Sozialverband VdK fordert Grundsicherung für Kinder

Helmut Müller.

Hasselroth
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Der Vorstand des VdK Ortsverbandes Neuenhaßlau-Gondsroth hat sich in seiner letzten Vorstandssitzung mit der VdK-Aktion zur Bundestagswahl 2021 beschäftigt, die unter dem Motto: „Gemeinsam aus der Krise! Sozialer Aufschwung jetzt!“, steht.

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Kinderarmut war dabei auch eines der Themen der Vorstandssitzung. In Hessen leben überdurchschnittlich viele Kinder in Armut. Das ist das Ergebnis einer Studie des Paritätischen zur Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland. Während 2019 bundesweit 20,5 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren als arm galten, waren es in Hessen 21,9 Prozent. Das bedeutet: Die Kinder leben in einem Haushalt, der über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt. Besonders alarmierend ist der Anstieg der Kinderarmut in Hessen. Bundesweit hat sich die Armutsquote zwischen 2010 und 2019 um 2,3 Prozent erhöht; in Hessen stieg sie im selben Zeitraum um 6,6 Prozent an. „Trotz einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung während des vergangenen Jahrzehnts ist das Ausmaß der Kinderarmut erschreckend groß“, sagt der Vorsitzende des VdK Ortsverbandes Neuenhaßlau-Gondsroth, Helmut Müller: „Drei Millionen Kinder in Deutschland wachsen mit erheblichem Mangel an allem auf, was gemeinhin zum Lebensstandard zählt, ausreichend Platz zum Wohnen, genügend Geld für gesundes Essen, für Freizeitunternehmungen und für Hobbys wie Sport oder Musik. Diese Benachteiligung von so vielen jungen Menschen können wir nicht hinnehmen.“ Der Sozialverband VdK befürchtet zudem, dass sich die Situation in Folge der Corona-Pandemie noch verschärfen könnte. „In vielen benachteiligten Haushalten fehlt die technische Ausstattung für das Homeschooling. Vor allem Kinder aus einkommensschwachen Familien laufen daher Gefahr, den Anschluss beim Lernen zu verlieren“, erläutert Helmut Müller. Das jetzige System der Familienförderung könne diese Defizite nicht auffangen. So müssen einzelne Leistungen bei verschiedenen Stellen beantragt werden, ein bürokratischer Aufwand, der viele Betroffene überfordert. Hinzu kommt, dass die Zahlungen oft miteinander verrechnet werden, so dass sie in der Summe nicht ausreichen, um den Bedarf der Kinder zu decken.

Der VdK hat sich deshalb einem Bündnis von Organisationen und Verbänden angeschlossen, dass die Einführung einer Kindergrundsicherung fordert. Darin sollen bisherige Leistungen wie Kindergeld und -zuschlag sowie der Kinderregelsatz bei Hartz-IV-Bezug zusammengefasst werden, wobei sich die Höhe der Zahlung am Einkommen der Eltern bemisst. „Jedes Kind hat einen Anspruch darauf, gut aufzuwachsen. Mit einer eigenständigen Grundsicherung für Kinder können wir eine wichtige Voraussetzung schaffen, um diesem Anspruch gerecht zu werden“, sagt der VdK Ortsverbandsvorsitzende abschließend.Zum Schluss stellte er noch das neue Buch von Verena Bentele, der Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, „Wir DENKEN NEU - damit sich Deutschland nicht weiter spaltet“, vor. Das Buch ist im Europa Verlag erschienen und kostet 12 €, ISBN: 9783958903616.

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