Die Zukunft des Bahnverkehrs und mehr

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Eine schlanke Tagesordnung hatte die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern auf ihrer virtuellen Sitzung am 3. März abzuarbeiten.

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Aber dafür haben die Themen schwerwiegende Folgen für die Zukunft der Region, weshalb die Sitzung auch etwas länger dauerte, als ursprünglich vorgesehen. Der wichtigste Tagesordnungspunkt betraf die Zukunft des Eisenbahnverkehrs in Deutschland, Hessen und im Main-Kinzig-Kreis. Denn an Frankfurt – und damit auch am Hanauer Hauptbahnhof – kommt kaum ein ICE in Deutschland vorbei. Mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern geht, aber nicht mit der heutigen, oft stark beanspruchten Infrastruktur. Absehbar ist: Die in den kommenden Jahren bevorstehenden, milliardenschweren Investitionen in das Bahnnetz der ganzen Metropolregion FrankfurtRheinMain werden erhebliche Auswirkungen auf die Attraktivität des Wohnorts und Wirtschaftsstandorts Main-Kinzig-Kreis haben.

Der einige hundert Millionen € teure Bau der Nordmainische S-Bahn ist nur ein Teil dieser Bauaktivitäten, die den Fernverkehr beschleunigen sollen und zugleich den Nahverkehr deutlich verbessern werden. Nach Aussprache in der Vollversammlung fordert die IHK, mit dem Bau der S-Bahn-Linie endlich in vollem Umfang zu beginnen. Die Strecke sollte schon mittelfristig bis zum Bahnhof Wolfgang verlängert werden, um Hanaus neuen Stadtteil Pioneer Park anzubinden. Wichtig ist ferner der Ausbau und die Elektrifizierung der Niddertalbahn, um das weiter wachsende Pendleraufkommen bewältigen zu können und um Schöneck und Nidderau besser an Frankfurt und Bad Vilbel anzubinden. Dieser Ausbau sollte bis 2027 vollendet sein. Außerdem sind die Bahnhöfe in Nidderau und Glauburg so zu ertüchtigen, dass ein kundenfreundliches Umsteigen zu den Linien Friedberg-Hanau und Gießen-Gelnhausen möglich ist. Auch diese Strecken sind in den nächsten Jahren aufzuwerten.

Dringend modernisiert gehört, so die Vollversammlung, außerdem der Bahnhof in Gelnhausen, der im Zuge des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke von Frankfurt über Hanau nach Gelnhausen als möglicher Halt für EC und IC-Züge ausgebaut werden sollte. Mit Blick auf die künftige Neubaustrecke Gelnhausen-Fulda fordert die IHK von der Politik und der Deutschen Bahn AG, die Vorteile für die Bürger und die Unternehmen stärker zu kommunizieren und eine bessere Nutzung der Bestandsstrecke für den Nahverkehr zu prüfen. Der zentrale Knoten im Main-Kinzig-Kreis ist der Hanauer Hauptbahnhof. Seine Bedeutung wird im nächsten Jahrzehnt deutlich wachsen, wenn durch den deutschlandweit aufeinander abgestimmten Fahrplan „Deutschland-Takt“ mehr ICEs dort halten und die Umsteigezeiten zum Nahverkehr verkürzt werden. Schon heute, vor allem aber in den nächsten Jahren zeichnen sich Chancen ab, noch mehr ICEs in Hanau halten zu lassen. Die Vollversammlung forderte, diese Möglichkeiten zu nutzen. Diese und weitere Verbesserungen werden in ein Forderungspapier übernommen, welches die IHK gemeinsam mit der regionalen Politik erstellt und in den nächsten Jahren vertreten wird.

Aussprache zum Umgang mit der Pandemie
Wie bewältigen die Unternehmen die Corona-Krise und was könnte ihnen dabei helfen? Die teilweise von großem Unmut über die aktuelle Situation geprägte Aussprache ergab sehr klare Hinweise auf das, was vor Ort jetzt helfen kann. Viele Unternehmen, die Mitarbeiter in mehreren Bundesländern einsetzen oder dorthin liefern, beklagen die teure Unübersichtlichkeit der föderalen Regeln. Nicht nachvollziehbar ist auch, dass es sogar in Hessen bei den Ladenöffnungen von Landkreis zu Landkreis Unterschiede gibt. Für großen Unmut sorgt bei schwer unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie leidenden Unternehmen die „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV)“: 10-Tage-Fristen werden ihnen gesetzt, um für jeden Büro-Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und rechtssicher zu bewerten, ob er verpflichtend als Homeoffice anzubieten ist. Die Reaktionen der Unternehmen reichten von Unglauben über Erstaunen bis zu Verbitterung, mitten in einer der größten Wirtschaftskrisen Deutschlands vom Staat gegängelt, statt unterstützt zu werden. Verärgert berichteten zudem viele Unternehmerinnen und Unternehmer, dass die in Zeiten der mobilen Arbeit so dringend benötigten Breitbandanschlüsse zwar vielfach an die Gebäude verlegt, aber nicht angeschlossen sind. Die IHK plant, diesbezüglich sehr bald mit einer Umfrage nachzufassen.

Foto: IHK-Präsident Dr. Norbert Reichhold (Mitte) leitete die virtuelle Sitzung der Vollversammlung, des obersten Entscheidungsgremiums der IHK. Hauptgeschäftsführer Dr. Gunther Quidde (l.) und Mitarbeiterin Petra Diehm (r.) standen ihm zur Seite. Nachweis: IHK

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