Der Sandfloh ist zurück im Fokus

Gelnhausen
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Nach einem fast zwölf Monate währenden Ausnahmezustands im Projektgebiet des Gelnhäuser Vereins „Wir helfen in Afrika“ kehrt nun langsam wieder so etwas wie Normalität in die Vereinsaktivitäten ein.

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Während der Corona-Krise war die Arbeit geprägt von Soforthilfen, die akut Menschenleben retteten. Nun stehen wieder die Projekte im Fokus, die längerfristig die Lebenssituation der Menschen in Mamba Village verbessern. Eines dieser Projekte ist der Kampf gegen den Sandfloh Jiggers. Seit dem Ende des strikten Lockdowns sind wieder größere Behandlungen möglich – und dringend nötig, wie Vorstandsmitglied Kornelia Schaad berichtet.

„Seit Januar gehen die Kinder wieder in die Schule und unser Team um Duncan Nyambari hat viel zu tun.“ Der große, kräftige Mann mit der sanften Stimme und den warmherzigen Augen koordiniert die großen Aktionen, die meist auf Schulhöfen oder Dorfplätzen stattfinden. Bis Ende 2019 hatte Duncan Nyambari unterstützt vom Gelnhäuser Verein mehr als 70000 Menschen vom heimtückischen Parasiten befreit. Die Pandemie hat die weitere flächendeckende Eindämmung des Sandflohs behindert, in einigen Teilen der Region Kwale kam der Jigger sogar zurück. Inzwischen laufen die so wichtigen Termine mit manchmal hundert Patienten normal und regelmäßig – unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, die auch in Kenia gelten. „In seinen wöchentlichen Berichten und den Bildern, die Duncan an mich sendet, ist viel Leid aber auch viel Glück zu sehen“, berichtet Kornelia Schaad. „Es ist für mich immer wieder erschütternd zu erfahren, wie schlimm gerade die Kinder erkrankt sind, auch schon die allerkleinsten.“ Eines dieser Kinder ist der neunjährige Shaban Mweruphe, der den Schulweg nicht mehr bewältigen konnte. Er hatte Jiggers-Befall an den Füßen, an Händen und auch an den Ellbogen. „Durch Zufall ist unser Team um Duncan auf den Jungen aufmerksam geworden und hat die Behandlung begonnen.“

Mehrmals erhielt er die heilenden Bäder der befallenen Körperteile in Kaliumpermanganat-Lösung. Zusätzlich bekam er, wie auch alle anderen Kinder, zu jeder Behandlung ein Stück Seife und Hygieneregeln für zu Hause. „Duncan hat mir berichtet, dass der Junge jeden Morgen weinte, wenn die anderen Kinder an seinem Haus vorbei in die Schule gingen und er aufgrund seiner Jiggers-Wunden nicht mit ihnen gehen konnte“, sagt Kornelia Schaad. „Doch das ist jetzt anders! Nach fünf Behandlungen seit Anfang Februar besucht er nun wieder die Schule.“ Er sei mit seinen neun Jahren zwar das älteste Kind in der ersten Klasse, aber er sei überglücklich, dass er die Schule besuchen darf und den Schulweg auf den eigenen Füßen zurücklegen kann.“ Und wir sind es auch. Es ist für uns immer wieder wundervoll, den Heilungsprozess der Kinder zu sehen.“ Es sind diese Geschichten, die zeigen, wie wichtig die Arbeit von „Wir helfen in Afrika“ für die Menschen in der Region Kwale ist. Dass diese auch von Dauer ist, zeigt das Beispiel von Lucy. „Sie konnte wie Shaban nicht mehr laufen und wurde von ihrer Mutter Huckepack zur Jiggers-Behandlung gebracht“, erinnert Kornelia Schaad an das Mädchen, das Duncan Nyambari im Frühjahr 2019 behandelte. „Er hat sie jüngst während eines Besuchs in ihrer Schule wiedergetroffen: Lucy hat seit dem Abschluss der Behandlung nie wieder Jiggers gehabt. Sie ist nun ein lebensfroher Teenager und geht gerne zur Schule.“

Dies alles ist nur möglich durch die Unterstützung der Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis und der gesamten Region. „Eine Behandlung kostet lediglich 5 Euro und kann so viel Glück in das Leben eines Kindes bringen“, sagt Schaad. „Außerdem finanzieren wir, sofern es unser Spendenaufkommen zulässt, jeden Monat noch 100 Paar Lederschuhe, passend zu den Schuluniformen der Kinder. Die Schuhe kosten pro Paar zehn Euro und werden in einer Schusterwerkstatt in der Nähe von Nairobi gefertigt. So haben die Angestellten des kleinen Betriebs ein sicheres Einkommen und die Füße der Kinder sind nachhaltig vor dem Befall durch Jiggers geschützt.“

Mehr Informationen zum Projekt und zum gesamten Verein gibt es im Internet unter www.wirhelfeninafrika.de. Spenden sind möglich auf das Vereinskonto mit der Iban DE59 5066 1639 0007 3300 73. Erstspender werden gebeten, ihre Anschrift oder eine E-Mailadresse für die Spendenbescheinigung anzugeben.

Foto: Die Füße von Shaban Mweruphe vor der ersten Behandlung.
Foto: Die Füße von Shaban Mweruphe sind nach der abschließenden Behandlung wieder Jiggers-frei, die Wunden müssen nur noch abheilen.
Foto: Shaban Mweruphe kann endlich wieder lachen.

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