Angst vor Coronavirus: Erste Hamsterkäufe im MKK

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Die Sorge vor dem Coronavirus wächst auch im Main-Kinzig-Kreis: Leere Regale in Supermärkten und Drogeriegeschäften weisen darauf hin, dass sich Bürger und Bürgerinnen offenbar darauf einrichten, für längere Zeit ohne Versorgungsmöglichkeit zu sein. Ein Infektion mit dem grippeähnlichen Virus wurde im Main-Kinzig-Kreis allerdings noch nicht gemeldet.

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Stichproben am Donnerstag haben ergeben, dass in Geschäften bereits Hamsterkäufe getätigt wurden. Nudelregale in Supermärkten waren komplett leer, in Drogerieen gab es keine Desinfektionsmittel mehr. Das Robert-Koch-Institut hat am Donnerstag darauf hingewiesen, dass circa 15 Prozent der mit dem Coronavirus erkrankten Personen mit einem schweren Verlauf zu rechnen haben. Ein bis zwei Prozent könnten daran sterben. Insgesamt sind in Deutschland 26 laborbestätigte Fälle von Covid-19 bekannt (Stand: 27.02.2020). Von den 16 Fällen, die vor dem 25. Februar 2020 bekannt waren, sind 15 bereits wieder gesund und aus der Klinik entlassen. Weltweit wurden 82.548 Fälle gemeldet, davon sind 2.810 Menschen verstorben.

Während es in Hessen bislang noch keinen Fall gibt, wurden erstmals nun auch Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Beide Länder haben einen Krisenstab eingerichtet, der durch das Robert Koch-Institut sowie das Bundesgesundheitsministerium unterstützt wird. Zum Gesundheitszustand der Patienten unterrichten die jeweiligen regionalen Behörden. Ziel sei es, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Infektionsketten so schnell wie möglich zu unterbrechen.

Kontaktpersonen der Infizierten müssten dafür identifiziert und untersucht werden und anschließend für die Inkubationszeit von zwei Wochen in häuslicher Quarantäne betreut werden. Das deutsche Gesundheitswesen sei für diese Situation gut vorbereitet, so der Gesundheitsminister. Es sei allerdings auch wichtig, dass sowohl medizinisches Personal als auch die Bevölkerung den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und der regionalen Behörden folgen.

Ärzte sind demnach angehalten, Verdachtsfälle auch nach möglichen Kontakten zu Infizierten oder Reisen in Infektionsgebiete zu fragen. Bürgerinnen und Bürger sollten im Verdachtsfall den Arzt anrufen und das weitere Vorgehen gemeinsam besprechen. "Wir empfehlen der Bevölkerung, nicht hinter jedem Husten eine Corona-Infektion zu vermuten. Dass sie aber ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn sie innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln", so Spahn.

Spahn ordnete zudem an, dass Piloten auf noch mehr Flügen als bislang vor der Landung in Deutschland dem Tower über den Gesundheitszustand ihrer Passagiere zu berichten haben. Das gilt künftig auch für Flüge aus Iran, Südkorea, Japan und auch aus Italien. Bislang galt das nur für Direktflüge aus China. Außerdem hat Deutschland Kontakt zu Bus-, Bahn- und Fluggesellschaften aufgenommen, um Reisende über aktuelle Entwicklungen zu informieren und Handlungshinweise zu geben, für den Fall, dass sie Symptome bemerken.

Auf europäischer Ebene ist geplant, Schutzausrüstung für medizinisches Personal zu beschaffen.  Die Gesundheitsminister Italiens, Österreichs, Kroatiens, der Schweiz, Sloweniens, Frankreichs und Deutschlands haben sich darauf geeinigt, Reisende von und nach Italien nach dem gleichen Muster über das Virus zu informieren. Außerdem wollen die Länder epidemiologische Daten sowie Informationen zum klinischen Management der Epidemie zwischen den Ländern austauschen. Generelle Grenzschließungen lehnten die Gesundheitsminister ab. Ob Großveranstaltungen abgesagt werden müssen, solle von Fall zu Fall geprüft werden.

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