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Vielerorts gab es Beifall und lobende Worte für dass, was Pflegekräfte tagtäglich in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen leisten und schnell wurden Sonderprämien und andere Versprechungen laut, um den Pflegenden ein Zeichen von Wertschätzung zu vermitteln. Doch was ist nach zwei Monaten Coronakrise davon übrig geblieben? In Kliniken und Pflegeheimen stehen die Mitarbeiter nach wie vor unter großem Druck und arbeiten mit viel Leidenschaft, Einsatz und Engagement für die Patienten und die Bewohner. Aber da in der Öffentlichkeit nur noch über Öffnungen und Lockerungen gesprochen wird und scheinbar wieder die gewohnte Normalität Einzug hält, scheinen all die Versprechen und Zugeständnisse fast vergessen.

„Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit über zwei Monaten am Rande ihrer Belastungsgrenze und sie werden dies noch weit bis ins Jahr 2021 hinein zum Schutz der besonders gefährdeten Bewohnerinnen und Bewohner tun müssen,“ erklärt die Betriebsratsvorsitzende der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises, Belinda Schmidt. Sie und ihr Betriebsratsteam versuchen – gemeinsam mit der Geschäftsführung des kreiseigenen Unternehmens – seit Anfang März wöchentlich mit kleinen Aufmerksamkeiten den Mitarbeitern immer wieder ein Zeichen der Anerkennung zu senden. „Sonst aber ist leider nichts passiert“, macht die Betriebsratsvorsitzende deutlich. Und auch Geschäftsführer Dieter Bien ärgert sich: „Was sollen unsere Mitarbeiter denn denken, wenn schon in den ersten Tagen des Shutdowns von allen Seiten eine Sonderprämie angekündigt wurde, es aber bis heute keine Entscheidung dazu gibt, wann und in welcher Höhe eine solche gezahlt wird?“

Nach Auffassung von Schmidt und Bien ist aber diese Sonderprämie ohnehin nur eine temporäre Lösung. „Wir wünschen uns zum Tag der Pflegenden vielmehr Kontinuität, schnelle und langfristige Lösungen zur Verbesserung der Arbeitssituation und der Arbeitsbedingungen in der Pflege, kurzum: Politik und Gesellschaft müssen zur Pflege endlich einmal klare Kante beweisen.“, erklären die Betriebsratsvorsitzende und der Geschäftsführer. So sei die schnellstmögliche Umsetzung des neuen und bereits vorgestellten Personalbemessungssystems, eine bessere Vergütung der Mitarbeiter in der Pflege und der Betreuung, bessere und familienfreundlichere Arbeitsbedingungen, die Stärkung der Gesundheitsprävention und -förderung sowie eine attraktive Ausbildung ebenso wichtig, wie die Sicherstellung der Finanzierung all dieser Maßnahmen, ohne die Bewohner und die Angehörigen weiter zu belasten. „Das Finanzierungssystem der Pflegeversicherung muss zu Gunsten der Bewohner und der Angehörigen geändert werden.“ stellen Schmidt und Bien abschließend klar.

Fotos: Betriebsratsvorsitzende Belinda Schmidt und Geschäftsführer Dieter Bien fordern „klare Kante“ für bessere Bedingungen in der Pflege.

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