Schnelle und unbürokratische Hilfe für behinderte junge Menschen

Hanau
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Ein Jahr ist es her, dass sich die Stadt Hanau entschloss, als erste hessische Sonderstatusstadt die neue Gesetzgebung zu nutzen und vom 1. Januar 2020 an die Aufgaben der Eingliederungshilfe für körperlich, geistig oder mehrfach beeinträchtigte Kinder und Jugendliche aus Hanau vom Main-Kinzig-Kreis zu übernehmen.

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Bereits zuvor wurden Eingliederungshilfeleistungen für seelisch behinderte junge Menschen durch das Jugendamt der Stadt Hanau erbracht. Zur erweiterten Aufgabenübernahme ab Januar 2020 wurde dann im vergangenen Jahr der neue Fachdienst "Inklusion und Teilhabe" im Amt für Soziale Prävention, unter dem Dach der Jugendhilfe, gebildet. Das Team startete zum 1. Oktober 2019 mit 13 pädagogischen Fachkräften in Teil- und Vollzeitbeschäftigung sowie drei wirtschaftlichen Fachkräften unter Leitung von Mareike Schäferbarthold und ihrem Stellvertreter Volker Profeld. Eine Evaluation der Arbeit nach Ablauf von zwei Jahren, soll schließlich klären, wo der Fachdienst dauerhaft angeschlossen wird.

Nach einem Jahr Projektlaufzeit informierte sich Bürgermeister Weiss-Thiel (SPD) nun beim Fachdienst "Inklusion und Teilhabe" über den Stand der Aufgabenübernahme Eingliederungshilfe. "Der gewählte Weg ist ein fachliches Novum und kommt den Ansätzen der sogenannten ‚großen Lösung‘ sehr nahe", unterstreicht er die weitreichende Bedeutung der Hanauer Strukturen. Stolz sei man aber auf die Tatsache, dass Hanau mit dem neuen Fachdienst "Inklusion und Teilhabe" seiner Zeit voraus sei. Der neue Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum SGB VIII sehe die Aufnahme der Inklusion in allen Bereichen – auch der Jugendhilfe - klar vor. Umgesetzt werden solle es nach aktuellem Stand ab Frühjahr 2021 im Rahmen eines Drei-Stufen-Plans über sieben Jahre, der die Zuständigkeit der Aufgabenwahrnehmung vom Träger der Eingliederungshilfe (Sozialamt des Main-Kinzig-Kreises) auf den Träger der Jugendhilfe (Stadt Hanau) zum 1.1.2028 abschließend übertragen solle. "Diese Aufgabe haben wir bereits zum 1. Januar 2020 erfolgreich übernommen und innerhalb eines Jahres umgesetzt, weil wir nicht länger warten wollten!", so Weiss-Thiel.  Doch begrüße er den Gesetzesentwurf der Bundesregierung, denn er bestärke die Gremien der Stadt in ihrer politischen Entscheidung, sich als Stadt der Verantwortung gegenüber teilhabebeinträchtigen jungen Menschen und ihrer Familien zu stellen und einen gangbaren Weg zu finden dies umzusetzen, sagte der Bürgermeister.

"Wir haben mit diesem Projekt fachliches Neuland betreten, da wir die Aufgabenübernahme in einen eigenen Fachdienst organisiert haben, der neben den Hilfen für körperlich, geistig und mehrfach teilhabebeeinträchtigte Kinder auch die Hilfen für seelisch teilhabebeeinträchtigte Kinder sicherstellt", erläuterte Andrea Knips-Profeld, Leiterin des Amts für Soziale Prävention. "Die besondere Schwierigkeit ist: Wir bewegen uns in diesem Bereich zwischen dem System der Sozialhilfe und dem System der Jugendhilfe. Die Kolleginnen und Kollegen müssen also besonders informiert und feinfühlig sein, was die verschiedenen Gesetze betrifft."

Teamleiterin Mareike Schäferbarthold zeigte sich sehr zufrieden mit dem bisher Erreichten und lobte die gute Kooperation mit dem Main-Kinzig-Kreis. "Die Übergabe hat hervorragend geklappt und bei Fragen sind die Kolleginnen und Kollegen sind nach wie vor kompetente Ansprechpartner!", berichtete sie. Intern sieht sie jedoch noch Raum für Verbesserung: "Das Team ist sehr engagiert, aber hatte in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen, da persönliche Kontakte kaum möglich waren, aber bei unserer Arbeit sehr wichtig sind", berichtete sie. Es sei für die Zukunft essentiell, die digitalen Strukturen weiter auszubauen, sodass die Mitglieder des Fachdienstes "Inklusion und Teilhabe" mit Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern zumindest per Videokonferenz in Kontakt bleiben können. Weiss-Thiel versprach hier zeitnah Abhilfe zu schaffen und einen Videokonferenzraum zu diesem Zweck zur Verfügung zu stellen.

"Ich bin sehr zufrieden mit Ihrer Arbeit und ihrem Engagement!", sagte er. "Die Sorgen und Belastungen von Familien, deren Kinder körperlich, geistig oder seelisch behindert sind, stellen nach wie vor häufig ein gesellschaftliches Tabu dar. Die teilhabebeeinträchtigten jungen Menschen erfahren nicht selten Ausgrenzung in Freizeit und auch Bildungsinstanzen. Ihre Eltern müssen für die Rechte ihrer Kinder und deren Akzeptanz kämpfen. Der Weg durch die Hilfeinstanzen ist und war selten einfach."  Mit dem vor einem Jahr gegründeten Fachdienst für Inklusion und Teilhabe und der Übernahme der Eingliederungshilfen für behinderte Kinder und Jugendliche bekenne sich die Stadt Hanau zu der Verantwortung, die Hanauer Familien auf ihrem nicht einfachen Weg bestmöglich zu begleiten und behinderten jungen Menschen schnell und unbürokratisch Hilfestellungen zu geben.

Foto: Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (vorne rechts) mit den Mitarbeitenden des Fachdienstes Inklusion und Teilhabe im Hof des Hanauer Rathauses.

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