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Ein literarisch-musikalisches Mundartprogramm von Rainer Weisbecker, ein hessisches Drei-Gänge-Menue von Reiner Erdt und die Organisation von Andrea Euler und Stephan Siemon von der Wächtersbacher Altstadt-Buchhandlung Dichtung & Wahrheit. Gefördert wurde all das von dem Programm „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.

Nachdenklich, humorvoll, antifaschistisch, unterhaltsam – das rund dreistündige Programm, das Reiner Erdt von der Krone in Ronneburg und Rainer Weisbecker als hessischer Autor von „Gedischdscher und Geschichdche“ sowie als bluesiger Mundart-Sänger ihrem knapp 50köpfigen Publikum boten, spiegelte ein Kaleidoskop an Emotionen wider. Drei Gänge kamen in dem hessischen Lokal auf den Tisch, zwei Lesungs- und Gesangsblöcke ergänzten das Programm.

Da wechselte sich der Sprachkurs in „Frankforderisch“ ab mit der etymologischen Erläuterung von Worten wie „Katzuff“ (aus dem Jiddischen für Fleischer) oder Scharwelche (kleiner Hocker), da wird von Muckefuck und Schäselong gesprochen, von der Schossee und der Beletage. „So viele gebildete Gäste sind heute hier“ freut sich Weisbecker über die lebhafte Resonanz aus dem Publikum. Der „Frankfurter Bub“ (Weisbecker über Weisbecker) macht sich so seine Späße mit den Gästen, etwa, wenn er wissen will, welcher nahe gelegene Ort nach ihm benannt sei. „Weisskirchen“, schlägt eine Besucherin vor. „Naa, Klaa Krotzeburch. Son klaane´ Krotze wie ich...“, erwidert Weisbecker.

Aber es gibt auch ernsthafte Töne in seinem begeistert beklatschten Programm: Etwa, wenn Weisbecker von seinem Großvater berichtet, der in Dachau im Konzentrationslager gefangen war und diese Zeit überlebte. Von seiner antifaschistischen Familiengeschichte. „Dialekt ist net nur Karneval, Kokolores und Komik“, so Weisbecker, der an dem literarisch-musikalisch-kulinarischen Abend den Beweis für diese These antrat und ausgewählte Texte aus seinem Buch „Ganz ehrlich – Pfiffisch hessisch“ vorstellte.

Das Interesse an dem Abend war so groß, „dass wir den Saal problemlos nochmals hätten füllen können“, wie Reiner Erdt in seiner Begrüßung ausführte. Es war der zweite Kulturabend, bei dem die Krone mit der Wächtersbacher Buchhandlung in Kooperation trat. „Aber wir werden diese Kooperation sicher fortsetzen, sobald das die Umstände wieder ermöglichen“, wie die Buchhändler wissen lassen.

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