Paty-Gedenkveranstatung wegen Corona abgesagt

Hanau
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Die Bundeskanzlerin sowie die Ministerpräsidenten und -präsidentinnen der Bundesländer haben beschlossen, dass in Anbetracht der Pandemie-Entwicklung mit stark zunehmender Zahl an Corona-Infizierten ab sofort der Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur mit maximal zehn Personen gestattet ist.

Aus diesem Grund ist die für den morgigen Freitag geplante Veranstaltung zum Gedenken an den ermordeten Lehrer Samuel Paty abgesagt. Mit dieser hatte die Stadt Hanau nach dem Bekunden von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) "ein deutliches Zeichen für Meinungsfreiheit, Zivilcourage, Zusammenhalt, Vielfalt und Solidarität setzen" wollen.

Der OB, Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, Ortsvorsteher Reiner Dunkel und Hubert Wenzel, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Großauheim, hatten zur Gedenkfeier an die Lindenauschule mit höchstens 100 Teilnehmenden eingeladen. Seit mehr als 50 Jahren hat die Lindenauschule intensiven Kontakt mit dem Collège du Bois d'Aulne in der französischen Partnerstadt Conflans Sainte-Honorine, wo Paty am 16. Oktober von einem Extremisten ermordet wurde. Die Stadt Hanau hat an die Partnerstadt ein Kondolenzschreiben verschickt.

In seiner Stellungnahme verurteilt Kaminsky jetzt, dass Paty von einem "Islamisten mit tschetschenischen Wurzeln grauenvoll auf offener Straße enthauptet wurde". Und das nur, weil Paty mit seinen Schülerinnen und Schülern kurz zuvor im Sinne der Aufklärung über Mohammed-Karikaturen diskutiert und diese in den Kontext der Meinungs- und Pressefreiheit gestellt habe. Das Attentat auf einen "sachkundigen und höchst motivierten Pädagogen" sei "auch ein Anschlag auf die Demokratie, auf das Recht der freien Meinungsäußerung, auf die Freiheit, auf die Menschlichkeit, die Trennung von Kirche und Staat, auf emanzipatorische Errungenschaften, das Herz unserer Zivilisation, auf uns alle". Daher sei schweigendes Zuschauen unmöglich, Haltung zu zeigen hingegen "bitter nötig".

Kaminsky fährt fort: "Wir in Hanau wissen aufgrund des Attentats vom 19. Februar leider nur zu gut, welche dauerhaften tiefen Wunden solch ein Gewaltakt in einer Stadtgesellschaft hinterlässt". In Gedanken seien die Menschen in der Brüder-Grimm-Stadt "bei allen Freundinnen und Freunden in Conflans". Beide Attentate bewirkten, "dass wir uns neu besinnen". Terror und Rassismus seien leider international. Aber das "Bündnis der Freien und Friedfertigen" sei es erst recht. Freiheit und Menschenrechte seien "nicht nur französisch oder deutsch oder europäisch; sie seien nicht nur westlich, sondern universell".

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