Hanauer Wirtschaft feiert das BTZ

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Großer Bahnhof zum 40. Geburtstag des Berufsbildungs- und Technologiezentrums an der Martin-Luther-King-Straße Hanau.

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Seit nunmehr 40 Jahren leistet das Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) in Hanau einen großen Beitrag zur Ausbildung von Fachkräften im Handwerk und somit auch zur Unterstützung einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Region. Da nimmt es nicht Wunder, dass zum Geburtstag der Einrichtung fast alle hochrangigen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an die Martin-Luther-King-Straße in Hanau gekommen waren. Angeschlossen an die Kreishandwerkerschaft Hanau hat das BTZ seit nunmehr vier Jahrzehnten dort seinen Sitz.

Unter den Ehrengästen befanden sich Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, die beiden Landtagsabgeordneten Heiko Kasseckert und Hugo Klein, Bernd Ehinger als Präsident des Hessischen Handwerkstages, Klaus Repp als Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, die Erste Beigeordnete des Main-Kinzig-Kreises, Susanne Simmler, Hanaus Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hanau, Dr. Ingo Wiedemeyer sowie zahlreiche Obermeister der Kreishandwerkerschaft Hanau angeschlossenen Innungen sowie Vertreter der Berufsschulen.

Alle Redner betonten in ihren Grußworten die Weitsicht derjenigen, die sich damals für die Gründung des BTZ engagiert hätten. Einer der Visionäre war selbst unter den Gästen der Geburtstagsfeier: Wolfgang Biedenbender, der Ehrenhauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, der das Projekt gemeinsam mit dem damaligen Kreishandwerksmeister Germann Herrmann aus der Taufe gehoben hatte.

Eine solche Idee zu haben und diese dann auch so erfolgreich umzusetzen, sei nicht selbstverständlich, lobte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Pioniere des BTZ und lobte deren Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Zudem dankte er denen, die das Zentrum in den darauffolgenden Jahren nachhaltig ausgebaut haben. Das Berufsbildungszentrum sei heute ein Glanzlicht in der Region, weil es vor allem jungen Menschen Chancen eröffne, betonte Hanaus Verwaltungschef.

Klaus Repp, der Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, betonte, dass Ende der 70er Jahre generell viel Geld in die handwerkliche Bildung investiert worden sei. Maßnahmen, die sich heute positiv bemerkbar machten. Repp berichtete, dass es eine enge Kooperation unter den Berufsbildungszentren gebe, die von der Handwerkskammer organisiert werde. Vom Austausch der Erfahrungen profitierten alle Seiten, bilanzierte er.

Mit der Handwerkskammer in Wiesbaden hatte die Kreishandwerkerschaft bereits im Jahr 2015 eine nach Worten von Kreishandwerksmeister Martin Gutmann „wegweisende“ Kooperation geschlossen. „Diese ermöglicht uns, das BTZ weiterhin in der Trägerschaft der Kreishandwerkerschaft nicht nur gut auszustatten, sondern auch energetisch zu sanieren.“ Gutmann sprach den Vertretern der Handwerkskammer dafür seinen Dank aus. In dem Zusammenhang erinnerte Gutmann daran, dass man 2014 vor der Frage gestanden habe, ob man sich als Kreishandwerkerschaft ein BTZ überhaupt noch leisten könne. Dass man mit der Handwerkskammer gemeinsam eine Lösung zur Finanzierung der Zukunftsaufgaben gefunden habe, sei für die Betriebe ein Glücksfall: „Das auf die Bedürfnisse der Betriebe angestimmte Ausbildungs- und Weiterbildungsangebot in der unmittelbaren Nähe mache das Handwerk besonders für den Nachwuchs erlebbar“, so Gutmann.

Der Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert lobte einerseits die engen Verbindungen zwischen Handwerkerschaft und Politik, forderte aber auf der anderen Seite, weiter am Image des Handwerks zu arbeiten. Er bezeichnete es als ein gesellschaftliches Dilemma, dass die Wertschätzung des Menschen erst mit dem Abitur beginne. „Hier muss das Handwerk jungen Menschen Perspektiven bieten“, so der Christdemokrat.

Die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler richtete ihr Augenmerk vor allem auf die gesellschaftliche Funktion, die das BTZ in seiner Geschichte übernommen habe. Eines der jüngsten Projekte ist in diesem Zusammenhang das gemeinsam mit dem Kreis aufgelegte Programm Migranten in Arbeit (MiA), das Menschen mit Kompetenzen, aber ohne Ausbildung an die Arbeitswelt heranführt und für eine Berufsausbildung vorbereitet. Das BTZ habe in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass Menschen nicht nur eine zweite, sondern manchmal auch eine dritte und vierte Chance erhalten hätten.

Das BTZ in Zahlen und Fakten

Hanau. Der erste Spatenstich zum Beruf- und Technologiezentrum wurde am 14. September 1976 gesetzt, am 1. April 1978 nahm das BTZ als überbetriebliche Ausbildungsstätte seinen Betrieb auf. Interessant am Rande. Der damalige parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, der den Bau übergab, war der spätere Ministerpräsident von Schleswig Holstein, Björn Engholm. Insgesamt wurden für den ersten Bauabschnitt 4,3 Millionen D-Mark investiert. Beträchtlich waren vor allem die Investitionen in die Ausstattung des Zentrums, das dem technologischen Fortschritt im Handwerk immer Schritt halten sollte. In der Zeit zwischen 1980 und 2017 flossen rund 1,85 Millionen Euro ins BTZ, davon 700 000 Euro allein im letzten Jahr. Laut Kreishandwerksmeister Martin Gutmann wurden während der vier Jahrzehnte rund 70 000 Auszubildende geschult. Neben der Lehrlingsausbildung ist die Erwachsenenbildung eine wesentliche Aufgabe des BTZ. Das Programm umfasst Elektronik- und Schweißlehrgänge, AU-Prüfungslehrgänge sowie Meistervorbereitungslehrgänge für die Bereiche Kfz, Elektro, Metall und ab dem nächsten Jahr auch Sanitär-, Heizung und Klima.

Foto: Stv. Kreishandwerksmeister Manfred Köhler (von links), Kammer-Präsident Klaus Repp, Bernd Ehinger, Präsident des Hessischen Handwerkstages, Landtagsabgeordneter Hugo Klein, Kreishandwerksmeister Martin Gutmann, OB Claus Kaminsky und Landtagsabgeordneter Heiko Kasseckert.
Foto: Reger Besuch beim Tag der offenen Tür
Foto: In der Werkstatt der Kfz-Mechatroniker lassen sich Martin Gutmann (2. Von rechts), Bernd Ehinger und Heiko Kasseckert den neuen 7er BMW erklären.

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