Für Engagement im Sinne der Hanauer Terroropfer

Hanau
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Der Rotary Club Hanau hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) die Paul-Harris-Fellow-Auszeichnung verliehen für sein Engagement im Sinne der Opfer des Terroranschlags vom 19. Februar. Ebenso hat der Serviceclub Robert Erkan stellvertretend für alle geehrt, die sich als städtische Opferbeauftragte oder Mitglieder des Hanauer Ausländerbeirats nach dem Anschlag um überlebende Opfer und Hinterbliebene gekümmert haben und das noch immer tun. Bernd Krempel nahm für die Rotarier die Verleihung im Hanauer Rathaus vor. OB Kaminsky und Erkan berichteten vom eigenen Erleben des 19. Februar und den Folgewirkungen des Anschlags.

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Krempel stellte heraus, dass Hanau – und an der Spitze der Oberbürgermeister – vorlebe, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt gelingt mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion, Weltanschauung, sexueller Orientierung und Identität. Und das insbesondere auch im Anschluss an die rassistischen Morde des 19. Februar. Mit der Kampagne "Hanau steht zusammen" und der Benennung der Opferbeauftragten Robert Erkan, Dr. Maria Haas-Weber sowie Dr. Silke Hoffmann-Bär habe Kaminsky ein "sichtbares Zeichen von Hilfsbereitschaft" gesetzt und einen "Anker der Stabilität geworfen für alle diejenigen, die diese unvorstellbare Gräueltat aus der Bahn zu werfen drohte". Der OB habe "bei allem Mitgefühl die nötige Ruhe, Besonnenheit und Struktur bewahrt, die gerade nach solchen, alles verändernden Ereignissen so dringend notwendig" seien. Mit seinen Worten und Taten habe Kaminsky "das richtige getan, damit Hanau nicht nur als Ort rassistischer Anschläge bekannt ist, sondern auch als Ort größtmöglicher Hilfe und Solidarität".

Den Kümmerern zum Wohle der Opfer und Hinterbliebenen mit Erkan an der Spitze attestierte Krempel, dass sie den Betroffenen "nahezu zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Seite gestanden" hätten. Das halte bis heute an. Damit seien diese "der Anker der Stabilität, der von der Stadt Hanau ausgeworfen wurde". Die Paul-Harris-Fellow-Auszeichnung der Rotarier gilt weltweit als Ehrung für besondere Verdienste. Zu den Geehrten gehörten die indische Ordensschwester Mutter Teresa und der frühere US-Präsident Jimmy Carter, der ehemalige russische Präsident Boris Jelzin, der Astronaut James Lovell, UN-Generalsekretär Javier Perez de Cuellar und der Entdecker des Polio-Impfstoffs, Jonas Salk. Die Zahl der weltweit geehrten Paul-Harris-Fellows beträgt einige hunderttausend. Die Auszeichnung ist nach dem 1947 verstorbenen Paul Harris benannt, Anwalt in den USA und dort einer der Gründer des Rotary Clubs.

Kaminsky und Erkan bedankten sich für die Ehrungen. Der OB sagte, ab dem 20. Februar sei nicht nur für ihn "die Welt eine andere geworden". Er habe sich nach dem Anschlag sofort gesagt, dass der mitfühlende, solidarische Umgang mit den Opferangehörigen in Hanau höchsten Stellenwert haben müsse. Wichtig sei ihm von Anfang an gewesen, Betroffenheit zu zeigen und unbürokratisch zu helfen. Daher seien die Opferbeauftragten als Lobby für die Angehörigen geschaffen worden.

Nun stehe an, dass sich die Stadt mit den Angehörigen "gemeinsam auf den Weg machen, wie wir in Hanau zu einer Gedenkform und -stätte kommen". Dabei sei die Stadt völlig offen. Dass der Rotary-Club Hanau mit seinem neuen Präsidenten Christoph Obladen gerne als Partner mitwirken wolle, sei ausdrücklich zu begrüßen. Es gehe darum, eine Stadtgesellschaft in Hanau zu bauen, die von Miteinander und Selbstbewusstsein geprägt sei und sich nicht auf den 19. Februar reduzieren lasse. Von Zusammenstehen und Nächstenliebe könne Hanau auch im Rahmen der Corona-Pandemie nur profitieren.

Erkan hob hervor, dass im Krisenstab nach dem Anschlag unterschiedliche Menschen Hand in Hand gemeinsam Handlungskraft und Mut bewiesen hätten. Die psychologischen Herausforderungen seien für alle Beteiligten enorm gewesen. Der zertifizierte Mediator wirkt nicht nur im Hanauer Ausländerbeirat, er ist auch Stadtverordneter für das Forum Gemeinsames Hanau.  

Foto: Der Rotary Club Hanau hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Paul-Harris-Fellow-Auszeichnung verliehen für sein Engagement im Sinne der Opfer des Terroranschlags vom 19. Februar. Ebenso hat der Serviceclub Robert Erkan stellvertretend für alle geehrt, die sich als städtische Opferbeauftragte oder Mitglieder des Hanauer Ausländerbeirats nach dem Anschlag um überlebende Opfer und Hinterbliebene gekümmert haben und das noch immer tun. Bernd Krempel nahm für die Rotarier die Verleihung im Hanauer Rathaus vor.

Fotos: Stadt Hanau

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