Museum Großkrotzenburg: Gegen das Vergessen

Großkrotzenburg
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Willi Euler 1913-1998 und Heinz Klab 1926-1997, beide Ehrenmitglieder im Heimat- und Geschichtsverein zählten zu den Ersten, die vor vielen Jahren begannen die Erinnerungen an ihre jüdischen Freunde, an ihre Schulkameraden und deren Familien aufzuschreiben, um sie vor dem Vergessen zu bewahren.

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Die Erforschung und die Dokumentation der jüdischen Gemeinde von Großkrotzenburg wurde später sehr engagiert von Frau Monika Ilona Pfeifer und Herrn Pfarrer Heinz Daume vom „Arbeitskreis Ehemalige Synagoge“ im Rahmen der christlich jüdischen Zusammenarbeit fortgesetzt. Willi Euler und Heinz Klab werden jedoch immer ihre Vorbildfunktion behalten, wenn es sich um den Erhalt und die Sicherung jüdischer Zeugnisse in unserer Gemeinde handelt.  Beide führten und dokumentierten zahlreiche persönliche Gespräche mit den Überlebenden des Holocaust . Willi Euler schrieb seine Erinnerungen 1983 nieder und widmete sein Buch "Rückblick auf die jüdische Gemeinde" der Jugend von Großkrotzenburg in der Hoffnung, dass sich die düsteren Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte nicht wiederholen mögen. Seine Aufzeichnungen sind ein wertvoller Beitrag zur Aussöhnung und wurden in der bekannten Gedenkstätte YAD VASHEM in Jerusalem archiviert.

Es ist Willi Euler zu verdanken, dass ehemalige noch lebenden jüdische Mitbürgern wieder Kontakt aufnahmen und die alte Heimat besuchten. Heinz Klab forschte ebenfalls in den Archiven und Registern des Museums und des Einwohnermeldeamtes nach Spuren jüdischen Lebens. Er sammelte Dokumente und religiöse Gegenstände, die heute in der ehemaligen Synagoge zu besichtigen sind. Sein großes Interesse galt jedoch den Großkrotzenburger jüdischen Familien vor und nach dem zweiten Weltkrieg. Eine dauerhafte Freundschaft, vertieft durch viele persönliche Begegnungen, verband ihn mit Henry Hirschmann, einem ehemaligen Schulkameraden, der in North Carolina lebte und 2019 verstarb. Heinz Klab brachte seine Forschungen über die Lokalgeschichte in den „Arbeitskreis Ehemalige Synagoge " ein und beteiligte sich als Co-Autor an der Erstehung des Bildbandes mit dem Titel „Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens" über den jüdischen Friedhof und die jüdische Gemeinde. Den großen Erfolg dieser Publikation im Februar 2002 konnte Heinz Klab leider nicht mehr erleben. Er starb am 27. Juli 1997 ohne sein Werk zu vollenden. Unvergessen ist auch die Aufführung des Theaterstückes "Das Wohltätigkeitkonzerts des Synagogenchores" welches am 12, November 1992 von den Mitgliedern des Heimat-und Geschichtsvereins in der ehemaligen Synagoge im Beisein von Henry Hirschmann aufgeführt wurde. Dessen Kommentar danach "Genau so war es!" machte den Autor Heinz Klab und die Darsteller sehr stolz.

Ganz im Sinne der beiden Ehrenmitglieder Willi Euler und Heinz Klab soll die ehemalige jüdischen Gemeinde fest in die Großkrotzenburger Ortsgeschichte eingebunden sein.   Vor einiger Zeit nahm sich auch Museumsleiter Ralf Eltner der Thematik an und veröffentlichte in Kooperation mit der VHS Hessen und dem Museum Großkrotzenburg einen Beitrag auf der interaktiven digitalen Karte „Wissensrouten“. Im Rahmen des Kurses wurden die verschiedenen Möglichkeiten des digitalen Erzählens erlernt und praktisch angewandt. Die Teilnehmer informierten sich über die erforderliche Technik, deren Anwendung sowie die kreative Ausgestaltung bis zum fertigen Bild-/Tonbeitrag. Der neue Beitrag erinnert an das jüdische Leben und insbesondere an das Reichspogrom im November 1938 in Großkrotzenburg. Was ist damals passiert und was wissen die Großkrotzenburger/innen heute noch von den damaligen Ereignissen? Sich diesem Thema inhaltlich zu nähern, war sicher der schwerste Teil der Aufgabe. Im Namen der Teilnehmergruppe muss zwei Personen aus dem „Arbeitskreis ehemalige Synagoge“ großen Dank für ihre Mithilfe ausgesprochen werden. Fr. Pfeifer und unser ehemaliger evangelischer Pfarrer H. Daume konnten den überwiegend jungen Teilnehmern ein plastisches Bild dieser Ereignisse zeichnen. Dabei fiel besonders auf, dass, obwohl die Gruppe ein gutes Vorwissen aufzuweisen hatte, gerade die kleinen Details und die räumliche Verbundenheit mit dem Heimatort eine starke Betroffenheit auslösten. Danach galt es aus der großen Fülle von Informationen diejenigen für einen kurzen, informativen, aber auch emotionalen Beitrag zu filtern und zu ordnen. Den Teilnehmern war dabei auch der Bezug in die heutige Zeit sehr wichtig. Der Beitrag wurde hochgeladen auf Youtube:

Fündig wird man auch auf der Online-Karte des Wissensrouten-Projekts: https://www.wissensrouten-karte.de/beitrag/Die_Reichspogromnacht_in_Grosskrotzenburg Kursleiter R. Eltner bedankt sich bei Ronja Bauer, Michael Hartmanshenn, Paula Schäfer, Moritz Wetzel, Jose Zwerenz und Julius Eltner für die engagierte Mitarbeit und freut sich über ein Feedback unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Weitere Beiträge zum Thema jüdisches Leben, speziell über die auf den „Stolpersteinen“ erwähnten Personen und Familien, sind in Planung. Wer dabei mitarbeiten möchte kann sich gerne unter o.g. Mailadresse melden. Bedingt durch die Pandemie gestalten sich die Arbeiten z.Zt. etwas schwieriger, was sich aber hoffentlich bald zum Besseren wenden wird.

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