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Viele Frauen kennen diese Gedanken und trotzdem spricht kaum eine darüber. Dabei macht statistisch gesehen jede vierte Frau in ihrem Leben Erfahrungen mit unkontrolliertem Harnverlust. Doch die meisten leiden still und isolieren sich aus Scham und Angst immer mehr, statt über ihre Beschwerden zu sprechen und sich professionelle Hilfe zu suchen. Zum internationalen Inkontinenztag haben wir mit dem Experten Mohamed Abuzaid, Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Hanau, über Formen, Ursachen und Therapiemöglichkeiten gesprochen.

Herr Abuzaid, was genau heißt eigentlich Inkontinenz?
Mohamed Abuzaid: "Allgemein beschreibt der Begriff Inkontinenz erstmal das Unvermögen, etwas zurückzuhalten. Bei der Harninkontinenz, dem unwillkürlichen Urinverlust, der umgangssprachlich am besten bekannt ist als Blasenschwäche, unterscheidet man nochmal zwischen fünf Formen: der Belastungsinkontinenz, die wie der Name schon sagt bei körperlicher Anstrengung auftritt, der Dranginkontinenz, also dem plötzlich auftretenden und nicht zu unterdrückenden Drang, zur Toilette zu gehen, sowie der Überlaufinkontinenz, bei der eine unzureichende Funktion der Blase zu einem ständigen Harnträufeln ohne wirklichen Harndrang führt. Außerdem gibt es noch die Reflexinkontinenz, bei der es zu einer reflexartigen, unangekündigten Entleerung der Blase kommt, und die seltene Form der extraurethralen Inkontinenz, bei der sich das Urin Wege außerhalb der Harnröhre sucht, mit denen der Harnblasenschließmuskel umgangen wird und sich das Urin dann unkontrolliert durch andere Körperöffnungen entleert."

Was kann Inkontinenz verursachen und gibt es bestimmte Risikofaktoren? Wer ist besonders betroffen?
Mohamed Abuzaid: "Betroffen sein kann jede Frau, das Risiko, unter einer Harninkontinenz zu leiden, steigt aber faktisch mit dem Lebensalter. Aber auch nach einer Schwangerschaft und Entbindung haben viele Frauen damit zu kämpfen. Die Ursachen sind ganz unterschiedlich, da kommt es auch darauf an, unter welcher Form der Inkontinenz man leidet. Die Belastungsinkontinenz kommt zum Beispiel meist von einer Veränderung der anatomischen Lage der Blase, der Harnröhre oder der Beckenbodenmuskulatur, wie sie nach einer Schwangerschaft und Geburt, bei extremem Übergewicht oder Östrogenmangel auftreten kann. Eine Dranginkontinenz hingegen hat ihre Ursache meist in einem überaktiven Blasenmuskel, der von Nervenschäden, Harnwegsinfekten, Diabetes, Tumoren oder neurologischen Erkrankungen kommen kann. Bei Nervenschädigungen oder einer Tumorerkrankung können Betroffene eine Überlaufinkontinenz aufgrund einer Blasenentleerungsstörung entwickeln. Die Reflexinkontinenz tritt auf, wenn die Übertragung der Nervenimpulse zwischen Gehirn bzw. Rückenmark und Harnblasenmuskulatur gestört ist, also beispielsweise bei Patienten mit Querschnittslähmung oder nach Unfällen, die die Wirbelsäule oder das Gehirn geschädigt haben."

Und was kann ich dagegen tun? Kann ich vielleicht auch schon vorbeugend etwas tun, dass es erst gar nicht so weit kommt?
Mohamed Abuzaid: "Leider kann man nur gegen bestimmte Formen der Inkontinenz aktiv selbst etwas tun. Es ist aber immer förderlich, sich gesund zu ernähren, Koffein und Alkohol zu reduzieren, nicht zu rauchen und auf das eigene Gewicht zu achten. Speziell für die Blase kann man beispielsweise aber auch regelmäßig bestimmte Beckenboden-Übungen durchführen, die die Muskulatur stärken und einer Inkontinenz vorbeugen. Frauen nach den Wechseljahren können beispielsweise auch mit einer lokalen Östrogenbehandlung unterstützen."

Wohin kann ich mich bei Symptomen wenden und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Mohamed Abuzaid: "Der wichtigste Schritt in der Behandlung ist wirklich, das Problem zu erkennen und zum Arzt zu gehen. Eine gute Adresse ist immer eine von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft anerkannte Beratungsstelle, wie wir sie im Klinikum anbieten. Die Spezialsprechstunde unseres Beckenbodenzentrums wird durch speziell ausgebildetes Personal im ärztlichen und pflegerischen Bereich betreut, u. a. auch durch eine Urotherapeutin. Nach einer ausführlichen Diagnose mit Blasenmessung, Trink- und Miktionsprotokoll und fortgeschrittenem Beckenbodenultraschall besprechen die Experten dann individuell mit den Betroffenen die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten. Angefangen beim konservativen Beckenbodentraining bei einem Physiotherapeuten über Pessartherapie, bei der Harnröhre und Blase gestützt werden, über die Injektion von sogenannten Bulking-Agents, die in den Blasenschließmuskel eingespritzt werden und so das ungewollte Austreten von Urin verhindern bis hin zu medikamentösen und operativen Therapien ist das Spektrum breit, um den Patientinnen möglichst viel Lebensqualität wieder zurückzugeben."

Foto (von links): Sandra Döhring, Urotherapeutin und  Mohamed Abuzaid, Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Hanau mit einer Patientin in der Blasensprechstunde. Quelle: Klinikum Hanau

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