Mit Weidetieren für mehr Ursprünglichkeit

Hasselroth
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War Deutschland früher einmal flächendeckend bewaldet?

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Nein, sagen Dr. Ralf Sauerbrei, der stellvertretende Vorsitzende der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON) und Andreas Höfler, der Leiter des HGON-Arbeitskreis Main-Kinzig. Mit ihnen besichtigte der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Degen im Rahmen seiner Sommertour das Beweidungsprojekt Hässeler Weiher in Hasselroth. In der Nähe des Hässeler Weihers trifft man seit gut vier Jahren auf eher ungewohnte Bewohner. Heckrinder und Koniks, eine Ponyrasse aus Polen, wurden auf einer rund 20 Hektar großen Fläche angesiedelt, um große Teile des Geländes von Gehölzen freizuhalten und dafür zu sorgen, dass sich zum Beispiel die ehemals dort vorhandenen Silbergräser wieder ausbreiten können.

„Bis vor wenigen Tausend Jahren gab es auch in Europa noch große Herden von Pflanzenfressern“, wie Höfler, der sich täglich um die Tiere und Weide am Hässeler Weiher kümmert, erklärte. Die Auerochsen, Wisente und Wildpferde verhinderten damals, dass sich Wälder flächendeckend ausbreiten konnten, indem sie die Gehölze durch ihren Verbiss zurückdrängten. Durch Dornenhecken hatten junge Bäume jedoch Schutz vor den Tieren. Wuchs der Baum, starben die Hecken durch Lichtmangel wieder ab. So konnte neuer Wald entstehen. Starben die Bäume dann nach langer Zeit, entstanden durch das einfallende Sonnenlicht erneut Gräser, Wiesen und Hecken. „Diese Situation, in dem sich die Biotoptypen gegenseitig ablösten, können wir bei der begrenzten Fläche leider nicht wieder herstellen“, sagt Sauerbrei. Jedoch sei so eine kleine Wiederannäherung an diese natürliche Dynamik möglich, welches viele Vorteile für die Förderung der Artenvielfalt mit sich bringt. So konnten die HGON-Mitglieder Degen verschiedene bedrohte Pflanzenarten, wie etwa Orchideen, Sandglöckchen oder Heidenelken, im Beweidungsprojekt zeigen. Diese erhalten durch die Flächenpflege ihren Lebensraum zurück, werden aber durch die spezielle Form der Beweidung nur in sehr geringem Maße gefressen. Auch werde die Fläche vermehrt wieder von im Main-Kinzig-Kreis selten gewordenen Vogelarten, wie dem Kiebitz, dem Wendehals oder dem Neuntöter, als Brutgebiet angenommen. Ein weiteres Ziel der Beweidung ist das Zurückdrängen von nicht heimischen Pflanzen, wie dem Indischen Springkraut, welche heimische Arten verdrängen.

„Das Beweidungsprojekt Hässeler Weiher ist besonders mit fachkundiger Führung eine Besichtigung wert“, so Degen. „Es spricht zudem für das Beweidungsprojekt, dass seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten hier wieder auftauchen. Es ist ein Beitrag zu einem abwechslungsreichen Landschaftsbild sowie für Biodiversität.“ Aufgrund der Erfolgslage streben die Verantwortlichen der HGON eine Erweiterung des Projekts an. Degen sicherte Sauerbrei und Höfler daher zu, sich danach zu erkundigen und dafür einzusetzen.

Foto: Der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Degen (Mitte) informierte sich bei Andreas Höfler (l.), dem Leiter des HGON-Arbeitskreis Main-Kinzig, und Dr. Ralf Sauerbrei(r.), dem stellvertretende Vorsitzenden der HGON, über das Beweidungsprojekt am Hässeler Weiher.

Fotos: Durch die Flächenpflege mit Heckrindern und Koniks erhalten bedrohte Pflanzenarten und Tiere ihren Lebensraum zurück.

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