Klinik Schlüchtern: Bereiche geschlossen, Personal nach Hause geschickt

Schlüchtern
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Bis zum Montag, 16. November sind im Krankenhaus in Schlüchtern weitere Patienten und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Somit haben seit letzter Woche aktuell insgesamt 29 Patienten und 17 Mitarbeiter positive Testergebnisse. Fast alle Mitarbeiter und der überwiegende Teil der Patienten waren zum Zeitpunkt der Testung asymptomatisch, zeigten also keinerlei coronaspezifische Symptome.

Nachdem am Mittwoch, dem 11.11., zwei Patienten, die zunächst bei ihren Eingangstests negativ waren, bei routinemäßigen Wiederholungstests ein unerwartet coronapositives Ergebnis hatten, veranlasste die Klinikleitung unmittelbar bei allen Mitarbeitern und Patienten der betroffenen Bereiche eine Reihentestung. Dr. Wolfgang Hahn, Chefarzt der Medizinischen Klinik 2 und stellvertretender Ärztlicher Direktor am Standort Schlüchtern, berichtet: „Seit dem Bekanntwerden der ersten Ergebnisse ist unser höchstes Ziel, mit äußerster Konsequenz die Infektionsketten zu durchbrechen.“

So sei es für den erfahrenen Mediziner selbstverständlich, dass man neben der Absage aller planbarer Eingriffe und des Besucherstopps, der seit Freitag, den 13.11. in Schlüchtern gilt, weitere Maßnahmen ergriff. „Wir haben uns kurzfristig dazu entschlossen, die betroffenen Bereiche zu schließen“, berichtet Dr. Hahn. Dies bedeute, dass die entsprechenden Bereiche vollständig gereinigt wurden und nun komplett leer stünden. Die Patienten wurden auf Isolierstationen verlegt, das Personal nach Hause geschickt. Geschäftsführer Dieter Bartsch ergänzt: „Wir sind in unserer Entscheidung sogar so weit gegangen, dass selbst gesunde Mitarbeiter aus den betroffenen Bereichen – also Personen, die sowohl symptomfrei sind, als auch ein erstes negatives Testergebnis haben, vorerst vom Dienst freigestellt wurden.“ Im Laufe dieser Woche würden dann nochmals alle freigestellten Mitarbeiter getestet. „Wir wollen mit diesen Maßnahmen deutlich zeigen, wie sehr wir uns unserer Verantwortung bewusst sind“, betont Bartsch.

Um die größtmögliche Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter herzustellen, werden alle Personen mehrfach getestet. Dr. Hahn erklärt: „Ein Problem in der Covid-Diagnostik ist, dass Tests erst im Verlauf der Erkrankung ein positives Ergebnis zeigen. Zu Beginn der Infektion fällt ein Test üblicherweise negativ aus.“ Daher nutze man in Schlüchtern die mehrfache Wiederholung der Reihentests für eine noch höhere Sicherheit. Es sei also möglich, dass vier bis sechs Tests gemacht werden, bevor Patienten oder Mitarbeiter tatsächlich als coronanegativ eingestuft würden.

Im Hinblick auf mögliche Ursachen des Infektionsgeschehens erläutert Chefarzt Dr. Hahn: „Wir konnten nach einer systematischen Betrachtung und intensiven Recherchen mutmaßliche Infektionswege ausmachen. Die entsprechenden Infektionen konnten zuvor nicht erkannt werden, weil sie entweder keine coronaspezifischen Symptome aufzeigten, bei kürzlich zuvor stattgefunden Test negativ waren oder gar beides zusammen kam.“ Dies bestätige die Problemstellung der frühen Testung, so der Schlüchterner Internist.

Zugleich spiele aber noch ein weiterer Aspekt eine bedeutende Rolle, wie Dr. Siegfried Giernat, Leiter Gesundheitsamt Main-Kinzig-Kreis, betont: „Je größer das Infektionsgeschehen innerhalb der Gesellschaft ist, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass über Patienten, Besucher oder Mitarbeiter das Virus in Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Reha-Kliniken eingetragen wird.“ Es handele sich hierbei um ein breites, dynamisches Infektionsgeschehen, bei dem auch noch so gute Hygienekonzepte nicht verhindern können, dass es zu Eintragungen in Gesundheitseinrichtungen kommen kann.

So appelliert Geschäftsführer Bartsch: „Die angespannte Lage in zahlreichen deutschen Kliniken macht deutlich, dass in unserer Gesellschaft jetzt unbedingt alles daran gesetzt werden muss, die Anzahl infizierter Patienten zu reduzieren. Daher ist es von großer Bedeutung, dass nun jeder einzelne seinen Teil dazu beiträgt, die Durchhaltefähigkeit der Krankenhäuser zu sichern.“

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