Brand in Gründau: Polizei ermittelt gegen Nachbar

Lieblos
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Fast sieben Stunden lang dauerten am Dienstag die Löscharbeiten an zwei Wohnhäusern im Gründauer Ortsteil Lieblos (wir berichteten), dann waren endlich alle Flammen aus. Die schreckliche Bilanz: Eine Familie hat ihr Zuhause verloren, ein Feuerwehrmann wurde verletzt und der Sachschaden liegt nach bisherigen Schätzungen bei mindestens 700.000 Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Nach der Alarmierung um 13.37 Uhr rückten die letzten Einsatzkräfte gegen 20 Uhr am Dienstagabend ab, musste dann aber – wie bei solchen Großbränden üblich – um 22.30 Uhr erneut ausrücken, um Glutnester zu überprüfen und eine Stunde lang Nachlöscharbeiten durchzuführen. Fast 100 Feuerwehrkameradinnen und -kameraden hatten den ganzen Nachmittag gegen die Flammen angekämpft, aus Gelnhausen und Büdingen wurden Teleskopmast und Drehleiter vor den brennenden Häusern in der Straße „Im Euler“ platziert. Auch von der Feuerwehr Wächtersbach und vom DRK Gründau waren zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort. Angesichts der Hanglage hatte allerdings vor allem der Wind leichtes Spiel und fachte das Feuer in den beiden Häusern immer wieder an.

Für den Brand verantwortlich ist vermutlich ein Nachbar aus der darunter liegenden Weinbergstraße: Die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei gehen derzeit davon aus, dass das Feuer von ihm durch Gartenarbeiten mit einem Bunsenbrenner entstanden ist. Zunächst brannte danach eine Hecke und die Flammen griffen auf die Häuser über. Anwohner berichteten auch von einer Explosion, ausgelöst vermutlich durch eine Gasflasche. Während ein Gebäude komplett zerstört wurde, konnte ein derzeit unbewohntes Wohnhaus direkt daneben zumindest zum Teil gerettet werden. Bürgermeister Gerald Helfrich sicherte noch an der Einsatzstelle seine Unterstützung zu, im Internet gab es bereits Spendenaufrufe.

Noch am Dienstagabend meldete sich auch die betroffene Familie via Facebook zu Wort: „Liebe Kameradinnen und Kameraden von allen Freiwilligen Feuerwehren, die bei dem Brand unseres Hauses dabei waren. Wir können es nicht fassen, was passiert ist, trotzdem danken wir euch, dass ihr alles versucht habt, unser Hab und Gut zu retten. Auch wenn wir alles an materiellen Sachen verloren haben, so geht es den Kindern und uns den Umständen entsprechend gut - das ist am allerwichtigsten. Danke für euren unermüdlichen Einsatz, danke, dass ihr alle für uns da wart und da seit“, so die bewegenden Worte. Den Flammen zum Opfer fiel unter anderem auch ein wertvoller Oldtimer-Porsche. Besonders tragisch: Das Familienoberhaupt ist selbst aktives Mitglied der Feuerwehr Lieblos und musste mitansehen, wie seine Kameradinnen und Kameraden vergeblich versuchten, sein Haus zu retten.

Spendenkonto eingerichtet

Die Feuerwehr Lieblos teilt via Facebook noch folgendes mit: "Nachdem wir uns nochmals mit den betroffenen Familien unterhalten haben, können wir nun folgende Informationen weitergeben. Es werden keine Sachspenden mehr benötigt. Für alle betroffenen Familien (4 Wohneinheiten) wurde ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet. Das Geld wird auf alle Parteien gerecht verteilt (je nach Schadensumfang). Das Spendenkonto ist bei der VR-Bank Bad Orb-Gelnhausen eG mit der IBAN: DE95 5079 0000 0006 3274 00 unter dem Betreff " Brand Sonnenschein". Wir als Feuerwehr weisen darauf hin, dass wir in diesem Fall nur weitergeben was wir von den Betroffenen erfahren haben. Selbst sind wir hier nicht involviert. Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern für ihre signalisierte Hilfsbereitschaft und Anteilnahme sowie allen Spendern für ihre Großzügigkeit im Namen der betroffenen Familien.".

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