Hahn macht Hanauer Schulleiterproblematik zum Thema im Landtag

Hanau
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Die unter anderem von dem Schulelternbeirat, dem Förderverein und dem Schülersprecher der Hohen Landesschule Hanau öffentlich formulierten Probleme rund um die Besetzungspraktiken der Schulleitungsstelle hat der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn, der als Betreuungsabgeordnete auch für den Main-Kinzig-Kreis zuständig ist, unverzüglich zum Anlass genommen, um im Hessischen Landtag an die Landesregierung eine sogenannte Kleine Anfrage zu stellen.

Am Freitag wurde öffentlich, dass mit einer neuerlichen Entscheidung des Hessischen Kultusministeriums nun erneut der Schulleiter wechseln müsse. Der bisherige Schulleiter Helge Messner soll die Hohe Landesschule verlassen, um in das Kultusministerium abgeordnet zu werden. „Von Kontinuität in Sachen Schulleitung kann an der Schule schon längst keine Rede mehr sein. Sechs verschiedene Schulleiter habe das Gymnasium seit 2014 gehabt, der siebte müsste nun folgen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Stelle des stellvertretenden Schulleiters unbesetzt ist“, so Hahn zur Begründung auch der schnellen parlamentarischen Befassung.

Der FDP-Landtagsvizepräsident Hahn bittet den zuständigen Kultusminister Prof. Alexander Lorz (CDU) im Hessischen Landtag nun um Antworten zu insgesamt neun präzise Fragen rund um das Thema der Schulleitungsstellen an den Hanauer weiterführenden Schulen. Unter anderem fragt der FDP-Politiker, wie viele Ausschreibungen es für die Stelle der Schulleitung und der stellvertretenden Schulleitung der HoLa seit 2014 gab und was die jeweiligen Auslöser waren. Auch will Hahn von dem Kultusminister wissen, wie oft und mit welchen Begründungen im fraglichen Zeitraum frühzeitig die Besetzungsverfahren beendet wurden oder sogar neu ausgeschrieben wurden. Zudem fragt der FDP-Landespolitiker, wie oft das Schulleitungsteam seit 2014 vollständig besetzt war ob Unterbesetzungen an größeren hessischen Schulen derzeit gehäuft vorkommen würden.

Letztlich will Hahn wissen, inwiefern die Landesregierung grundsätzlich bestrebt ist, eine personelle Kontinuität zu wahren und warum dies offensichtlich in den letzten Jahren an der Hanauer Schule nicht geglückt ist. Außerdem fragt der Liberale, wie die Landesregierung dem Umstand bewertet, dass die Schule nach einer Abordnung des jetzigen Schulleiters sowohl über keinen Schulleiter als auch über keinen stellvertretenden Schulleiter verfügen würde. FDP-Mann Hahn erwartet auch eine Antwort auf die Frage, wie die Landesregierung den Umstand bewertet, dass neben der Vakanz der Leitungsstelle des Staatlichen Schulamts für den Main-Kinzig-Kreis und der Otto-Hahn-Schule in Hanau Kesselstadt im nächsten Jahr auch die Schulleitungsstelle der Hanauer Karl-Rehbein-Schule vakant werden könnte und dadurch alle drei Gymnasien in Hanau als auch die für diese zuständige Schulaufsichtsbehörde gleichzeitig ohne besetzte Leitungsstellen sein könnten.

„Die von den Akteuren an der Hohen Landesschulen kritisierten Unregelmäßigkeiten hinsichtlich der Besetzungspraktiken werfen einige Fragen auf. Ich erwarte vom Kultusminister Lorz klare Antworten auf die Fragen und zudem Rückschlüsse darauf, warum so viele personelle Wechsel in den vergangenen Jahren vorzunehmen waren. Die Aufgaben und Herausforderungen für Schulleitungen, beispielsweise die Digitalisierung, Integration, Inklusion oder auch die Bürokratiebelastung, haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Hinzu kommen vielfältige Aufgaben in der Corona-Krise. Nicht nur aus diesen Gründen ist eine gewisse personelle Kontinuität bei Schulleitungen wünschenswert. Dies ist den Verantwortlichen im Hessischen Kultusministerium an der Hohen Landesschule schon in der Vergangenheit offensichtlich keineswegs geglückt, umso mehr irritiert die nun geplante Abordnung des jetzigen Schulleiters in das Kultusministerium“, so der ehemalige Justizminister Hahn. „Eine gute, vorrausschauende Personalpolitik sieht definitiv anders aus“, kritisiert Hahn die Besetzungspraktiken des Kultusministeriums. „Spielt hier ähnlich wie bei dem Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen vielleicht auch CDU-Parteipolitik im Hintergrund eine Rolle?“, spekuliert der langjährige Parlamentarier.

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