Weihnachtsmärkte: Neue Konzepte braucht das Land

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Die Veranstaltungsbranche in Deutschland und Europa steht vor einer ungewissen und herausfordernden Zukunft. Eine sich dynamisch verändernde Pandemielage lässt aktuell vielen Unternehmer keine Chance auf eine solide Jahresplanung. Aufgrund der jüngsten Vereinbarung der Ministerpräsidenten sind Großveranstaltungen bis Ende des Jahres 2020 verboten.

Beim Treffen mit Unternehmer und Event-Experte Peter Roie beriet der Kreisverband Main-Kinzig der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU neue Veranstaltungs- und Eventmöglichkeiten für den Main-Kinzig-Kreis. „Mit dem Verbot von Großveranstaltungen etc. hat eine ganze Branche ein 'Quasi-Berufsausübungsverbot' erhalten. Diese Situation dauert jetzt bereits über ein halbes Jahr an, eine Lockerung ist mit Blick auf das unkalkulierbare Infektionsrisiko derzeit nicht in Sicht. Viele kleine und große Veranstaltungsunternehmen, darunter auch eine große Anzahl an familiengeführten Traditionsbetrieben, kämpfen derzeit ums finanzielle Überleben“, informiert der stellvertretende MIT-Kreisvorsitzende Patrick Heck einleitend.

Bekanntermaßen gebe es im Main-Kinzig-Kreis diverse überregional durch Konzerte, Comedy-Veranstaltungen, Messen, Sport-Events und traditionelle Weihnachtsmärkte bekannt gewordene Event-Flächen, wie etwa den Langenselbolder Klosterberg, der Ober- und Untermarkt in Gelnhausen oder das Wächtersbacher Messegelände. Zum gemeinsamen Austausch über die Probleme der Veranstaltungsbranche hat sich der Kreisvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsunion jüngst in der Steinbildhauerei Rode in Linsengericht getroffen.

„Die Schausteller- und Veranstaltungsbranche ist wie viele andere auch unverschuldet in diese Situation geraten. Von heute auf morgen wurde unserer Branche die Geschäftsgrundlage entzogen. Für uns Marktbeschicker steht die Gesundheit unserer Gäste an erster Stelle. Es ist aber auch wichtig, dass seitens der Politik jetzt wirklich Bewegung und nicht nur Solidaritätsbekundungen in die Thematik kommt, sonst erleidet die gesamte Branche irreparablen Schaden und tausende Arbeitsplätze gehen verloren. Damit die Wiedereröffnung der Volksfeste schnell wieder möglich wird hat unser Verband zusammen mit der Project M GmbH, der IHK, der DEHOGA und vielen weiteren Akteuren in den letzten Monaten Handlungsleitlinien und Empfehlungen erarbeitet, darunter eine Machbarkeitsstudie zur Durchführung der Weihnachtsmärkte in Zeiten der Corona-Pandemie. Mit dieser Grundlage haben die politischen Entscheidungsträger nun eine fachliche Handlungsgrundlage damit sich Karussells in Hessen und Umgebung bald wieder drehen und Weihnachtsmärkte stattfinden können. Es gibt unsererseits aber auch Überlegungen in den Städten und Gemeinden zukünftig neue regionale Open-Air Konzepte umzusetzen und so für etwas Abwechslung im Corona-Alltag zu sorgen“, erklärte Peter Roie zu den aktuellen Planungen.

Ganz konkret brachte Roie für das nächste Frühjahr die Idee ins Spiel, eine Pop-Up Mini-Golfanlagen im Main-Kinzig-Kreis zwischen Maintal und Sinntal auf Tour gehen zu lassen. Auch die Idee eines mobilen Freizeitparks mit modernem Hygiene- und Abstandskonzept sowie Besucherbegrenzung könnte im Kreis realisiert werden. Aber auch einzelne Blickfängerattraktionen, wie etwa ein Riesenrad oder ein Kettenkarussell sind in den Städten und Gemeinden realisierbar und locken Besucher und Kunden in die Stadt. „Die Politik muss erkennen, dass stationäre Freizeitparks und eine mobile Kirmes sowie Events letztendlich gleich zu behandeln sind. Es ist für viele Bürger aber insbesondere für Unternehmer der Veranstaltungsbranche nicht nachvollziehbar, dass Großveranstaltungen verboten bleiben aber internationale Messen bereits wieder ihre Tore öffnen. Wir glauben nicht, dass der Virus zwischen Freizeitveranstaltungen und Geschäftsterminen unterscheidet. Eine Stadtverwaltung hingegen hat konkreten Einfluss darauf ob vor Ort ein besinnlicher und familienorientierter Weihnachtsmarkt oder eben ein „Après-Ski-Ambiente“ mit Partyatmosphäre entsteht“ so der MIT Kreisvorsitzende und Gelnhäuser Stadtrat Volker Rode weiter.

Aktuell stehen in vielen Kommunen des Main-Kinzig-Kreises noch viele Fragezeichen hinter der Weihnachtsmarktsaison 2020. „Wir befürchten, dass wir hinsichtlich der Weihnachtsmärkte in die gleiche Situation kommen werden wie bei der Debatte um die Öffnung von Freibädern und Seen vor einigen Wochen. Ein Weihnachtsmarkt gehört für viele zur christlichen Adventszeit dazu. Wenn eine Stadtverwaltung bewusst oder aus finanziellen Gründen auf ihren Markt verzichtet, werden die umliegenden Märkte automatisch stärker frequentiert. Das Problem verlagert sich somit nur an andere Stellen im Kreisgebiet und ob Online-Tickets für Time-Slots auf Weihnachtsmärkten mit der bekannt ausgelassenen Weihnachtsstimmung in Einklang zu bringen sind, ist aktuell noch nicht so richtig vorstellbar, auch wenn das technisch machbar wäre. Wenn sich ein zentraler Weihnachtsmarkt wie in den vergangenen Jahren nicht umsetzten lässt, müssen sich die Politiker frühzeitig Gedanken über dezentrale Konzepte, finanzielle Fördermöglichkeiten und die Einbindung der lokalen Einzelhändler machen“, so der Kreisvorstand.

Abschließend wurde seitens der MIT Main-Kinzig einstimmig der Beschluss gefasst, die Durchführung von Volksfesten und Weihnachtsmärkten sowie öffentlichen Veranstaltungen in Kreis, Land und Bund unter Beachtung der gültigen Corona–Erlasslage zu unterstützten und zu fördern.

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