Ein Tag als FSJler in der Heinrich-Hehrmann-Schule

Schlüchtern
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Lisa Walther hat die in diesem Schuljahr ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Heinrich-Hehrmann-Schule in Schlüchtern absolviert.

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„Um zehn vor acht komme ich in die Schule und bereite das Klassenzimmer für den Tag vor. Dazu gehören das Aufstellen des Stuhlkreises und das Aufhängen des Stundenplans. Danach spreche ich mit den Kollegen über den Ablauf des Schultages und darüber, welches Kind von welchem Mitarbeiter betreut wird. Manchmal erhalte ich Tipps zum Umgang mit den Schülern. Um viertel nach acht kommen die ersten Kinder in die Klasse. Dann heißt es für mich, den Schülern beim Umziehen zu helfen sowie mit ihnen gemeinsam die Mitteilungshefte und das Frühstück aus der Schultasche zu packen. Danach spiele ich mit den Kindern, bis der Unterricht beginnt“, berichtet Lisa Walther, die in diesem Schuljahr ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Heinrich-Hehrmann-Schule leistet, über ihre Aufgaben im hauswirtschaftlichen, pflegerischen und erzieherischen Bereich.

In diesem Schuljahr haben in der Heinrich-Hehrmann-Schule insgesamt vier junge Leute ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Dieses stellt für Menschen bis zum 27. Lebensjahr nach Abschluss ihrer Vollzeit-Schulpflicht eine Chance dar, sich selbst persönlich weiterzuentwickeln und darüber hinaus anderen zu helfen. Die Heinrich-Hehrmann-Schule in Schlüchtern wird von Schülerinnen und Schülern mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen besucht, die unterschiedliche Unterstützungsbedarfe aufweisen. Jede Lerngruppe wird von multiprofessionellen Teams gefördert, die sich aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammensetzt. Das bietet dem FSJler/der FSJlerin vielfältige Möglichkeiten der beruflichen Orientierung. So fühlt sich mancher in seinem Berufswunsch bestätigt, Förderschullehrer, Sozialpädagoge oder Erzieher zu werden. „Durch dieses Jahr weiß ich, dass es ein sehr schöner Beruf ist. Allerding kann ich es mir nicht lebenslang vorstellen, da ich zu sensibel reagiere, wenn Kinder Anfälle oder ähnliches haben“, meint Lisa.

Aber auch für die persönliche Weiterentwicklung bietet das FSJ eine große Chance. So berichtet Belaime, dass er gelernt habe, „dass man nicht verzweifeln muss, auch wenn es nicht immer so läuft, wie geplant. Es bringt nichts, sich dadurch Druck zu machen“. Lisa betont, „dass sie definitiv gelernt habe, wie man mit Kindern mit Behinderung umgeht und wie man mit ihnen am besten arbeiten könne.“ Darüber hinaus empfinde sie mehr „Akzeptanz gegenüber anderen“: „Die Zeit hier in der Schule hat mir viel gebracht und ich bin sehr dankbar für diese Zeit. Ich bin definitiv offener geworden und kann besser auf Menschen zugehen. Außerdem bin ich jetzt in der Lage, mehr Verantwortung und Selbstständigkeit zu übernehmen“.

Auch schwierige Situationen lernen die jungen Menschen in der Zeit des FSJ zu meistern: „Wirklich anstrengend wird es, wenn die Erwachsenen unterbesetzt sind oder ein Kind häufiger Anfallsanzeichen hat. Da macht man sich mehr Sorgen und muss mehr auf das Kind achten. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen war sehr gut, ich hatte sehr großes Glück mit meinem Team. Man konnte sich gut unterhalten und austauschen, auch mal über private Dinge. Es war ein ziemlich freundschaftliches Verhältnis untereinander“, fasst Lisa zusammen. Belaime „hatte nie das Gefühl, dass er nicht um Rat fragen könne.“

Auch die Mitarbeiter der Heinrich-Hehrmann-Schule freuen sich jedes Schuljahr erneut auf die Zusammenarbeit mit den jungen FSJler/innen. Über die Unterstützung in ihrer schulischen Arbeit hinaus bereichern sie den schulischen Alltag mit ihrem Elan und Engagement. Abschließend rät Lisa: „Ich bedanke mich für die wirklich wundervolle Zeit an der Schule und auch in den Seminaren. Ich habe viel mitgenommen und erfahren. Jeder, der die Chance hat ein FSJ zu machen, sollte dies wirklich tun.“

Das FSJ kann über zwei unterschiedliche Bildungsträger (BDKJ in Fulda oder Volunta) durchgeführt werden. Interessenten für ein FSJ können sich jederzeit auch direkt an die Heinrich-Hehrmann-Schule (Telefon: 06661-4091) wenden. Die Schulleitung steht gerne für weitere Beratungen sowie zur Kontaktaufnahme zu den Bildungsträgern zur Verfügung.

Foto (von links): Anna-Klara Semmler, Sally Kirchner, Luise Hohmann, Romina Hagemann.

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