40 Jahre Quetschekuchefest und Anti-Rassismus-Aktion

Oberrodenbach
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Das Thema Respekt stand im Mittelpunkt des Quetschkuchefeste der Naturfreunde Hanau-Rodenbach das dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiern konnte und wie immer am ersten Sonntag im September stattfand.

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Auch dieses Jahr fanden mehreren hundert Menschen den Weg ins Naturfreudehaus um einen kurzweilieg Tag zu verbringen. „Respekt! Kein Platz für Rassismus“, seit dem 01. September zieren zwei aussagekräftige Schilder den Haupteingang des Naturfreundehauses an der Bergstraße sowie den Zugang zum Gasthaus. Es handelt sich hierbei um eine bundesweite Anti-Rassismus-Aktion der Gewerkschaft IG Metall, an der sich die Ortsgruppe aus Hanau-Rodenbach beteiligt.

„Schon aus der Geschichte der Naturfreunde heraus, die während der Nazizeit verboten waren, ist das ein ganz wichtiges Thema für uns“, erklärt die Vorsitzende der Ortsgruppe, Sigrid Bergmann. Sie stellte klar, Im Naturfreundehaus ist kein Platz für Rassismus“. Noch „wichtiger, als darüber zu reden“, sei es, diese Einstellung zu leben. „Genau das machen wir heute.“

„Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe...“, mit diesem Klassiker der Ärzte wurde das feierliche Anbringen der Tafel eingeleitet. Als kurze Zeit später die letzte Schraube festgedreht war, ließen die Naturfreunde mehrere weiße Friedenstauben gen Himmel aufsteigen, um die Symbolik noch einmal zu untermauern. Neben Bergmann und Rodenbachs erstem Beigeordneten Helmut Schwindt, richtete Kevin Eckert als Vertreter der IG Metall deutliche Worte an die Festbesucher: Aktionen wie diese seien sehr wichtig „in Zeiten, in denen die AfD in Parlamenten sitzt und Menschen gegeneinander aufhetzt – woraus Taten wie zuletzt in Wächtersbach resultieren“. Gerade jetzt müsse man sich „entschieden gegen Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit stellen“.

Die Ortsgruppe ist nicht die einzige der Naturfreunde, die sich an der Aktion beteiligt und auch die Gemeinde unterstützt die Aktion, wie Schwindt in Vertretung von Bürgermeister Klaus Schejna klarstellte. Bei den Naturfreunden gehe es nicht nur um Natur. „Aus der Tradition eines Arbeitervereins waren wir schon immer auch sozial- und gesellschaftspolitisch tätig“, erinnert Bergmann an die Ursprünge der Organisation. Es ist wichtig, Respekt vor der Natur und Mensch zu haben. „Niemand kann etwas dafür, wo er geboren ist und wir sollten uns klarmachen, dass unser Wohlstand auch auf dem Rücken anderer Länder aufgebaut wurde.“ Um ihre Haltung zu untermauern, verteilten die Naturfreunde nach dem Anbringen ihrer Schilder Jutebeutel mit der Aufschrift „Solidarität statt Ausgrenzung“, die ebenfalls von der IG Metall gestellt wurden, an die Festbesucher.

Das ernstere Thema tat der Stimmung auf dem Quetschekuchefest im Jubiläumsjahr keinen Abbruch. Unmittelbar an die Aktion schloss sich der Auftritt der Square Dancers Rodenbach an, die die Aufmerksamkeit wieder auf die Sonnenseiten des Lebens richteten. Die jüngsten Besucher durften sich beim Spielmobil Augustinchen austoben, was bei jungen Familien sehr gut ankam. Für die musikalische Untermalung sorgten unter anderem das Akkordeon Orchester Bruchköbel, das Blasorchester Rodenbach und die Jugendband Woodheads. Besonderer Dank gilt, laut Sigrid Bergmann, all den fleißigen Helfer, die vor und an dem Fest tatkräftig zum Gelingen beigetragen haben.

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