„Das Damoklesschwert ist verschwunden“

Hanau
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Mit großer Erleichterung und einer gewissen Zufriedenheit ist in Hanau die Nachricht aufgenommen worden, dass die ECE Projektmanagement GmbH auf die geplante Erweiterung des Hessen-Centers in Bergen-Enkheim verzichten will.



"Wir haben von Anfang klar gemacht, dass wir in diesen Plänen einen klaren Verstoß gegen die Interessen unserer Stadt und der Region sehen", erinnert Hanaus Oberbürgermeister daran, dass der Hanauer Magistrat sofort nach Bekanntwerden der Erweiterungswünsche um 14.000 Quadratmeter planungsrechtliche Bedenken angemeldet hatte. Er danke an dieser Stelle ausdrücklich dem Frankfurter Planungsdezernenten Mike Josef für die vertrauensvolle und höchst professionelle Zusammenarbeit in dieser Frage.

Auch der Vorsitzende des Hanau Marketing Vereins, Norbert Schalinsky, freut sich, dass "dieses Damoklesschwert verschwunden ist und der Hanauer Einzelhandel sich nicht länger mit der bangen Frage auseinandersetzen muss, welche Konsequenzen eine derartige Vergrößerung für die Innenstadt mit sich bringt." Kaminsky und Schalinsky sind sich einig darin, dass das Einkaufszentrum in Bergen-Enkheim auf den Einzugsbereich der Stadt Hanau abzielt, da die Hanauer Innenstadt durch die naheliegende Autobahnausfahrt weniger als 15 Minuten von dem Center entfernt sei.

"Während wir jedoch im Einklang mit dem regionalen Einzelhandelskonzept in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel den Innenstadtumbau investiert haben, um eine lebendige und intakte Einkaufslandschaft zu schaffen, hätte die Umsetzung der Erweiterungsplanung für das Hessen-Center, die alle im interkommunalen Konsens getroffenen Festschreibungen für die Einzelhandelssituation der Region ignoriere, die städtebaulichen Erfolge und Ziele der Stadt Hanau torpediert," so Hanaus OB. Die Stadt hatte vor diesem Hintergrund erhebliche städtebauliche Bedenken gegen die gewünschte Vergrößerung von rund 35 Prozent auf insgesamt 53.000 Quadratmeter vorgebracht.

Auch ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten der Kanzlei Allen & Overy war zu dem eindeutigen Ergebnis gekommen, dass die Erweiterung mit den eindeutigen Zielvorgaben des Regionalen Flächennutzungsplans 2010 unvereinbar ist. Denn dieser enthält, anders als anderorts vielfach offener geregelt, ein bindendes und verbindliches Verbot der Ansiedlung von großflächigem Einzelhandelsvorhaben an sogenannten "nicht integrierten Standorten".

Gerade diesen letzten Aspekt hat die Stadt mit Nachdruck vorgebracht. OB Kaminsky forderte "Unternehmen, auch die im Einzelhandel, müssen sich auf solche Festlegungen in der Regionalplanung ein Stück weit verlassen können. Wie sollen sie Investitionsentscheidungen wirtschaftlich sinnvoll treffen und Standortentwicklungen zukunftsorientiert planen können, wenn sie jederzeit damit rechnen müssen, dass ihnen quasi über Nacht die Basis ihrer Überlegungen entzogen wird."

Wichtig ist dem OB und dem HMV-Vorsitzenden in der Diskussion, dass es sich hier nicht um provinzielles Kirchturmdenken handelt, mit dem man den Hanauer Einzelhandel vor unliebsamer Konkurrenz schützen will. "Wir stellen uns selbstbewusst dem Wettbewerb mit dem Umland und sind uns sehr bewusst, dass wir mit einer attraktiven Innenstadt das Interesse der Kundinnen und Kunden immer neu wecken müssen, um auf Dauer bestehen zu können," erinnert Schalinsky daran, dass sich der Hanau Marketing Verein mit Unterstützung mit der Stadt sehr kreativ und aktiv dieser Herausforderung stellt.

Der Marktplatz als Ort des Handels sei von jeher das Herzstück jeder Stadt gewesen, ergänzt OB Kaminsky das Statement des HMV. Dabei habe die Anziehungskraft dieses wirtschaftlichen Mittelpunktes über Wachstum und Wohlstand einer Kommune entschieden. "Die heutigen Innenstädte knüpfen letztlich an diese Traditionen an, deshalb haben wir uns in Hanau seinerzeit mit dem Stadtumbau explizit auf den Weg gemacht, die Innenstadt neu zu gestalten, um ihre Bedeutung als Einkaufsstandort in der Region aufzuwerten und auszubauen." Es sei sehr erfreulich, dass die Erfolge wie eine wachsende Vielfalt der Angebote und deren belebende Wirkung für die Innenstadt nicht länger durch das Erweiterungsprojekt in Bergen-Enkheim gefährdet werde.


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