OB-Wahl in Hanau: Kaminsky will wieder kandidieren

Hanau
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Nach 18 Jahren als Hanauer Oberbürgermeister ist Claus Kaminsky (SPD) nicht amtsmüde: In einem Brief an die Mitglieder des SPD-Stadtverbandes Hanau kündigte er in dieser Woche seine Bereitschaft für eine erneute Kandidatur bei der Wahl im kommenden Jahr an. "Wenn Partei und Fraktion mir wieder das Vertrauen schenken und mich nominieren, will ich mich im nächsten Jahr erneut um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger unserer Brüder-Grimm-Stadt bewerben", so der 60-Jährige.

"Ich habe mir diese Entscheidung sorgfältig überlegt und auch intensiv mit meiner Familie besprochen. Nach 18 Jahren im schönen, aber auch fordernden Amt des Oberbürgermeisters unserer Stadt, wäre eine Beendigung der politischen Laufbahn nicht ungewöhnlich. Die bisherige positive Bilanz in der Entwicklung Hanaus kann sich schließlich sehen lassen. Die aktuelle Entwicklung in diesem Jahr hat andererseits mit dazu beigetragen, dass ich mich zu einer erneuten Kandidatur entschieden habe. Ich denke, gerade in stürmischer See sollte der Kapitän das Schiff nicht verlassen. Wir alle haben in den vergangenen Jahren gemeinsam viele Höhen, aber auch manche Tiefen erlebt. Wir alle haben sehr viel in und für unsere Stadt erreicht. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist massiv gestiegen, insbesondere auch im Bereich von zukunftsträchtigen Technologien und Forschungseinrichtungen. Wir haben – nicht zuletzt durch die erfolgreiche Konversion der US-Army-Kasernen - neuen Platz für Gewerbe, Industrie und Wohnraum geschaffen. Durch den Innenstadtumbau ist Hanau zu einem attraktiven Einkaufsstandort geworden. Wir haben unsere Schulen und Bildungseinrichtungen modernisiert und erweitert, den Gesundheitsbereich massiv gestärkt. Wir haben die Angebote im kulturellen und sozialen Bereich erfolgreich ausgeweitet, sind auf dem Weg zur ökologischen Stadt ein großes Stück vorangekommen. Hanau ist lebens- und liebenswerter geworden. Immer mehr Menschen möchten in unserer Stadt leben und arbeiten, wie die kontinuierlich steigenden Einwohnerzahlen beweisen. Dies alles ist nicht das Werk eines Einzelnen. Dies alles war nur möglich, weil viele Menschen engagiert und mit Begeisterung an der positiven Entwicklung unserer Stadt mitgearbeitet haben. Sei es in der Kommunalpolitik, in der Verwaltung, in den städtischen Unternehmungen, den sozialen Einrichtungen, den Sicherheits- und Rettungsdiensten, an den Arbeitsplätzen in den Hanauer Betrieben, vor allem aber auch beim ehrenamtlichen Einsatz in Vereinen und Organisationen. Sie alle haben dazu beigetragen, dass Hanau in den vergangenen Jahren diese gute Entwicklung genommen hat", schreibt Kaminsky an die Hanauer SPD-Mitglieder.

Und weiter: "Es macht mich stolz, diesen Gemeinsinn, diesen Zusammenhalt unserer Bürgerschaft an einer wichtigen Stelle miterleben und begleiten zu dürfen. Dieser Gemeinsinn, dieser Zusammenhalt hat sich gerade auch in den schwärzesten Stunden der jüngeren Geschichte unserer Stadt gezeigt. Hanau ist in diesem Jahr schwerer ins Mark getroffen worden, als jede andere Stadt der Republik. Wir mussten vom Krisenmodus nach dem verheerenden Anschlag am 19. Februar direkt in den Krisenmodus der Pandemie wechseln. Wohl niemand hätte erwartet, dass ausgerechnet bei uns das friedliche Zusammenleben der Menschen durch einen erschütternden Anschlag schwer attackiert wird. Wohl niemand hätte auch erwartet, dass wegen eines Virus wochenlang massive Einschränkungen das Leben in unserer Stadt zum Erliegen bringen und uns immer noch bewegen. Aber so, wie wir Hanauerinnen und Hanauer solidarisch zu den Opfern und deren Angehörigen gestanden haben und stehen, so solidarisch werden wir auch die Pandemie und ihre Folgen bewältigen. Hanau steht zusammen – das haben wir bewiesen und dies gilt es weiter unserer Stadtgesellschaft zu vermitteln. Vor uns liegen große Aufgaben. Es gilt die Wunden zu heilen, die der Terror in unserer Gemeinschaft geschlagen hat. Es gilt, die wirtschaftlichen Herausforderungen zu bestehen, vor die unsere Stadt aufgrund der Pandemie gestellt ist. Und wir müssen weiter engagiert an den Aufgaben arbeiten, die wir erfolgreich begonnen haben. Das gilt für die abschließende Entwicklung der Konversion ebenso, wie für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums einschließlich der dazu gehörigen sozialen Infrastruktur (Kita, Schule), die Entwicklung der Stadtteile und der Innenstadt, die Weiterentwicklung von Kultur, Sport, einer sozial gerechten Stadt, die Förderung von Bildung sowie die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Bei all dem haben wir uns den Herausforderungen des Klimawandels ebenso zu stellen, wie den Fragen der Mobilität und dem Innovationsdruck im Bereich der Digitalisierung. Und wir werden den einmütigen Willen der Stadtverordnetenversammlung und vieler Bürgerinnen und Bürger umsetzen, Hanau in die Kreisfreiheit zu führen und zu einer eigenständigen kraftvollen Stimme im Rhein-Main-Gebiet zu machen. Gern will ich mit euch gemeinsam unseren bisher so erfolgreichen, und jetzt gewiss nicht leichter werdenden Weg weitergehen. Deshalb bitte ich euch um euer Vertrauen und eure Unterstützung. Die Ereignisse in diesem Jahr werfen viele Fragen nach der Zukunft auf und fordern uns auf eine bisher nicht gekannte Weise. Ich zitiere dazu aus dem berühmten letzten Redetext von Willy Brandt: 'Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum — besinnt euch auf eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.' Ich bin bereit, mit euch gemeinsam diese Antworten zu geben. Für Hanau, für unsere Brüder-Grimm-Stadt."

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