Bildungspartner nutzt Chancen der Digitalisierung

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Die Auswahl an Online-Angeboten ­­– von Gesundheitskursen über berufliche Fortbildungen bis hin zu Vorträgen aus sämtlichen Themenbereichen – ist mittlerweile riesig.

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Die Corona-Pandemie und der damit verbundene rasante Fortschritt in der Digitalisierung hat hier neue Wege geebnet, Grenzen geöffnet, Reichweiten erheblich erhöht und andere Formen und Möglichkeiten des miteinander Lernens geschaffen. Auch die Volkshochschule der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH (BiP) hat im vergangenen Jahr viele neue Ideen umgesetzt, Kooperationen geschlossen, positive Erfahrungen gesammelt und neue Potentiale entdeckt. Anlässlich des zweiten bundesweiten Digitaltages, der am 18. Juni begangen wird, lädt das BiP-Team zu einem Blick hinter die Kulissen des Online-Lernens ein.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Online-Angebote von Beginn an so gut angenommen wurden. Bereits wenige Tage nach der ersten Schließung des Präsenzbetriebes im März vergangenen Jahres wurden alternativ die ersten digitalen Veranstaltungen in der vhs.cloud durchgeführt“, berichtet Winfried Ottmann, Aufsichtsratsvorsitzender der BiP. Waren es im März 2020 zunächst 8 Kurse mit 40 Teilnehmenden sind diese Zahlen bis zum Jahresende auf fast 240 Kurse mit über 2.000 Teilnehmenden gewachsen und steigen weiterhin kontinuierlich. „Auch wenn unsere Kurse wieder in Präsenz stattfinden und wir uns wünschen und hoffen, dass der Kursbetrieb im zweiten Halbjahr normal laufen wird, sind die digitalen Angebote mittlerweile unverzichtbar“, betont BiP-Geschäftsführer und Leiter der Volkshochschule, Horst Günther. Was online alles möglich ist und vor allem auch durch Kooperationsangebote erreicht werden kann, zeigt zum Beispiel die Vortragsreihe zur Geschichte der Kulturlandschaft Spessart, die von der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH in Kooperation mit dem Archäologischen Spessartprojekt (ASP) und der Bayerischen Wanderakademie durchgeführt wird.

Dr. Gerrit Himmelsbach, Leiter des Archäologischen Spessartprojektes und unter anderem zuständig die Europäischen Kulturwege, ist auch bei der Bildungspartner Main-Kinzig kein Unbekannter. Als Dozent referiert er seit zehn Jahren zu unterschiedlichsten Themen in der Vortragsreihe „studium generale“. Alexander Wicker, Fachbereichsleiter Gesellschaft und Kultur bei der BiP, konnte ihn gleich zu Beginn des ersten Lockdowns dazu gewinnen, zunächst die Webinarreihe „Historische Karten“ und anschließend virtuelle Spaziergänge auf den europäischen Kulturwegen durchzuführen. „Die große Resonanz und die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden, war die Bestätigung für uns, ein solches Angebot noch weiter auszubauen“, berichtet Wicker. So entstand die Idee, die Kulturgeschichte des Spessarts – von der Steinzeit bis heute – in einer zwölfteiligen Webinarreihe anzubieten, die fast durch das gesamte Jahr begleitet. Himmelsbach hat hierzu viele einzelne Puzzlestücke zusammengefügt, die er in den letzten 20 Jahren gesammelt hat, und gewährt auf unterhaltsame und leicht verständliche Weise tiefe Einblicke in die Geschichte vor Ort. Für Himmelsbach war die Umstellung auf digitale Vorträge zunächst ein Sprung ins kalte Wasser: „Ich wusste, dass es diese Technik gibt, hatte aber bisher keinerlei Erfahrungen gesammelt. Aber um am Ball zu bleiben, gab es keine Alternative.“ Mittlerweile gehören die virtuellen Veranstaltungen für ihn zur Routine. „Grenzen, die bei Präsenzvorträgen vorhanden sind, werden durchbrochen. Wir erreichen die Menschen von Miltenberg bis Schlüchtern, von Hanau bis Würzburg und noch weit darüber hinaus“, so Himmelsbach. In Präsenz würde diese Reichweite nicht funktionieren. Was die Technik betreffe, gebe es sicherlich noch Potential nach oben. Derzeit experimentiere er damit, Vor-Ort-Aufnahmen in kleine Filme zu schneiden und bei seinen Vorträgen einzubauen, „um den Teilnehmenden noch mehr das Gefühl zu geben, direkt dabei zu sein“.

Damit der Ablauf der Online-Veranstaltungen reibungslos vonstattengeht, treffen sich die jeweils zuständigen Fachbereichsleitungen der BiP mit den Dozenten eine halbe Stunde vor Beginn des Termins zum Technik-Check in der vhs.cloud. Die Teilnehmenden haben mit der Anmeldung bereits einen Kurs-Code erhalten, der ihnen den Zugang zu dem jeweiligen Kursraum gewährt. So auch beim vierten Teil der Spessartreihe, der in der vergangenen Woche stattgefunden hat. Mittlerweile sind hierfür über 80 Personen angemeldet. Die Begrüßungen im Chat zeigen, von wo aus sich die Teilnehmenden zugeschaltet haben. Neben vielen Orten im Main-Kinzig-Kreis sind unter anderem auch Bonn, Aschaffenburg, Mühlheim und Stockstadt vertreten – alles Entfernungen, die für eine Präsenzveranstaltung vermutlich nicht in Kauf genommen worden wären. Aber auch in der näheren Umgebung gibt es Menschen, für die eine Online-Veranstaltung derzeit die einzige Möglichkeit zur Teilnahme bietet.

Athena Schreiber aus dem Jossgrund zum Beispiel, Frau des Bürgermeisters Rainer Schreiber und Mutter von drei kleinen Kindern. „Auch ohne Corona komme ich derzeit kaum aus dem Haus. Somit sind die Online-Vorträge Exklusivzeit für mich, die ich gerne ohne die Kinder in unserer Bibliothek verbringe, auch mal mit einem Getränk und etwas Süßem“, freut sich die freiberufliche Künstlerin. Und wenn die Teilnahme wegen instabiler Internetverbindung mal nicht funktioniere, bestehe immer noch die Möglichkeit – zumindest bei der Spessartreihe – sich im Nachgang die Aufzeichnung anzuschauen. „Natürlich fehlt der direkte Austausch untereinander oder das persönliche Gespräch mit dem Dozenten in der Pause. Dafür kann ich mich zu Hause fachlich mehr in das Thema vertiefen“ erzählt Athena Schreiber.

Für den Gelnhäuser Franz Coy ermöglicht das neue Veranstaltungsformat die gemeinsame Teilnahme mit seiner Ehefrau Hermine Weber-Coy. „Für uns ist das ein großer Gewinn. Wir bereiten uns gut vor, haben einen Computer mit großem Bildschirm und Lautsprecher installiert und immer Getränke, Papier und Stift griffbereit. Und dem Dr. Himmelsbach hören wir einfach immer wieder gerne zu“, berichtet der Gymnasiallehrer im Ruhestand, der ansonsten die neuen Medien nur sehr begrenzt nutzt und die aktuellen Nachrichten gerne aus der Tageszeitung im Papierformat liest.

Auch Willi Bechtold aus Linsengericht, einer der treusten Fans der vhs und bereits seit 1965 Teilnehmer an sämtlichen kulturellen und geschichtlichen Angeboten, hat sich mit Unterstützung seines Enkelsohnes auf das Online-Angebot eingelassen. Dabei hat er durchaus Vorteile entdeckt: „Ich spare Fahrtkosten, kann bei schlechtem Wetter zu Hause bleiben, nehme inhaltlich noch mehr mit, da mich nichts ablenkt und ich mich besser konzentrieren kann – und ich muss mich nicht extra umziehen,“ erzählt Bechtold schmunzelnd. Zudem profitiert er zusätzlich in seiner Funktion als Natur- und Landschaftsführer an der Teilnahme der Spessartreihe, da sie als Fortbildung anerkannt wird und das Archäologische Spessartprojekt und die Bildungspartner Main-Kinzig hierfür ein Zertifikat ausstellen.

Den Weg von Stockstadt nach Gelnhausen hätte Bürgermeister Rafael Herbrik wohl nicht in Kauf genommen, aber in die vhs.cloud schaltet er sich vom Rathaus aus gerne hinzu. Er hat sich für die Spessartreihe angemeldet, da ihm Dr. Gerrit Himmelsbach durch den Kulturweg in Stockstadt bekannt ist und er sich sehr für die Lokalgeschichte interessiert.

Auch für Christl Orzikowski, Wanderführerin aus Klingenberg, hätte die Teilnahme in Präsenz zwei Stunden Fahrtzeit bedeutet. „Die Spessartreihe ist ein toller Rundumschlag – alles mal in zeitlicher Reihenfolge und in zeitgeschichtlichen Zusammenhängen erfasst“, erzählt die 53-jährige. „Wenn die Technik passt und man auf eine gute Mischung achtet, hat die digitale Entwicklung im vergangenen Jahr vieles vereinfacht, bzw. überhaupt erst ermöglicht.“

„Mit unseren Online-Angeboten haben wir den Beginn eines neuen Programmbereichs der vhs eingeläutet, der auch im Herbstsemester wieder mit vielen Terminen vertreten sein wird“, freut sich BiP-Geschäftsführer Horst Günther. Das neue vhs-Programm steht ab dem 10. Juli auf der Website www.bildungspartner-mk.de bereit. Wer noch in die Geschichte der Kulturlandschaft Spessart (ab Teil V am 21.06.2021) eintauchen möchte, sendet bitte eine Anmeldung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Foto: Alexander Wicker, Fachbereichsleiter Gesellschaft und Kultur, beim Technik-Check mit Dozent Dr. Gerrit Himmelsbach.

Foto: Die Vorträge sind für die Abonnenten der Spessartreihe nach den Live-Terminen noch als Aufzeichnung abrufbar.

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