Dem Haarausfall die Stirn bieten – was Sie über Haartransplantationen wissen sollten

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Viele Männer sind bereits sehr früh davon betroffen: dem erblich bedingten Haarausfall. Mit zunehmendem Alter entstehen erst Geheimratsecken, bevor sich die Haare immer mehr verflüchtigen.

Diesem unerwünschten Haarausfall kann mit einer Haartransplantation der Kampf angesagt werden. Wer sich für eine Haartransplantation eignet und welche Faktoren vor einer Behandlung zu beachten sind, erklären wir Ihnen in unserem Artikel.

Für wen eignet sich eine Haartransplantation?

Da Haarausfall auch nur ein vorübergehender Effekt sein kann, der durch Medikamente, falsche Ernährung oder andere Erkrankungen hervorgerufen wurde, sollte zunächst die Ursache für den Haarausfall medizinisch abgeklärt werden. Eine Transplantation ist nämlich nur beim erblich bedingten Haarausfall möglich. Nach der Diagnose wird gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin eine weitere Vorgehensweise besprochen.

Reine Männersache?

Da vor allem Männer von der androgenetischen Alopezie betroffen sind, haben sich einige Kliniken auf Haartransplantationen bei Männern spezialisiert. Wenn der Haarausfall bereits früh begonnen hat, dann ist bei Männern eine Transplantation ab dem 25. Lebensjahr möglich. Wichtig ist es, dass der Haarverlust bereits in den Stillstand gekommen ist bzw. ein Muster für den künftigen Haarausfall erkennbar ist.

Haartransplantationen bei Frauen

Zwar weniger häufig, aber dennoch immer wieder, sind Frauen von Haarausfall betroffen. Dabei sind die betroffenen Stellen eher um den Scheitel herum zu finden. Auch eine zu hohe Stirn ist ein häufiger Grund, warum sich Frauen einer Haarverpflanzung unterziehen. Ein ästhetisch zufriedenstellendes Ergebnis lässt sich in beiden Fällen durch einen medizinischen Eingriff erzielen.

Methoden der Eigenhaartransplantation: FUT- und FUE-Technik

Die üblichen Methoden der Haartransplantation sind vielseitig und abhängig davon, wo und was transplantiert wird. Die häufigsten Methoden sind dabei aktuell die FUT- sowie die FUE-Haartransplantation.

Follicular Unit Transplantation: FUT-Technik

Bei diesem Verfahren wird dem Patienten oder der Patientin mit einem Skalpell am Hinterkopf ein Hautstreifen entnommen. Dieser wird dann in winzige follikulare Haareinheiten zerlegt und anschließend eingepflanzt. Der Nachteil der Methode ist, dass eine Narbe am Hinterkopf bleibt. Trägt man die Haare länger, kann diese allerdings gut kaschiert werden.

Follicular Unit Extraction: FUE-Technik

Bei dieser Methode handelt es sich um die modernste Methode, die inzwischen viel häufiger als die FUT-Methode angewandt wird. Es werden dabei nicht ganze Haarsteifen entnommen, sondern einzelne follikulare Einheiten. Diese Methode ermöglicht einen sehr schnellen Heilungsprozess und verursacht keine großen Narben.  

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Behandlung bei einer Haartransplantation lässt sich grob in drei verschiedene Phasen einteilen. Eine seriöse Klinik bespricht diesen Punkt im Vorhinein ganz ausführlich und persönlich mit Ihnen. Wie die Phasen in etwa ablaufen, beschreiben wir Ihnen hier:

Phase 1: Vor der Operation

Nach einem ersten beratenden Vorgespräch, bei dem in der Regel die Möglichkeiten der Methoden detailliert besprochen werden, kommt es zu einer Voruntersuchung. Dabei wird das zu operierende Gewerbe genau untersucht, Haarstruktur und Haarfarbe durch eine Analyse bestimmt und die Erwartungen des Patienten oder der Patientin werden mit den realistischen Aussichten der Operation übereingestimmt.

Phase 2: Der ambulante Eingriff

Die Behandlung erfolgt in aller Regel ambulant. Durch eine örtliche Betäubung wird der Patient oder die Patientin operiert. Die Nebenwirkung einer Vollnarkose spielen also keine Rolle und man könnte sogar eher von „Eingriff“ als von „Operation“ sprechen. Je nach Technik variiert die Dauer der Transplantation zwischen 3-6 Stunden. Anschließend kann man die Klinik oder Ordination wieder verlassen. 

Phase 3: Nach der Operation

Nach der Operation wird es zu leichten Schwellungen, Rötungen und Verkrustungen rund um die eingesetzten Follikel kommen, in der Regel sollten diese allerdings nach einigen Tagen wieder abklingen. Aus diesem Grund ist man nach einer Haartransplantation relativ rasch wieder im Alltag einsatzbereit.  

Was kostet eine Haartransplantation?

Die Kosten hängen vom individuellen Einzelfall ab: Der Umfang des Eingriffs und die gewählte Methode sind dabei die wesentlichen Faktoren. Mit einigen tausend Euro muss man für einen seriösen Eingriff allerdings rechnen, Zuschüsse durch Krankenkassen werden in der Regel nicht gewährt. 

Die Haarverpflanzung in der Türkei hat sich inzwischen in Sachen Kosten profiliert: Bei gleichbleibender Qualität wie hierzulande können Haare dort kostengünstiger transplantiert werden. Durch die Gewährleistung einer guten medizinische Infrastruktur wird in der Türkei eine Haartransplantation zu einem geringeren Preis angeboten, doch das Ergebnis ist dennoch ästhetisch.

Welche Risiken bleiben bei einer Haartransplantation?

Bereits vor der Operation wird der Ablauf der Operation und die realistischen Ergebnisse der Behandlung mit dem Patienten oder der Patientin besprochen. Wie bei jedem Eingriff in den menschlichen Organismus, gibt es auch bei Transplantation von Haaren einige Risiken. 

Infektionen und Vernarbungen

Bei der FUT-Methode sind die Gefahren von Infektionen und Vernarbungen höher als bei der modernen Variante von FUE. Durch die Entfernung des Haarsteifens entsteht eine größere Wunde, die Gefahr von Blutungen und Infektionen ist erhöht. Auch eine sichtbare Narbe wird sich nicht umgehen lassen, da die Stelle der Entnahme erst verheilen muss und die Haare nicht sofort wachsen.

Ein unerwünschtes Ergebnis

Ein Risiko, das bei jeder Schönheitsoperation bleibt, ist das Ergebnis selbst. So kann es auch bei Haartransplantationen passieren, dass Sie persönlich mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind oder sich Ihre neue Haarpracht einfach anders vorgestellt haben. In seltenen Fällen kann es beispielsweise passieren, dass nicht die gewünschte Haardichte erzielt wird, ein erhofftes Wachstum ausbleibt oder die Haare in unnatürliche Richtungen wachsen. Im Normalfall werden diese Faktoren aber vom Arzt oder der Ärztin während der Operation berücksichtigt. Der individuelle Geschmack bleibt jedoch trotzdem bestehen.

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