"Alle können mitmachen beim Masterplan Mobilität"

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"Menschen bewegen die Region" - unter dieses Motto stellt der Regionalverband FrankfurtRheinMain den Beteiligungsprozess zum Masterplan Mobilität.

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Dabei haben in zwei Bürgerforen mehr als 150 Bürgerinnen und Bürger Vorschläge zur Zukunft der Mobilität in der Region gemacht. Um einen schnellen, einfachen Zugang zum Thema zu ermöglichen, wurde ein neues Veranstaltungsformat entwickelt, bei dem auf übliche Begrüßungsreden und diagramm- und zahlenlastige Frontalvorträge mit Reihenbestuhlung komplett verzichtet wurde. Das offene Raumkonzept ermutigte stattdessen dazu, sich ständig im Raum zu bewegen, sich in laufende Gespräche einzumischen und sich spontan mit eigenen Ideen einzubringen. Kleine Orientierungshilfen boten hierbei vier im Raum verteilte "Mobilitätsinseln", an denen je zwei MitarbeiterInnen des Regionalverbandes dafür sorgten, dass keiner der vorgebrachten Vorschläge verloren ging. Eine besondere Rolle spielte das "Rote Sofa": Wer eine Frage zum Thema Mobilität hatte, konnte diese hier einem selbstgewählten, kompetenten Ansprechpartner stellen. Dieses offene und sachbezogene Format vor Ort kam bei allen Teilnehmenden sehr gut an. Leider mussten aufgrund der aktuellen Beschränkungen in der Corona-Pandemie drei weitere vorgesehene Veranstaltungen abgesagt werden.

"Die rege Beteiligung und die engagierten Diskussionen auf unseren Foren haben gezeigt, dass es im Hinblick auf die Mobilität ein großes Interesse und viel Kompetenz bei den Bürgerinnen und Bürgern gibt", stellt der Erste Beigeordnete und Mobilitätsdezernent des Regionalverbandes Rouven Kötter (SPD) fest. "Umso wichtiger ist es mir, dass auch in der momentanen Situation, in der größere Veranstaltungen nicht möglich sind, dieses Potenzial zum Tragen kommt." Deshalb bietet der Regionalverband auf seiner Internetseite die Möglichkeit, Vorschläge und Ideen zur zukünftigen Mobilität in der Region einzubringen.

Von dieser Möglichkeit wurde und wird von vielen Menschen Gebrauch gemacht. So konnte das Team des Regionalverbandes aus bisher knapp 300 - vor Ort und online eingereichten - Vorschlägen etwa 125 konkrete Punkte herausfiltern. Diese wurden - noch ohne Wertung - zur besseren Übersicht zu Themenbereichen zusammengefasst. Sie beziehen sich vorrangig auf die Handlungsfelder Verkehrsinfrastruktur (40), Steuerinstrumente (25) und Dienstleistungen/Angebote (21). Weitere Themen, die für die Menschen wichtig sind, sind beispielsweise Mobilitätskultur, Digitalisierung, Wissenstransfer oder Kommunikation.

"Nicht die Vielzahl der an uns herangetragenen Ideen ist es, die uns beeindruckt, sondern die Qualität der klar formulierten und ausgereiften Vorschläge. Natürlich haben die meisten einen lokalen Bezug, lassen sich aber leicht auf ähnliche Räume in der Region übertragen. Wir erkennen auch eine zunehmende Bereitschaft der Menschen, nicht nur Lösungen gegen den Verkehrsinfarkt von Politik und Verwaltung zu fordern, sondern zum Erreichen dieser Lösungen auch selbst neue Wege zu gehen und neue Formen und Angebote der Mobilität auszuprobieren. Die Beteiligung hat uns gezeigt, wie breit und ganzheitlich das Thema Mobilität von der interessierten Öffentlichkeit wahrgenommen und auf Augenhöhe diskutiert wird. Das macht richtig Spaß", so der für den Masterplan Mobilität zuständige Fachbereichsleiter Georgios Kontos.

Viele der Anregungen kann man unter dem Dreiklang "Sanieren, Verbessern und Ausbauen" zusammenfassen. Andere Vorschläge setzen eine Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren aus der Region voraus. So regen die Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel an, das Zufußgehen und das Radfahren, die in diesen Tagen nochmals mehr an Attraktivität gewinnen, zu fördern und auszubauen. An einer App, die alle vorhandenen Mobilitätsangebote gleich von welchem Anbieter bündelt und den einfachsten oder attraktivsten Weg aufzeigt, soll ebenso weiter gearbeitet werden wie an Lösungsansätzen, die an bestimmten Tagen oder Situationen ein mobiles Arbeiten von zu Hause aus ermöglichen.

Früh übt sich: Schon in Kitas und spätestens mit Schulbeginn soll das Thema Mobilität fester Bestandteil der Erziehungs- und Lehrpläne sein. Weitere Vorschläge thematisierten die meist unzureichende Qualität zahlreicher Haltepunkte des öffentlichen Nahverkehrs. Diese sollen regelmäßiger gewartet und deren Erreichbarkeit mit gut ausgebauten Fußwegen verbessert werden. Angeregt wurde auch eine Mobilitätsflatrate: bequem einsteigen, ohne über den Preis oder ein notwendiges Ticket nachzudenken zu müssen, dies bei beliebig vielen Fahrten, ob mit den Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs, mit Leihrädern, Carsharing oder in Kombination. "Dazu benötigt man natürlich vernetzte Anbieter, die miteinander kooperieren, und vor allem flächendeckende Sharing-Angebote in der Region, gerade in den ländlicher geprägten Räumen. So könnte eine attraktive Alternative zur Nutzung des privaten Pkws entstehen, die den einen oder die andere vielleicht sogar zum Verzicht auf den Besitz anregt. Die Idee schont den eigenen Geldbeutel und bringt die Mobilitätswende voran", ist sich Rouven Kötter sicher.

Die bisher eingegangenen Ideen zum Masterplan Mobilität, das Formular zur Online-Beteiligung sowie die Dokumentation der vergangenen Veranstaltungen stehen auf der Homepage des Verbandes (www.region-frankfurt.de/mm).

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