Quo vadis, Ortsmitte?

Großkrotzenburg
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Wie geht es weiter mit der Ortsmitte? Unter dem Titel „Quo vadis, Ortsmitte?“ unterhielten sich kürzlich Gewerbetreibende und Anwohner der Bahnhofstraße darüber, wie sie dem Ortskern wieder Leben einhauchen und ihn langfristig attraktiv gestalten können.

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Nicht erst seit der Schließung des Geschäftes der Familie Grün nach 82 Jahren befürchten umliegende Einzelhändler, dass ihnen früher oder später die Kunden ausgehen. Sie sei „geschockt“ gewesen, sagt die Inhaberin des nahegelegenen Schuhhaus Klassert Ute Bergmann, als sie über die Schließung informiert wurde. Ein neuer Tiefpunkt im kontinuierlichen Geschäfte-Sterben im Ort sei erreicht, deshalb initiierte die 59-Jährige vom Gewerbeverein fach-werk hhg die Gesprächsrunde im Rathaus.

Bürgermeister Thorsten Bauroth hatte zudem Andreas Kunz, den stellvertretenden Geschäftsführer der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern eingeladen, der für Unternehmensförderung zuständig ist. Eine Einführung, wie sich die Ortsmitte in den letzten 20 Jahren entwickelt hat, lieferte Thomas Mohler. Der Inhaber der Buchhandlung Lesebär stellte die verschwundenen und hinzugekommenen Geschäfte in einer Präsentation dar. 17 Geschäfte, darunter alleine drei Metzgereien, haben in dieser Zeit ihre Türen geschlossen, sieben kamen dafür hinzu. Der damit einhergehende Verlust einer gewissen Vielfalt sei ein großes Problem. Mohler nutzte als Metapher ein Haus, das durch den Wegfall einzelner Bausteine irgendwann zusammenbricht.

Es gebe jedoch auch positive Entwicklungen in den letzten Jahren. „Optisch macht die Bahnhofstraße einiges her“, war sich die Gesprächsrunde einig. Auch das neue Rathaus mache sich in der Gesamtbetrachtung gut. Der Gewerbeverein rief in den letzten Jahren zudem mehrere Aktionen wie den verkaufsoffenen Sonntag und „Feuer und Flamme“ im Rahmen des Adventsmarktes ins Leben. Der IHK-Unternehmensberater Kunz empfahl den Anwesenden, „nicht nur die Bahnhofstraße in Ihre Überlegung einzubeziehen“. Eine Innenstadt sei „die Summe ihrer Nutzungen und Handel ist ein Player“. Es gelte aber beispielsweise auch die Gastronomie zu fördern. „Die Leute gehen dorthin, wo was passiert“, ist sich Kunz sicher. „Wir gehen nur noch los, wenn es ein Erlebnis verspricht.“

Die Kommune müsse sich auf den Weg machen, „ein Gesamtkonzept für die nächsten 20 Jahre zu entwickeln“. Die Veranstaltung könne letztendlich nur ein Anstoß zur Frage sein: „Wo will Großkrotzenburg hin?“ In diese Überlegungen müsse dann natürlich auch der demographische Wandel einbezogen werden. Im Zuge dieser Ausrichtung wurde mehrfach das von der Gemeindevertretung bereits beschlossene Ärztezentrum an der Kahler Straße angesprochen. Diese Dezentralisierung sei nicht patientenfreundlich und auch für eine Belebung der Ortsmitte kontraproduktiv. Auch Bergmann findet: „Wir müssen die Infrastruktur für ältere Menschen optimieren.

Kunz empfahl den Teilnehmern abschließend den „Netzwerkaufbau aller Akteure. Alle müssen mit an den Tisch. Eigentümer der Geschäfte, Inhaber, Anwohner, die Gemeinde, die Kunden“. Nur so könne man Antworten auf die zentrale Frage finden, „wie man die Kaufkraft im Ort halten kann“. Dass die erste Gesprächsrunde gut besucht war, sei ein positives Signal. „Die Gemeinde ist nicht tot“, stellte Kunz fest. Anwohnerin Christine Dietrich entwickelte bereits am nächsten Morgen einen Fragebogen, der mittlerweile bei den örtlichen Händlern ausgelegt ist. Kunden können darin anonym die Geschäftsentwicklung im Ort beurteilen und erste Anregungen liefern. Diese werden dann in der nächsten Gesprächsrunde am Mittwoch, 22. Mai, um 19.30 Uhr im Rathaus präsentiert. Zu diesem Termin sind alle interessierten Bürger eingeladen, und wen könnte dieses Thema nicht interessieren?

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