Ganzheitliche Betreuung älterer Patienten zertifiziert

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In den vergangenen 15 Jahren hat sich im St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau der demografische Wandel stark in der Zunahme von Patienten im Alter von über 65 Jahren gezeigt.

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Die Zahl der Patienten die nach Stürzen mit meist hüftgelenksnahen Frakturen, Beckenfrakturen, Oberschenkelfrakturen, Schultergelenks- und Unterarmfrakturen stationär aufgenommen werden mussten, nahm in dieser Zeit erheblich zu. Es ist davon auszugehen, dass etwa ein Drittel der zuhause lebenden über 65-jährigen mindestens einmal im Jahr stürzt. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Nach Knochenbrüchen im Alter kommt es meist zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität mit Schmerzen und funktionellen Einschränkungen, die häufig zu Hilfs- und Pflegebedürftigkeit führen.

Ursächlich für die eingeschränkte Behandlungsqualität älterer Patienten mit Knochenbrüchen sind deren weitere, gleichzeitig bestehende Erkrankungen (Multimorbidität), z.B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herzschwäche, Mangelernährung, Demenz, die nicht selten in die sogenannte Altersgebrechlichkeit (frailty) führen. Bei den über 70-jährigen liegt häufig eine multifunktionelle Gehstörung zugrunde, bei der mehrere Sturz-Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen, z.B. Kraftminderung, Gleichgewichtsstörung, eingeschränkte Koordination, verminderte Sehfähigkeit, Polyneuropathie und fortgeschrittene Veränderungen durch Osteoporose.

Diese Zahlen und Umstände belegen einen steigenden Bedarf an umfassender Versorgung eines speziellen Patientenklientels mit einem Bedarf an besonderer Aufmerksamkeit und perioperativer, altersadaptierter Behandlung durch ein fachübergreifendes, multiprofessionelles Team von Beginn der stationären Krankenhausbehandlung an.

Ältere Patienten bedürfen eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes, der sich von jüngeren Patienten unterscheidet. Viele Senioren leiden an mehreren Krankheitsbildern zugleich, die oft chronisch sind. Hinzu kommen in vielen Fällen altersbedingte Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme, bei der Beweglichkeit, beim Sehen oder auch Sprechen. Die Behandlung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten für Bewegungstherapie, Sprachtherapie und Ergotherapie – eine Mischung aus Beschäftigungs- und Arbeitstherapie, mit der grundlegende Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltages trainiert werden.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, entwickelten die Abteilungen Geriatrie und Unfall- und Gelenkchirurgie ein gemeinsames Konzept zur Versorgung verunglückter Alterspatienten mit Knochenbrüchen, insbesondere der Hüfte, des Oberschenkels, des Beckens, der Wirbelkörper, des Oberarms und bei Osteoporose.

Die Geriatrie, auch Altersmedizin genannt, ist die spezielle Lehre von den Krankheiten alternder Menschen. Wie die deutsche Gesellschaft für Geriatrie beschreibt, ist es Ziel der Geriatrie, „nicht ein bestimmtes Symptom zu behandeln, sondern den Gesamtzustand des Patienten im Blick zu haben und ihm zu helfen, so lange wie möglich seine Gesundheit und Autonomie (Selbstständigkeit) im Alltag zu bewahren“.

So werden mit den Patienten praktische Fähigkeiten wie Laufen mit oder ohne Rollator, Sprechen, Greifen und Halten von Gegenständen, Essen sowie Hilfestellungen zur Orientierung bei Demenz trainiert. Nur ausgewählte Krankenhäuser in Deutschland verfügen über eine eigene Fachabteilung für Geriatrie.

Ältere Patienten, die nach einem unfallchirurgischen Eingriff am St. Vinzenz-Krankenhaus besonderer Betreuung bedürfen, können in der vorhandenen Geriatrie nahtlos weiterbetreut werden.

Die Weiterentwicklung dieser bewährten Betreuung aus einer Hand zu einem zertifizierten „Alterstraumatologischen Zentrum“ beschreibt, dass die Spezialisten der Unfallchirurgie und Geriatrie ältere Patienten über den gesamten Krankenhausaufenthalt hinweg gemeinsam betreuen, vom Tag der Aufnahme an bis zur Nachbetreuung nach einem unfallchirurgischen („traumatologischen“) Eingriff, beispielsweise aufgrund eines Sturzes mit Oberschenkelfraktur.

Bereits bei Aufnahme ins Krankenhaus in der Notaufnahme wird bei jedem Patienten ein Screening durchgeführt, um festzustellen, ob eine Mitbetreuung durch den Geriater erforderlich ist, so aufgrund des Alters des Patienten, Demenz oder einer Mangelernährung. Somit ist gewährleistet, dass die Spezialisten beider Abteilungen von Beginn an eingeschaltet werden. Ärzte und Pflegefachkräfte der beiden Abteilungen Geriatrie und Unfallchirurgie, Mitarbeiter der Therapie und Sozialarbeiter legen in gemeinsamen Teamsitzungen die Behandlung jedes einzelnen Patienten individuell fest und betreuen die Patienten gemeinsam. Durch diese fachübergreifende Zusammenarbeit entsteht ein besonders hoher Qualitätsstandard, den sich die Abteilungen im Januar 2018 durch eine externe Prüfung bestätigen und beurkunden haben lassen. Das St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau erhielt dadurch die Zertifizierung als Alterstraumatologisches Zentrum (ATZ) durch eine externe Zertifizierungsfirma der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

Die Leitung des Alterstraumatologischen Zentrums obliegt zu gleichen Teilen den jeweiligen Chefärzten der geriatrischen Abteilung, Dr. med. Uwe Jander-Kleinau, und der unfall- und gelenkchirurgischen Abteilung, Dr. med. Wolfgang Ditzen.

Fotos: Chefarzt Dr. med. Uwe Jander-Kleinau und Chefarzt Dr. med. Wolfgang Ditzen.

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