Schienenprojekte stärken MKK als Wohn- und Wirtschaftsstandort

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Deutschland modernisiert und erweitert sein Schienennetz. Viele Verbindungen führen durch die Metropolregion FrankfurtRheinMain.

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Deswegen wird dort in den nächsten Jahrzehnten viel gebaut. Davon profitieren besonders Hanau und der Main-Kinzig-Kreis. Das Pendeln und Reisen mit der Bahn wird schneller und das Umsteigen, insbesondere am Hanauer Hauptbahnhof, bequemer.

Welche Chancen diese Entwicklung mit sich bringt und wie sie sich am besten nutzen lassen, darüber diskutierten die Teilnehmer des diesjährigen Infrastrukturfrühstücks der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Belgin Baser, Projektleiterin Großprojekt Nordmainische S-Bahn DB Netze, und Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Infrastrukturprojekte Mitte DB Netz AG, informierten über die laufenden und geplanten Projekte. Zahlreiche Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Vertreter des Main-Kinzig-Kreises (MKK) und der Stadt Hanau nutzten die Chance zum Update. Weitere Themen waren Ergebnisse eines vom MKK, der Stadt Hanau und der IHK gemeinsam in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Stärkung des Hanauer Hauptbahnhofs und Überlegungen zum Verlauf einer Bahntrasse im Osten Frankfurts, der sogenannten Regionaltangente Ost.

„Bereits angelaufene Baumaßnahmen, wie die Nordmainische S-Bahn oder die Aus- und Neubaustrecke Hanau-Würzburg / Fulda sind im Zeitplan. Die Niddertalbahn soll im Auftrag des Landes Hessens elektrifiziert und ausgebaut werden“, erklärte Bolte in seinem Vortrag. „Auch die Machbarkeitsstudie für den Bau des Fernbahntunnels mit viergleisigem Tiefbahnhof am Frankfurter Hauptbahnhof wird in Kürze fertiggestellt, so dass der Bund über das weitere Vorgehen entscheiden kann“, erläuterte Bolte im Rahmen seines Vortrages.

„Heutige Siedlungsentwicklung soll an vorhandener Verkehrsinfrastruktur geschehen. Das bietet eine große Chance für die Lahn-Kinzig-Bahn von Gelnhausen nach Gießen und alle Kommunen entlang der Strecke. Die von der Deutschen Bahn geplanten Geschwindigkeitserhöhungen und der Ausbau der Haltestellen auf der Strecke sind ein großer Fortschritt“, fasste IHK-Präsident Dr. Norbert Reichhold einen weiteren wichtigen Punkt zusammen.

„Durch seine sehr gute Einbindung in den überregionalen Schienenverkehr ist der Hanauer Hauptbahnhof dafür prädestiniert, der Umsteigebahnhof im Osten Frankfurts zu werden. Deshalb sollten dort deutlich mehr ICE-Linien als die beiden jetzigen halten. Unser gemeinsames Gutachten zeigt Möglichkeiten auf, dass schon in Kürze zwei weitere Linien in Hanau halten könnten. Langfristig plant die Deutsche Bahn mit fünf Linien. Und selbst diese spürbare Verbesserung könnte auf lange Sicht noch ausgebaut werden, denn das Gutachten zeigt sogar, dass in gut zehn Jahren Kapazität für noch zwei zusätzliche Linien besteht“, informierte Sebastian Brieger, Projektkoordinator Schienenverkehr der Stadt Hanau, über das Gutachten. „Dann könnte sogar eine direkte Anbindung an Hamburg, Hannover und Stuttgart realisiert werden.“

„Neben dem wichtigen Ziel, den Hanauer Hauptbahnhof als ICE-Halt zu stärken, wird die Prüfung eines Fernverkehrshalts in Gelnhausen von Seiten des Kreises befürwortet, um auch im östlichen Teil des Rhein-Main Gebietes eine zukunftsweisende Anbindung an den Fernverkehr zu erhalten“, ergänzte Rüdiger Krenkel, Geschäftsführer der KreisVerkehrsGesellschaft Main-Kinzig mbH, zum Thema Fernverkehr. Der Nahverkehr war ein weiterer Tagesordnungspunkt des Infrastrukturfrühstücks, gerade auch im Hinblick auf im MKK lebende und zur Arbeit pendelnde Fachkräfte. Zwar sind bereits heute und auch zukünftig alle wichtigen Ziele vom MKK aus erreichbar, aber nicht immer direkt und mit teilweise langen Umsteigezeiten. „Wir müssen schon jetzt über 2030 hinaus denken, um Realisierungschancen für weitere, vielversprechende Schienenverbindungen abzuklären und diese gegebenenfalls zu initiieren“, erläuterte Krenkel am Anfang seines Vortrages zu möglichen Streckenverläufen einer Regionaltangente Ost. Bei dieser sind mehrere, unterschiedlich weit um Frankfurt herumführende, Varianten denkbar.

„Im Main-Kinzig-Kreis geht es bei Schienenprojekten voran. Zumindest meine Enkel werden hiervon profitieren. Angesichts so langer Planungszeiträume und aufwändiger Baumaßnahmen müssen wir hier in der Region schon heute konkrete Forderungen aufstellen. Politik und Wirtschaft müssen dann gemeinsam darauf hinwirken, dass in Hanau wieder mehr ICE-Linien halten und zum Beispiel nach dem Ausbau der Aus- und Neubaustrecke Hanau-Würzburg / Fulda mehr und pünktlichere Nahverkehrszüge fahren. Die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern bleibt gemeinsam mit ihren Partnern und dank politischen Rückenwinds an dieser Aufgabe dran“, fasste IHK-Präsident Reichhold am Ende der Veranstaltung zusammen.

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