Sicherheit mit den Bürgern für die Bürger

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Maintal ist nicht Gründau, Hanau nicht Gelnhausen. Was zunächst banal klingt, ist immer dann hervorzuheben, wenn man nach allgemein gültigen Lösungen sucht, zum Beispiel für die Kriminalprävention.

Wovor sich die Bürger an bestimmten Orten in Hanau fürchten, ist für vergleichbare Orte in Gelnhausen vielleicht völlig unerheblich. Auf dieser Erkenntnis setzt KOMPASS auf, das „KOMmunalProgrAmm SicherheitsSiegel“. Die bundesweit einmalige Initiative hat zunächst in den beiden Main-Kinzig-Modellkommunen Hanau und Maintal sowie zwei Kommunen im Taunus begonnen. Dort werden passgenaue Sicherheitskonzepte von den beteiligten Sicherheitspartnern Kommune, Polizei, Bürger und weiteren gesellschaftlichen Akteuren erarbeitet und gemeinsam umgesetzt.

„Absolut wirkungsvoll“

„Das ist ein wegweisendes Programm“, so die Hanauer Politikerin Srita Heide, Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Sicherheit vor Ort“ der CDU Main-Kinzig. Die AG hat sich jüngst genauer mit der Initiative des hessischen Innenministeriums befasst und Prof. Britta Bannenberg vom Fachbereich Rechtswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen zum Gespräch nach Gelnhausen eingeladen. Die Kriminologin hält in Gießen eine Professur für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug und „evaluiert“ KOMPASS für die nächsten Jahre, prüft es also wissenschaftlich. Was sie schon heute sagen kann: „Die Idee der kommunalen Kriminalprävention ist in der Wissenschaft schon länger als wirksam bekannt.“ Und mehr noch: „KOMPASS ist nicht nur eine symbolpolitische Maßnahme, sondern wirklich gewollt.“

Auch die Gelnhäuser CDU hat KOMPASS jüngst als Antrag ins Stadtparlament eingebracht. Das hat dem nicht nur mit wenigen Enthaltungen zugestimmt, sondern auch entschieden, dass sich der – ebenfalls in dieser Sitzung beschlossene – Präventionsrat als erstes um KOMPASS kümmern solle, so Christian Litzinger, Fraktionsvorsitzender der CDU Gelnhausen. „Unser Ziel ist, weitere Kommunen im Main-Kinzig-Kreis auf die Initiative aufmerksam zu machen und parteiübergreifend dafür zu begeistern“, so Srita Heide. Tatsächlich haben laut Bannenberg schon über 100 hessische Kommunen ihr Interesse bekundet.

Weder aufwändig noch teuer

Unübersichtliche Ecken, fehlende Beleuchtung, vermüllte Plätze – das seien die Klassiker, die Kriminelle anziehen, so die Professorin. Überspitzt formuliert: „Menschen lassen sich lieber auf der Hauptverkehrsstraße anfahren als in dunklen Unterführungen überfallen.“ Kommunen, die dem nichts entgegenhalten, bekämen nachhaltige Probleme. In der Regel müssten die Sicherheitsmaßnahmen auch weder aufwändig noch teuer sein. Bannenbergs wichtigster Ratschlag an die Kommunalpolitik: „Kriminalitätsprobleme zu ignorieren, hilft nicht weiter. Man muss sie offen thematisieren und dann dagegen vorgehen – und das im Dialog mit den Bürgern. Dafür steht die Initiative KOMPASS, die ich als praxisbezogene Wissenschaftlerin ausdrücklich empfehle.“

Foto: 1. Reihe von links Christian Litzinger, Petra Schott-Pfeiffer, Srita Heide, Prof. Britta Bannenberg, Günter Brandt.

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