Öffentlicher Nahverkehr soll attraktiver werden

Schöneck
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Die Grünen in Schöneck wollen mehr Bürger für die Nutzung von Bussen und Bahnen gewinnen – etwa durch optimierte Linienführung und Taktung öffentlicher Verkehrsmittel sowie verbesserte Haltestelleninfrastruktur.

Die Fraktion der Grünen fordert in einem Antrag an die Gemeindevertretung, verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs zu prüfen. „So wie sich die Situation heute vielerorts darstellt, ist es nicht verwunderlich, wenn nur diejenigen Busse und Bahnen nutzen, die keine andere Möglichkeit haben“, begründet Wolfgang Seifried, der den Antrag für die Grünen-Fraktion einbringen wird, den Vorstoß.

Auslöser war ein Vorschlag aus dem Ortsbeirat Büdesheim, den Wartebereich an der Bushaltestelle in der Südlichen Hauptstraße zu überdachen. Im Prüfantrag der Grünen sind nun weitere nicht überdachte Bushaltestellen im Ortsgebiet aufgeführt. Außerdem soll die Deutsche Bahn aufgefordert werden, den Regenschutz an den Bahnhöfen Büdesheim und Oberdorfelden zu vergrößern. Kilianstädten wird ausdrücklich ausgeklammert: Hier setzen Schönecks Grüne auf den angestrebten Ausbau der Niddertalbahn, mit dem der Bahnhof auf die andere Straßenseite versetzt würde.

Mit einer veränderten Linienführung innerhalb Büdesheims könnten nicht nur geeignetere Plätze für überdachte Haltestellen gefunden, sondern auch der Fußweg vieler Fahrgäste zur nächsten Haltestelle verkürzt werden. Beispielsweise hätten im Ostteil ansässige Büdesheimer heute teilweise mehr als einen Kilometer Wegstrecke zu gehen. Deshalb soll eine zusätzliche Schleife über Wiesenau und Bahnhofstraße geprüft werden, die zugleich für Bahnnutzer den direkten Anschluss an den Busverkehr erleichtern würde. Kurzfristige Hilfe für Bahnreisende versprechen sich die Grünen von neuen Wegweisern an den Bahnhöfen zur jeweils nächsten Bushaltestelle, da diese nicht direkt sichtbar seien.

Extra-Schleifen in der Linienführung haben einen klaren Nachteil: Sie verlängern die Fahrtdauer. Hierzu stellen die Grünen einen weitergehenden Vorschlag zur Diskussion. Bei einer strikten Trennung der Bus-Linien 31 und 32 nach Hanau, die sich heute teilweise in Büdesheim und Kilianstädten überschneiden, würde die Zeit für die Schleifen nur die Büdesheimer Fahrgäste betreffen, die auch von ihnen profitieren. Das Prüfen der Buslinienverläufe führte die Grünen schließlich zu noch einem Aspekt in ihrem Antrag – dem Einbeziehen der Bahnlinien in die Überlegungen. Von Büdesheim beispielsweise gelange man per Bahn in nur 20 Minuten nach Hanau-Nord, sofern der Anschluss in Nidderau klappe. Da dies aber allzu häufig nicht der Fall sei, soll geprüft werden, ob hier die Zuverlässigkeit etwa durch eine Verlängerung der Anschlusszeit gesteigert werden kann.

Seifried räumt ein: „Wir wissen, der öffentliche Nahverkehr ist komplex. Die Linienführung, die Umlaufzeiten und die Vertaktung haben viele Abhängigkeiten. Dreht man an einem Rädchen, greifen eventuell andere nicht mehr ineinander. Sicher wird nicht alles gehen, was wir mit diesem Antrag geprüft wissen wollen. Aber wenn alleine einer der Punkte nach Prüfung durch die Experten sich als leicht umsetzbar erweisen sollte, dann wäre doch schon etwas gewonnen.“

Foto: Bahnhofstraße: Eine zusätzliche Bushaltestelle würde hier für Fahrgäste aus dem Büdesheimer Osten die Fußwege von teilweise über einem Kilometer deutlich reduzieren.

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