Effektiv und unverzichtbar: 25. Hilfsreise nach Beruwala

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Fast 14 Jahre nach der verheerenden Tsunamikatastrophe in Südostasien, die alleine in Sri Lanka 50.000 Tote forderte, waren Landrat a.D. Karl Eyerkaufer und seine Frau Marion erneut mit einer Gruppe aus dem Main-Kinzig-Kreis in der Partnerregion. Begleitet wurde er bei dieser 25. Hilfsreise von dem früheren Kreisbeigeordneten Matthias Zach und der Kreistagsabgeordnete Ursule Conen sowie neun Sponsoren. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Kosten der Reise selbst getragen.

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Noch immer sind die Zerstörungen der damaligen Flutwellen sichtbar, viele Familien hausen auch nach dieser langen Zeit noch unter Bretterverschlägen in Elendshütten und es fehlen vor allem Einkommensmöglichkeiten. Hilfe ist deshalb nach wie vor keine Wohltat, sondern bittere Notwendigkeit, wie Karl Eyerkaufer betont. Die Armut ist räumlich entfernt von den Touristenrouten und Sternehotels, sie prägt deshalb den Einsatz der Aktion „Main-Kinzig-Kreis hilft Beruwala“.

Während des Aufenthalts in Beruwala konnten wieder viele Familien ihre menschenunwürdigen Behausungen verlassen und in neue Wohnhäuser ziehen. Damit haben sie jetzt erstmals eine Toilette, Wassertank und elektrischen Strom. Im Rahmen dieser einmaligen Aktion wurden bereits 284 Häuser gebaut und die Warteliste der Hilfesuchenden ist lang.

Welche Nachhaltigkeit damit erreicht werden kann, zeigt die Familie Bandara, die im April 2018 mit ihren vier Kindern eine neue Unterkunft bezog. Sie hat inzwischen in Eigenhilfe einen Anbau errichtet und dort mit gebrauchten Nähmaschinen einen kleinen Nähbetrieb mit vier Arbeitsplätzen geschaffen. „Dieses Beispiel zeigt, dass bereits 1.500 Euro für ein neues Haus einen weitreichenden Effekt haben können“, sagt Eyerkaufer.

Im Sinne einer nachhaltigen Unterstützung ist auch die Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche eine weitere zentrale Aufgabe der Aktion „Main-Kinzig-Kreis hilft Beruwala“. So erhielt der im April 2018 eingeweihte 13. Kindergarten St. Lazarus einen Spielplatz mit sechs Sportgeräten und die weiteren Kindergärten Lehr- und Lernmittel. Als Höhepunkt der Reise konnte dank einer großherzigen Spenderfamilie aus dem Main-Kinzig-Kreis der Padagoda Schule ein neues dreiklassiges Schulgebäude übergeben werden.

Fehlende Klassenräume für die große Schülerzahl machten es in der Vergangenheit notwendig, den Unterricht im Freien unter Bäumen durchzuführen. Auf dem Gelände der Schule fand dann noch eine Brillenaktion statt, bei der 450 Brillen eine reißende Abnahme fanden und den Empfängern eine neue Lebensqualität ermöglichen. Mit Hilfe der Spenden können außerdem einigen Jugendlichen aus armen Familien qualifizierte Ausbildungsmaßnahmen angeboten werden. Im IQRAA TECHNICAL TRAINING INSTITUTE BERUWALA lernen die 16-jährigen Lehrlinge Rinas, Ishfak und Isfan seit vier Monaten die Berufe Automechaniker und Klimatechniker. Die Kosten für die zweieinhalbjährige Ausbildung betragen pro Schüler 1.500 Euro, der „Ertrag“ sind große berufliche Chancen für das weitere Leben der jungen Menschen.

Die vier jungen Frauen, Hussaina, Salmath, Mumthas und Shafaniya, die nach einem erfolgreichen Nähkurs je eine elektrische Nähmaschine erhalten haben, bearbeiten inzwischen so viele Aufträge, dass sie ihre Familie ernähren können. Sie nähen Schulkleidung und Kinderkleider in Heimarbeit für eine Textilfabrik. Wie Eyerkaufer erläutert, sollen je nach den finanziellen Möglichkeiten im Rahmen des Hilfsprojektes diese Maßnahmen der Ausbildung für junge Männer und der beruflichen Selbstständigkeit von jungen Frauen ausgebaut werden.

Ein weiterer Bereich bleibt die Unterstützung insbesondere der Waisenhäuser in der Region Beruwala. Das St.Vincent Jungen-Kinderheim, die Mädchenheime Pahalage und Wijesinghe, das Heim für geistig und körperlich behinderte Kinder „Mama und Papa“ erhielten Nahrungs- und Hygienemittel, jeweils gespendet von Bürgern aus dem Main-Kinzig-Kreis. Schon seit sieben Jahren wird sukzessive für eine menschenwürdige Ausstattung des Waisenhauses „Mama und Papa“ gesorgt. Jetzt sind durch die Hilfe des Lionsclub Paderborn Carolus die sanitären Anlagen erneuert worden, ein Arzt und ein Physiotherapeut kümmern sich um die Kinder.

Am letzten Tag des Aufenthalts konnten während einer Sprechstunde in der aus Spenden errichteten Frauenklinik im Stadtteil Maradana insgesamt 125 Patientinnen neue Babypflegeartikel übergeben werden. Beim Zusammentreffen mit dem Deutschen Botschafter, Herrn Jörn Rohde, sprach dieser der Hilfsaktion des Main-Kinzig-Kreises seinen Dank aus und bezeichnete sie als effektiv, nachhaltig und unverzichtbar. Mit zu verdanken ist das den Koordinatoren vor Ort, Mr. Irsan und Mr. Rila, die alle Projekte umsetzen und damit im Sinne der Menschenwürde die anhaltende Not dort bekämpfen, wo sie entsteht.

Das Konto „Main-Kinzig-Kreis hilft Beruwala“: Zur Unterstützung der Projekte steht das Konto 99994 bei allen drei Sparkassen im Main-Kinzig-Kreis zur Verfügung. Als Verwendungszweck ist „Spende“ anzugeben, eine entsprechende Bescheinigung wird dann ausgestellt. Dazu sollte die Adresse mit angegeben werden.

IBAN Sparkasse Hanau:                     DE47 5065 0023 0000 0999 94

IBAN Kreissparkasse Gelnhausen:      DE56 5075 0094 0000 0999 94

IBAN Kreissparkasse Schlüchtern:      DE27 5305 1396 0000 0999 94

Foto: In einem Anbau können junge Frauen mit der Arbeit an der Nähmaschine jetzt ihre Familien ernähren.
Foto: Der Kindergarten St. Lazarus erhielt neue Sport- und Spielgeräte.
Foto: An der Padagoda Schule ist ein neues dreiklassiges Schulgebäude entstanden.
Foto: Kreisbeigeordneter Jens Feuerhack (2.v.r.) unterstützte die Verteilung der Brillen.
Foto: Karl Eyerkaufer und Matthias Zach besuchten auch das TECHNICAL TRAINING INSTITUTE, wo die Grundlagen für die Zukunft gelegt werden.
Foto: Die Mädchen im Kinderheim Wijesinghe profitieren von den Spenden aus Deutschland.
Foto: Im Waisenhaus „Mama und Papa“ wurden menschenwürdige Sanitärräume geschaffen.
Foto: Die Kinder aus dem Mädchenheime Pahalage zeigen ihre Freude mit einem Tanz.
Foto: In der Frauenklinik Maradana konnten 125 Patientinnen neue Babypflegeartikel entgegennehmen.
Foto: Dank der Spenden aus dem Main-Kinzig-Kreis kommen bei jeder Reise neue Wohnhäuser hinzu.
Foto: Der Besuch der Delegation aus dem MKK wird jedes Mal von zahlreichen Feierlichkeiten begleitet.
Foto: Auch 14 Jahre nach der Flutkatastrophe gibt es überall noch viel Arbeit.

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