Kaufhaus Langer in Schlüchtern: Abriss ab Juli 2020

Schlüchtern
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Die Stadt Schlüchtern geht ihren kommunikativen Weg weiter: Im Erdgeschoss des ehemaligen Kaufhauses Langer ging es am Samstag bei der zweiten Auflage von „Frag doch mal die Stadt“ um das Langer-Areal und den Neubau der Kreissparkasse. Das ehemalige Kaufhaus Langer war belebt, circa 300 Interessierte wuselten am Nachmittag durchs Erdgeschoss, um sich über die zwei Großprojekte zu informieren, die in den kommenden Jahren das Stadtbild dominieren dürften: die Schaffung einer „Neuen Mitte“ auf dem ehemaligen Langer-Gelände sowie der Abriss und Neubau des Kreissparkassen-Gebäudes direkt gegenüber.

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Die zweite Auflage von „Frag doch mal die Stadt“ ging von 13:30 Uhr bis 16 Uhr.

Konkret ging es um den Abriss und Neubau der Kreissparkasse, den Abbruch des ehemaligen Kaufhauses Langer, die Planungen für das Kultur- und Begegnungszentrum sowie die generelle Baustellenkommunikation. Thomas Maus, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, erläuterte die Beweggründe für die Konzeptionierung des neuen Sparkassengebäudes: „Wir haben aktuell 7500 Quadratmeter, benötigen aber nur knapp 2500. Dort aber ein viel kleineres Gebäude hinzustellen, wäre nicht sinnvoll. Deshalb haben wir uns um eine umfassendere Lösung bemüht und sie gemeinsam mit der Firma Jökel gefunden.“ Es sind zwei schlankere Gebäude geplant, die eine Mischnutzung aus Kreissparkasse, Wohnen, Büros und Einzelhandel vorsehen. Die Sparkasse hat bereits einen Mietvertrag über 25 Jahre unterschrieben und wird sogenannter Ankermieter. „Wir bekennen uns zum Standort Schlüchtern und wollen unseren Teil zur Belebung der Innenstadt beitragen“, sagte Maus. Der Einzug in das neue Gebäude ist für Anfang 2023 geplant. Die Firma Jökel stellte an ihrem Stand ein Modell des Neubaus vor, der interessiert begutachtet wurde.

Die Schaffung einer „Neuen Mitte“ auf dem ehemaligen Langer-Areal gilt als Leuchtturmprojekt der Stadt Schlüchtern. Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) betonte: „Nicht mal ein Jahr nach dem Kauf stehen wir heute hier und können über den Abriss und geplanten Neubau berichten. Das ist sensationell, und darauf können wir stolz sein.“

Dr.-Ing. Lars Kützing und Dipl.-Ing. Michael Trost von BCI Ingenieurbau-Consult informierten über den Abbruch. „Bevor etwas Neues kommt, muss das Alte erst mal weg“, sagte Kützing. Und Trost berichtete von der Logistikplanung, der Baustellenabsperrung und der Verkehrsführung. Die wichtigsten Infos: Bahnhofs- und Poststraße werden zwischenzeitlich zu Sackgassen, die Obertorstraße bleibt komplett in Betrieb und bekommt zwei zusätzliche Zebrastreifen. Die Abrissvorbereitung soll im April beginnen, die Maschinen dann im Juli 2020 anrollen. Der ehemalige Langer und das Kreissparkassengebäude sollen „auf einen Streich“ abgerissen werden, um die Belastung in der Innenstadt möglichst gering zu halten. Trost betonte: „Wir kommen aber nicht mit der Abrissbirne, sondern legen das Langer-Gebäude sukzessiv nieder.“ Das heißt: Es wird erst entrümpelt, dann entkernt und schließlich Stück für Stück auseinandergenommen. Gearbeitet werden soll übrigens nur von Montag bis Freitag zwischen 7 und 17:30 Uhr. Im März 2021 sollen die Abrissarbeiten beendet sein.

Teil der „Neuen Mitte“ soll das Kultur- und Begegnungszentrum werden. Darüber berichtete Architekt Stefan Storch vom Architekturbüro Reith, Wehner, Storch, das für die Planung verantwortlich ist. Ende 2018 sei eine Machbarkeitsstudie durchgeführt worden, die jetzt für die konkrete Planung ausschlaggebend sei. „Die einzelnen Gebäude auf dem Areal sollen kleinteiliger werden, die Tiefgarage erhalten bleiben. Ein zentraler Aufenthaltsplatz soll geschaffen werden, der die Neue Mitte mit der Umgebung vernetzt.“ Das Kultur- und Begegnungszentrum soll als Atrium gestaltet werden und Raum bieten für: eine viergruppige Kindertagesstätte inklusive Krippe und Sprach-Kita, eine Kindererlebniswelt, das Jugendzentrum „Check in“, ein Familienzentrum, die Weitzelbücherei, Kunst und Kultur, die Europaakademie, den Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) sowie einen multifunktionalen Veranstaltungs- und Vorführungsraum. Die Stadt Schlüchtern konnte dafür 2,6 Millionen Euro Fördermittel einstreichen.

Am Vormittag wurden dieselben Themen bereits in kleinerer Runde behandelt. Vor etwas mehr als 100 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie vor Anwohnern präsentierten die einzelnen Akteure ihre jeweiligen „Baustellen“. Die Moderation übernahm Heike Fauser von der Agentur Ballcom, die gleichzeitig die Pläne zur Baustellenkommunikation vorstellte: „Wir wollen vielfältig informieren“, sagte sie. Briefe und ein Baustellenstammtisch gehörten genauso dazu wie digitale Wegweiser und klassische Pressearbeit. Weitere Ideen seien „erzählende Bauzäune“, eine Abrissparty und eine Aussichtsplattform.

Die Schäferei Lenz und das Kunterbunte Kinderzelt kümmerten sich den ganzen Tag lang darum, dass neben dem Wissensdurst auch der Hunger gestillt werden konnte.

Foto: Architekt Stefan Storch, André Fries von der Nassauischen Heimstätte, Kerstin Baier-Hildebrand aus der Stadtverwaltung, Michael Trost und Lars Kützing von BCI, Heike Fauser von Ballcom, Peter Jökel vom Bauunternehmen Jökel, Stadtplaner Olaf Bäumer, KSK-Vorstandsvorsitzender Thomas Maus, Kämmerin Lydia Kohlhepp und Bürgermeister Matthias Möller informierten alle Interessierten bei der zweiten Auflage von „Frag doch mal die Stadt“. Foto: Bensing & Reith

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