Die Philippsruher Löwen sind wieder da

Kesselstadt
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Sie sind wieder da! Die Philippsruher Löwen sind nach drei Jahren Abwesenheit wieder -frisch restauriert - an ihren angestammten Platz am Eingang zu Schloss Philippsruhe zurückgekehrt. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und Dr. Victoria Asschenfeldt, Direktorin der Museen der Stadt Hanau, begrüßten die Löwen voller Freude: "Es ist großartig, dass die beiden wieder vor dem Schlossportal wachen, so wie sie es sei mehr als 130 Jahren getan haben", sind sich die beiden einig.

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"Die Löwen zählen zu meinen frühsten Kindheitserinnerungen und gehören als Wahrzeichen der Stadt einfach zu Hanau und zum Schloss!", bekräftigt der OB und richtete ein "herzliches Dankeschön an die Restauratoren und das Team der städtischen Museen!"

Die Skulpturen, des bedeutenden klassizistischen Bildhauers Christian Daniel Rauch (1777-1857) ruhen seit 1884 rechts und links der Treppe zum Eingang des Schlosses. Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen-Rumpenheim hatte im Zuge der Umgestaltung von Schloss Philippsruhe den wachenden und den ruhenden Löwen bei der Gießerei Kalide in Berlin in Auftrag gegeben. Im Laufe der Zeit wurden sie mehrfach restauriert. Zuletzt waren die beiden gusseisernen Raubtiere im April 2018 von ihren Podesten entfernt und eingelagert worden, da ihre Außenhaut starke Schäden aufwies.

Der Bildhauer Eberhard F. Gutberlet aus Frankfurt hatte die Löwen im Auftrag der Stadt in Augenschein genommen und auf der dünnen Oberfläche mehr als 100 Risse und Verformungen und eine starke Korrosion der Zinkoberfläche festgestellt, die durch Umwelteinflüsse und Abrieb entstanden waren. Um weitere Beschädigungen der Skulpturen zu verhindern wurden die beiden Plastiken zuerst abgesperrt und dann im Auftrag der Stadt abgebaut und im Erdgeschoss von Schloss Philippsruhe untergebracht. Hier lagerten sie, bis die anstehende Restaurierung abgestimmt war.

Sodann wurden die Löwen nach Fulda verbracht und im Rekon Atelier von Bernhard Krönung fachgerecht wiederaufgearbeitet. Restaurator Krönung, dem bereits die Planung für die Sanierung des schmiedeeisernen Tores zum Schloss anvertraut worden war, arbeitete ein halbes Jahr lang an der fachgerechten Restaurierung: Der mittlerweile ungeschützte Zinkguss, der ursprünglich mit Kupfer galvanisiert wurde, benötigte einen neuen Überzug. Im Innenbereich der Löwen wurden zudem zahlreiche Stützen eingebaut und einzeln fixiert, sodass die Materialbewegung durch Temperaturschwankungen besser ausgeglichen werden können. Die Vielzahl an Rissen im Material wurden fachgerecht geschlossen.

Der neue Farbton der Plastiken ist vielleicht noch ungewohnt, basiert jedoch auf den Erkenntnissen der Restaurierungsfirma und der Denkmalpflege und kommt der ursprünglichen Gestaltung der Löwen am Nächsten. Untersuchungen an Maul und Mähne haben ergeben, dass die Löwen, entgegen dem bekannten Erscheinungsbild, dereinst bronzefarben gewesen sein müssen. In Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde Hanau und dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Wiesbaden wurde daraufhin ein Farbton festgelegt, der dem Ursprung möglichst nahekommt. Die Lackierung soll nun zusätzlich vor Witterung und Beschädigung des Zinkgusses schützen und eignet sich besonders für den Außenbereich.

"Finanziert wurde die Restaurierung, über knapp 40.000 Euro, mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien", erläutert Fachbereichsleiter Martin Hoppe. Im Rahmen des BKM-Projektes werden seit letztem Jahr zahlreiche Maßnahmen in und am Schloss Philippsruhe geplant und umgesetzt.

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