Im Main-Kinzig-Kreis eröffnet sich Bürgerinnen und Bürgern damit die Möglichkeit, auf ökologisch und sozial verträgliche Verkehrsmittel umzusteigen. Das Experiment wird von der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG) in Zusammenarbeit mit dem ISOE durchgeführt. Zum Auftakt werden am 16. Juni im Main-Kinzig Forum in Gelnhausen sowie am 18. Juni am Rathaus in Maintal die Fahrräder übergeben.
Der Umstieg ist nicht immer einfach. Wie wäre es deshalb, Alternativen zum gewohnten Pendeln mit dem Auto testen zu können? Das Reallabor macht es möglich. In den kommenden Monaten nehmen 59 Personen aus dem Main-Kinzig-Kreis an dem Projekt teil. In dem Pendelexperiment der KVG und des ISOE erproben 44 Personen ein E-Bike, 12 Personen ein E-Lastenrad und 12 Personen den öffentlichen Nahverkehr (9 davon in Kombination mit dem E-Bike oder E-Lastenrad).
Der Auftakt des Experiments findet am 16. Juni in Gelnhausen und am 18. Juni in Maintal statt – und zwar mit der Übergabe der Räder durch den Vertragspartner Riese & Müller. Aufgrund der Vielzahl an Teilnehmenden und der Größe des Main-Kinzig-Kreises haben sich die Projektverantwortlichen für Übergabetermine in den beiden größten Städten des Landkreises entschieden. Bis Ende Oktober haben die Teilnehmenden Gelegenheit, sich in ihren neuen Pendelalltag einzufinden und neue Routinen aufzubauen. „Wir erhoffen uns vom Pendelexperiment, dass die Teilnehmenden die Vorteile nachhaltiger Mobilität entdecken und weitere Bürgerinnen und Bürger in der Region ermutigt werden, Alternativen zum Auto auszuprobieren“, erläutert Jannik Marquart, Kreisbeigeordneter und Kreisverkehrsdezernent.
Die Stadt Maintal hat während der Bewerbungsphase großes Interesse an dem Projekt gezeigt. Kein Wunder also, dass besonders viele Teilnehmende in Maintal leben oder arbeiten. „Maintal liegt zwischen Frankfurt und Hanau – viele Menschen pendeln hierher, häufig mit dem Auto. Das Pendelexperiment soll dazu beitragen zu zeigen, dass Bürgerinnen und Bürger aus Maintal mit dem Fahrrad und in Kombination mit dem Stadtbusverkehr gut zur Arbeit kommen können“, so Monika Böttcher, Bürgermeisterin der Stadt Maintal.
Dreh- und Angelpunkt für nachhaltige Mobilität: Veränderungen von Routinen
„Die Veränderung einer Routine wie zum Beispiel der gewohnte Weg zur Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt für eine nachhaltige Alltagsmobilität“, sagt Luca Nitschke, Mobilitätsforscher am ISOE. „Diese Veränderung ist mit einer mitunter intensiven Umgewöhnung und vielen Fragen verbunden, die wir während des Pendelexperiments mit den Teilnehmenden angehen wollen.“ Was ist der beste Weg, um mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz zu kommen? Welche Ausrüstung brauche ich, um alles transportieren zu können und jedem Wetter gewachsen zu sein? Wie lange brauche ich für den neuen Arbeitsweg und welche anderen Alltagswege kann ich ohne Auto unternehmen? Die Antworten, die die Teilnehmenden finden, werden im Rahmen des Experiments auch an die Bürgerinnen und Bürger sowie die Planungsverantwortlichen in der Region weitergegeben.
Das Mobilitätsexperiment ist Teil des praxisorientierten Forschungsprojekts transform-R und wird gemeinsam mit dem Regionalverband FrankfurtRheinMain umgesetzt. „Für uns geht es dabei nicht um Theorie, sondern ums Machen: Dinge ausprobieren, neue Wege testen und konkrete Verbesserungen vor Ort anstoßen“, sagt Rouven Kötter, Erster Beigeordneter und Mobilitätsdezernent des Regionalverbands FrankfurtRheinMain. „Wir wollen Möglichkeiten schaffen, damit der Umstieg auf Fahrrad, Bus und Bahn im Alltag wirklich funktioniert. Mobilität muss Spaß machen, gleichzeitig sicher, verlässlich und komfortabel sein – nur dann wird sie auch angenommen. Die Mobilitätsexperimente liefern genau die Erkenntnisse, die wir brauchen, um diese Angebote besser zu verknüpfen und Schritt für Schritt attraktiver zu machen.“
Weitere Informationen zum Experiment und zum Projekt finden Sie unter https://www.transform-region.de//Anders-Pendeln/



„Wenn kein Bus oder keine Bahn fährt, kaufen Sie sich einfach ein Elektroauto.“
Das Problem der ländlichen Anbindung an die „Zivilisation“ gab und gibt es schon immer.
Im politischen Diskurs scheint es solche Dinge jedoch kaum zu geben, sonst würden nicht immer wieder Forderungen auftauchen wie „Fahrrad statt Auto“ oder „mehr Bus und Bahn“.