auflagen absolute Maskenpflicht und 2 Meter Mindestabstand auch für Angehörige des selben Hausstandes verfügt worden seien - auch bei der Großkundgebung von „Hand aufs Herz“ am 1. März mit Rednern unter anderem der hessischen Landtagsfraktionen von CDU, SPD, Grünen und Die Linke sowie Landrat Thorsten Stolz (SPD). „Dass die Querdenker nun am Freitag nur noch 1,50 Meter Abstand einhalten sollen, die Hausstand-Regelung ausgesetzt wird und ihnen eine Aufhebung der Maskenpflicht offenbar in Aussicht gestellt wurde, ist angesichts der pandemischen Entwicklung wider alle Vernunft und zeigt endgültig, dass die Behörden in Gelnhausen mit zweierlei Maß messen. Hand aufs Herz verzichtet wegen steigender Inzidenzen in der zweiten Woche auf Gegenkundgebungen und im Gegenzug legalisieren die zuständigen Behörden die dem Gemeinwohl schadende Narrenfreiheit der Querdenker“, so „Hand aufs Herz“. Das sei geradezu grotesk, da sich die „Querdenker“ bereits in den vergangenen Wochen bei ihren Aufmärschen in Gelnhausen kaum um Anordnungen geschert und damit dokumentiert hätten, dass ihnen Recht und Gesetz sowie Gesundheitsschutz und die angesichts der Pandemie notwendige Achtsamkeit egal seien. Diese Vorfälle in der Main-Kinzig-Kreisstadt hätten zu mehreren Strafanzeigen und aktuell laufenden Ermittlungen des Staatsschutzes geführt.

Die Initiative fordert Bürgermeister Daniel Glöckner (FDP) deshalb klar und unmissverständlich auf, den „Querdenker“-Aufmarsch am Freitag zu untersagen. „Selbst wenn nun doch noch eine Maskenpflicht verfügt werden sollte, wovon nach unserem Protest auszugehen ist, muss dieser Aufmarsch untersagt werden. Denn die Maskenverweigerer und Coronaleugner, unter ihnen zahlreiche Rechtsextreme, werden sich wie in den Vorwochen in Gelnhausen, wie in Stuttgart und Kassel, nicht an die Maskenpflicht halten und alle Hygieneregeln mit Füßen treten. Gerade auch deshalb, weil ihnen offenbar die Aussetzung der Maskenpflicht für heute in Aussicht gestellt wurde“, betonen Julia Hott und Alexander Schopbach. Sie fordern Bürgermeister Glöckner auf, endlich mit Blick auf Wohl und Gesundheit der Gelnhäuser dem Spuk der so genannten „Querdenker“ ein Ende zu setzen, statt ihnen nun auch noch immer weiter entgegen zu kommen.

Abschließend betonen Alexander Schopbach und Julia Hott: „Wenn Bürgermeister Daniel Glöckner jetzt nicht kurzfristig aktiv wird und die Querdenker-Aufmärsche aus welchen Gründen auch immer weiterhin nicht untersagt, wenn Daniel Glöckner am Ende sogar wirklich eine Aussetzung der Maskenpflicht absegnet, dann sollte er zurücktreten, weil er das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit seiner Gelnhäuser Bürgerinnen und Bürger bewusst missachtet.“ In den Ohren klingen der Initiative „Hand aufs Herz“ hier auch noch die Worte eines Redners bei der Großkundgebung der „Querdenker“ unter Beteiligung unter anderem der rechtsextremen NPD vor dem jüdischen Friedhof in Gelnhausen im November 2020: Er habe sich bei der Stadt Gelnhausen und ihrem Bürgermeister dafür bedankt, dass sie wohl noch die einzige Kommune in ganz Deutschland sei, in der sich Querdenker ohne Maskenpflicht zu Großkundgebungen treffen dürften.

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