Thermo Fisher: Kreistag erhöht Druck auf Konzernspitze

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Der Kreistag hat sich erneut für einen Erhalt der gefährdeten Arbeitsplätze beim Unternehmen „Thermo Fisher“ in Langenselbold ausgesprochen. „Wenn ein Unternehmen von einem Rekordumsatz zum nächsten eilt, ist es nicht zu akzeptieren, dass Stellen bei uns abgebaut werden“, erklärte Landrat Thorsten Stolz (SPD), der mit einem Dringlichkeitsantrag das Thema erneut auf die Tagesordnung brachte.

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Anlass für die neuerliche Initiative war die Ablehnung der Konzernspitze, mit der Gewerkschaft IG Metall in Gespräche über rechtsverbindliche Zusagen zur Standort- und Beschäftigungssicherung einzusteigen. Zahlreiche Mitarbeiter machten zu Beginn der Kreistagssitzung mit Transparenten von Zuschauertribüne auf ihre Situation aufmerksam.

„Unter dem bewährten Motto ‚Eine Region steht auf!‘ setzt sich der Main-Kinzig-Kreis für eine faire Unternehmenspolitik ein. Die guten Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass die Politik hier ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt“, will der Kreistag mit dem einstimmigen Beschluss nach der Verabschiedung einer Resolution im Juni erneut ein deutliches Zeichen setzen und weitere Bündnispartner aktivieren. „Ich brauche keine Arbeitsplätze in Ungarn, sondern hier in der Mitte von Europa“, erklärte Uwe Häuser für die CDU. „Die Situation ist irre, seit Mai besteht diese Ungewissheit, so geht man nicht mit dem wichtigsten Gut eines Unternehmens um“, zeigte sich auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Schejna solidarisch. Abgelehnt wurde ein Ergänzungsvorschlag der AfD, wonach sich der Kreisausschuss im Fall von „unvermeidbaren Entlassungen“ mit der IHK und weiteren Wirtschaftsverbänden im Kreis in Verbindung setzen sollten, um die Betroffenen bei der Suche nach einem neuen Job zu unterstützen. „Falsches Signal“, entgegnete Stolz, „ich will keinen Plan B, ich will einen Plan A“, lehnte auch Häuser diese Ergänzung ab. „Der Kampf ist noch nicht zu Ende“, kündigte Reiner Bousonville (Grüne) weiteren politischen Widerstand gegen einen geplanten Stellenabbau an. Laut Beschluss erwartet der Kreistag von der örtlichen Geschäftsführung von Thermo Fisher über die allgemeinen öffentlichen Verlautbarungen hinaus  ein verbindliches und umfassendes Bekenntnis zum Standort Langenselbold. Dies ist im Rahmen eines Standortsicherungskonzeptes zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat verbindlich festzulegen. Mit Blick auf die gute Wirtschaftslage des Konzerns sowie die Investitionen am Standort Langenselbold bekräftigt der Kreistag zudem sein Unverständnis über die Ankündigung, dort circa 100 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Der Kreisausschuss wurde beauftragt, diese Erwartungen des Kreistages gegenüber der Konzernleitung zu vertreten und eine entsprechende schriftliche Stellungnahme zu verlangen.

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