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In einem Brief an Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sicherte die Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Grüne), zu, dass "die regulär beantragten Zuwendungen (…) in voller Höhe bewilligt" würden. "Das sind sehr gute Nachrichten, wenngleich sie nichts daran ändern, dass die Festspiele in diesem Jahr ein sechsstelliges Minus verursachen werden", stellt Kaminsky fest.

Die Brüder Grimm Festspiele 2020 waren angesichts der Corona-Pandemie bereits Mitte März abgesagt worden. Ein Großteil der Kosten, etwa für die künstlerischen Arbeiten oder die Erstellung von Werbematerialien, war zu dem Zeitpunkt aber bereits angefallen. Zudem entschied sich die Stadt dazu, das Ensemble nicht im Regen stehen zu lassen und einen finanziellen Ausgleich für die entfallenden Gagen zu leisten. Im Gegenzug appellierten Oberbürgermeister und Intendant Frank-Lorenz Engel an Sponsoren und Förderer, ihr finanzielles Engagement aufrecht zu erhalten, und an das Publikum, bereits erworbene Tickets nicht zurückzugeben. Inzwischen haben fast alle Sponsoren entschieden, ihre finanziellen Mittel teilweise, weitgehend aber sogar vollumfänglich in den Unterstützungsfonds der Festspiele zu geben. Auch die Stadtwerke Hanau als einer der Hauptsponsoren erklärten in dieser Woche, dass sie die zugesagten Mittel spenden werden. "Die Brüder Grimm Festspiele haben eine große Welle der Solidarität erfahren. Dafür sagen wir allen herzlich Dankeschön", so Kaminsky und Engel. Unter dem Strich werde für die Festspiel-Saison 2020 dennoch ein erheblicher Fehlbetrag stehen. Nach ersten Schätzungen wird sich dieser auf etwa 500.000 Euro belaufen.

"Deshalb ist es wirklich erfreulich, dass das Land Hessen zugesichert hat, die beantragten 70.000 Euro in voller Höhe zu bewilligen und auszuzahlen", richtet der Oberbürgermeister einen besonderen Dank an Ministerin Dorn. Sie habe in ihrem Schreiben festgehalten, dass "Kunst und Kultur kein Luxus oder Sahnehäubchen in guten Zeiten" seien, sondern "elementare Bestandteile unseres Lebens". Kaminsky: "Dem schließe ich mich voller Überzeugung an." Hanau habe in der Krise schnell geschaltet und mit der Internetseite www.hanaudaheim.de sowie dem daraus entwickelten "HanauDaheim Online-Festival" Plattformen geschaffen, die diesem Grundverständnis folgten. "Mit diesen Angeboten haben wir frühzeitig Möglichkeiten geschaffen, Kunst und Kultur auch unter Corona-Bedingungen am Leben zu halten." Neben den Live-Konzerten aus dem Comoedienhaus werden auf wwww.hanaudaheim.de Aufführungen der Brüder Grimm Festspiele gezeigt, digitale Museumsführungen angeboten, Informationen zur Stadtgeschichte im Rahmen von Video-Rundgängen vermittelt oder Exponate aus den städtischen Museen vorgestellt.

"Wir vermitteln Kunst und Kultur mit dem Projekt ‚HanauDaheim‘ auf ganz neue Art und Weise. Auch wenn jetzt einige Museen wieder öffnen und bald wieder kleine Veranstaltungen stattfinden können, werden wir an dieser neuen Vermittlung festhalten. Sie ist auch ein gutes Mittel, um bisher eher nicht-kulturaffine Zielgruppen anzusprechen", unterstreicht Kaminsky. Er hofft deshalb, dass das Land dieses Projekt finanziell unterstützen wird. Ministerin Dorn hatte zuletzt das Unterstützungspaket "Hessen kulturell neu eröffnen" vorgestellt, für das das Land Hessen bis zu 50 Millionen Euro bereit stellen will. "‘HanauDaheim‘ und vor allem das Online-Festival könnten Muster-Beispiele für dieses neue Landesprogramm sein", stellt der Oberbürgermeister abschließend fest.

Foto: Die Brüder Grimm Festspiele Hanau finden 2020 nicht statt. Die Solidarität bei Sponsoren und Zuschauern ist aber groß. Quelle: Hanau Marketing GmbH/David Seeger

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