Welche Zukunft hat der Hammersbacher Gemeindewald?

Hammersbach
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Welche Zukunft hat der Gemeindewald in Hammersbach? Diese Frage stellt sich wieder neu.

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In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts war das "Waldsterben" eines der großen Schlagwörter, die viele Menschen aufwühlten. Nachdem der saure Regen erfolgreich bekämpft war, ist es in den letzten Jahren eher still um dieses Thema geworden. Mittlerweile ist aber wieder offensichtlich, dass es den Wäldern doch nicht ganz so gut geht, wenn auch aus anderen Gründen.

Die Hammersbacher SPD-Fraktion hat deshalb einen Ihrer üblichen Sommertermine im Rahmen des Programmes “Keine Pause in der Sommerpause“ einem Waldspaziergang gewidmet. Der Gemeindewald nimmt mit rund 500 Hektar ein Viertel der Gemarkungsfläche ein, und für die Sozialdemokraten resultiert daraus eine große Verantwortung. Mit Bürgermeister Michael Göllner, der als studierter Forstingenieur vom Fach ist, wurden zwei Themen näher besprochen. Zum einen die Zukunft der Holzvermarktung.

Das Land Hessen, das bisher die Bewirtschaftung des Waldes zusammen mit der Vermarktung des Holzes als Paket angeboten hat, zieht sich aus kartellrechtlichen Gründen aus der Vermarktung zurück. Die Kommunen müssen derzeit dran arbeiten, andere Wege zu finden. Michael Göllner berichtete, dass gemeinsam mit anderen Kommunen aus dem Main-Kinzig-Kreis und dem Wetterau-Kreis derzeit das Ziel verfolgt wird, eine neue Holzvermarktungsorganisation aufzubauen.

Von noch größerem Interesse war aber die gesundheitliche Situation des Waldes. Das Trockenjahr 2018 hat Folgen hinterlassen. Insbesondere die Baumart Fichte ist in weiten Bereichen des Landes durch massiven Borkenkäferbefall am Absterben. „Borkenkäfer gibt es immer. Durch den sogenannten Harzfluss sind aber gesunde, mit ausreichendem Wasser versorgte Fichten in der Lage, dem Käferbefall entgegen zu wirken. Fehlt Wasser, kann nicht genug Harz gebildet werden und die Bäume sterben ab. Darüber hinaus vermehren sich die Käfer sprunghaft“, erklärte Michael Göllner die Mechanismen. Doch auch die bisher weniger anfälligen Laubbäume zeigen sichtbar Schäden. Höhere Durchschnittstemperaturen sorgen auf der einen Seite für eine höhere Verdunstung der Bäume. Auf der anderen Seite profitieren auch wieder verschiedene Schädlinge vom Wassermangel der Bäume. „Wir müssen uns zukünftig wohl intensiv als Waldbesitzer damit beschäftigen, wie wir mit den sich offensichtlich verändernden Rahmenbedingung umgehen. Einige Baumarten kommen mit diesen veränderten Bedingungen besser zurecht, andere schlechter. Auf diese Problematik müssen wir unser Augenmerk legen.“

Die SPD-Fraktion nahm diese Erkenntnisse bereits zum Anlass für einen Antrag an die Gemeindevertretung. Der Leiter des Forstamtes wird gebeten, im zuständigen Ausschuss zu erläutern, wie Hessen Forst die Problematik einschätzt und welche Auswirkungen der Klimawandel auf die zukünftige Baumartenwahl im Gemeindewald hat.

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