Schulsituation: Gewerkschaft soll "Ross und Reiter" nennen

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Die Kreisspitze hat die Kritik am aktuellen Schulbetrieb im Main-Kinzig-Kreis erneut zurückgewiesen. Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatten sich in den vergangenen Wochen mehrfach zu Wort gemeldet und unter anderem die Ausstattung mit Schutzausrüstung an den Schulen kritisiert (wir berichteten). Nun will die Kreisspitze das direkte Gespräch mit den GEW-Vertretern suchen.

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Der Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Winfried Ottmann (CDU) forderte am Freitag in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Kreistages die Schulleitungen, aber auch einzelne Lehrkräfte auf, sich bei Problemen direkt an den Kreis zu wenden: „Es macht mich traurig, wenn dies in einer demokratischen Gesellschaft nicht möglich sein soll.“ In Sachen Hygiene seien die Schulen im Main-Kinzig-Kreis gut aufgestellt, dabei sei aber zu berücksichtigen, dass laut Gesundheitsamt für die Handwäsche kaltes Wasser und Seife ausreichen würden. Desinfektionsmittel hingegen würden weitere Gefahren beinhalten, wenn sie beispielsweise in die Augen kämen. Ottmann: „Wir üben jetzt in den Schulen das gemeinsame Händewaschen.“ Hausmeister seien angewiesen, den Bestand in den Waschräumen zweimal am Tag zu kontrollieren.

Ausreichend seien auch die Informationen, die an die Schulen hinsichtlich möglicher Coronavirus-Infektionen gegangen seien. Sowohl Schulleitungen als auch Erziehungsberechtigte hätten Richtlinien erhalten, in denen drei verschiedene Fallgestaltungen aufgeführt seien. Laut Ottmann nicht das einzige Informationsmaterial für die Schulen: „Die Schulleitungen müssen nur die ganzen Papiere, die sie von uns bekommen haben, umsetzen.“ Geklärt sei auch, dass alle durch die Corona-Pandemie zusätzlich anfallenden Ausgaben nicht an die Schulbudgets angerechnet werden.

Auch die Kritik am Busverkehr wies Ottmann zurück: „Wir haben an der Kopernikusschule Freigericht einen Bus-Zug für 120 Schüler und Schüler eingesetzt, aus dem dann fünf aussteigen“, sei es aber nun mal auch so, dass diese Fünf dann gemeinsam auf der Rückbank sitzen. Ein Verstoß gegen die Regeln sei aber auch das nicht: So lange Mundschutz getragen werde, müssten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) die Abstandsregeln nicht eingehalten werden, so Ottmann. Zudem seien die Ordnungsämter der Kommunen gebeten worden, an den Bushaltestellen Kontrollen durchzuführen. Allerdings gebe es auch Einschränkungen, da einige Unternehmen ihre Busse abgemeldet hätten und die Fahrer in Kurzarbeit seien. Kontrollen in den Bussen lehnte Ottmann ab. Wie es ab kommenden Montag laufen werde, wenn weitere Schüler zum Präsenzunterricht zurückkehren, müsse abgewartet werden: „Wir wissen nicht, wie viele den ÖPNV nutzen werden.“

Besonders gut aufgestellt sei der Main-Kinzig-Kreis im Bereich der Digitalisierung, vor allem dank der Breitband-Anbindung von inzwischen fast allen Schulen. Auch die Software „Office 365“ stehe mittlerweile fast an allen Schulen zur Verfügung. Mittels einer Umfrage will der Kreis nun unter anderem herausfinden, welche technischen Geräte den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen und ob für den Online-Unterricht zu Hause die Internetanbindung ausreichend sei.

„Sprecht doch einfach mit uns“, so die Aufforderung von Ottmann an die Verantwortlichen in den Schulen, die von Landrat Thorsten Stolz (SPD) noch forciert wurde: „Wir holen uns die GEW-Vertreter in der nächsten Woche zu einem Gespräch und dann sollen die mal Ross und Reiter nennen, welche Schulen gemeint sind.“

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