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Dieser wird derzeit diskutiert in der Bevölkerung. Dabei spiegele er genau den Bürgerwillen wider, betont Schlüchterns Rathauschef Matthias Möller. Schließlich habe es eine umfassende Bürgerbeteiligung gegeben, die komplett mit in die Neuentwicklung eingeflossen ist. Wie der neue Stadtplatz einmal aussehen soll, hat eine Jury vor Kurzem entschieden. Dieser Entwurf des Kasseler Büros „foundation 5 +“ muss jetzt nur noch die Stadtverordnetenversammlung passieren, dann steht der Verwirklichung nichts mehr im Wege. Doch in Schlüchtern gibt es vereinzelt kritische Stimmen. Diesen tritt Bürgermeister Matthias Möller in einer Pressemitteilung der Stadt Schlüchtern entgegen: „Natürlich kann man nicht alle Menschen zufriedenstellen. Das weiß ich. Das ist auch immer das Spannungsfeld, in dem man sich in einer pluralistischen Gesellschaft bewegt.“

Dass im Nachgang an eine umfassende Bürgerbeteiligung plötzlich aber der bereits geäußerte Bürgerwille infrage gestellt werde, verwundert den Bürgermeister doch: „Das halte ich für nicht besonders demokratisch. Wir haben innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren versucht, so viele Interessengruppen wie möglich zu berücksichtigen. Wir haben Hunderte von Bürgerinnen und Bürgern befragt, wir haben transparent kommuniziert und wollen jetzt genau die zusammengetragenen Wünsche umsetzen.“

Es sei einiges getan worden um herauszufinden, was auf dem Stadtplatz gewünscht ist: Es habe ein sogenanntes Sandboxverfahren während des Hellen Marktes gegeben, bei dem die Bürgerinnen und Bürger aufzeigen konnten, was sie sich auf dem Platz vor dem Rathaus wünschen. Außerdem sei immer wieder gezielt mit Anwohnern, Händlern, den Wochenmarktbetreibern, allen politischen Gremien und zahlreichen Schlüchternerinnen und Schlüchternern gesprochen worden, betont Möller. Davor, und zwar im Jahr 2017, haben sogar noch zwei weitere Bürgerbeteiligungen zur Gestaltung der Freiflächen in Schlüchterns Kernbereich stattgefunden.

Die Ergebnisse all dieser Befragungen seien eindeutig gewesen: Gut 90 Prozent wünschen sich Sitzgelegenheiten, 70 Prozent wollen mehr Grün, fast 60 Prozent hätten gerne ein Wasserspiel oder einen Wasserlauf am Stadtplatz, und ebenfalls knapp 60 Prozent wären froh, wenn der Wochenmarkt ausgebaut würde. Bezüglich der Sitzgelegenheiten wurde sogar mehrfach angeregt, dass diese variabel und verschiebbar sein sollten, um ein größtmögliches Maß an Flexibilität zu bieten. „All diese Wünsche finden sich im neuen Stadtplatz wieder“, sagt Möller. Schließlich sei es Voraussetzung für den Architekturwettbewerb gewesen, sich nach den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung zu richten. Freilich wurde dabei auch ein ausführliches Brandschutzkonzept entwickelt, das auch die Aufstellflächen für Einsatzfahrzeuge ausweist.

Dass die Bäume ausgetauscht werden müssen, habe auch technische Gründe: Da der Stadtplatz nicht nur an der Oberfläche neu gestaltet wird, sondern auch unter der Oberfläche sämtliche Leitungsverläufe der Versorgungsstränge erneuert werden, sei der Erhalt des Baumbestandes nahezu unmöglich. „Deshalb haben wir die Chance genutzt, einen neuen Baumbestand einzupflanzen. Die Amberbäume entsprechen den Klimaprognosen und beschädigen mit ihren Wurzeln nicht das dann neu geschaffene Leitungsnetz“, erläutert Möller.

„Was wir hier geboten haben, ist Stadtentwicklung mit Bürgerbeteiligung aus dem Lehrbuch“, sagt Möller: „Ich bin ein großer Freund von Dialog. Und ich finde es gut, wenn kontrovers diskutiert wird.“ Genau das sei ja passiert. „Wir haben bundesweit Lob und Anerkennung für unsere bürgernahe Stadtentwicklung bekommen.“ Dabei spielt Möller auf neue Formate wie „Frag doch mal die Stadt“ oder die Livestreams beispielsweise zum Langerabriss an, er meint aber auch das Sandboxverfahren und die umfangreiche Beteiligung zur Neugestaltung des Stadtplatzes. Möller: „So etwas gibt es nicht in vielen Städten dieser Größe.“

Zu einer Bürgerbeteiligung gehöre aber auch, dass man die gemeinsam entwickelten Entscheidungen anschließend auch respektiere, selbst wenn einem nicht alles gefalle. „Das ist Demokratie. Der neue Stadtplatz spiegelt den ermittelten Willen wider. Und darum geht’s.“ Der Bürgermeister ist der Meinung: „Geredet haben wir. Jetzt bauen wir.“ Möller appelliert deshalb an die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, den Siegerentwurf zu beschließen. Schließlich gehe es auch um Fördermittel in Höhe von einer Million Euro, die bis Ende 2022 abgerufen sein müssen.

Foto: Rege Beteiligung gab es beim Sandboxverfahren während des Hellen Marktes. Foto: Stadt Schlüchtern

Foto: Die Bürgerinnen und Bürger konnten mitteilen, was sie sich für den neuen Stadtplatz wünschen. Foto: Stadt Schlüchtern

Foto: Das Kasseler Büro „foundation 5 +“ hat die Ergebnisse der Bürgerbeteiligungen mit in den Entwurf einfließen lassen. Foto: Stadt Schlüchtern

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