„Näher dran geht nicht“

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Das Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA), präsentiert und kommentiert monatlich relevante Zahlen aus dem Geltungsbereich des Sozialgesetzbuches II (SGB II).

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Darüber hinaus stellt es wechselnde Schwerpunktthemen vor.

Aktueller Überblick

Die Quote der Arbeitslosen nach dem SGB II hält sich weiter auf dem niedrigen Niveau der Vormonate und reduziert sich auf 2,6 Prozent. Das entspricht im November 2019 exakt 6.013 Arbeitslosen im MKK. Im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2018 sinkt deren Zahl um 299 Personen (-4,7 %). Diese erfreuliche Entwicklung hat einen positiven Effekt im Hinblick auf die Zahl aller Arbeitslosen im Main-Kinzig-Kreis (also bezogen auf die Rechtskreise SGB II und SGB III).

Die Anzahl der Leistungsbezieher nach dem SGB II betrug im November 2019 23.730 Personen. Es gelang dem Kommunalen Jobcenter des MKK 392 Arbeitsuchende in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Zahl der Neuanträge lag bei 417. Im gleichen Zeitfenster nahmen 1.008 Klientinnen und Klienten des KCA-Jobcenters an einer Maßnahme der aktiven Arbeitsförderung teil. Die Bandbreite dieser Maßnahmen ist sehr weit und reicht von niedrigschwelligen Angeboten bis hin zu arbeitsmarkt-nahen Qualifizierungen. Zusätzliche Informationen können Sie der beigefügten Übersicht entnehmen.

Schwerpunkt der vorliegenden Monatsmeldung stellt der Abschluss eines Projektes zur gezielten Förderung von Müttern bzw. Alleinerziehenden im SGB-II-Leistungsbezug dar. Der Bestand an alleinerziehenden Frauen im SGB II weist ebenfalls eine günstige Tendenz auf: Er ist im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 um 7,1 Prozent gesunken.

Themen-Schwerpunkt November 2019 – Projektabschluss Früh in Arbeit

Für junge Mütter, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) beziehen, ist der Einstieg in den Arbeitsmarkt häufig besonders schwierig. Fehlende Kinderbetreuung, Sprachdefizite, mangelnde berufliche Orientierung oder auch eine häuslich angespannte Situation mit einer belastenden Trennungs-Historie sind nur einige der Faktoren, die dem Erfolg entgegenstehen. An dieser Stelle setzte das Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) mit seinem Projekt „Früh in Arbeit“ an. Engagierte Coaches betreuten die Projektteilnehmerinnen, von denen viele alleinerziehend waren, in den eigenen vier Wänden. „Auf diese Weise erhalten wir einen unverstellten und umfassenden Blick auf die Lebensumstände unserer Klientinnen. Wir verstehen so viel besser, mit welchen Herausforderungen sie kämpfen, und wie wir sie frühzeitig unterstützen und langfristig stabilisieren können“, erklärt Michael Krumbe, der weiter ausführt: „Es ist unsere Stärke als Kommunales Jobcenter, dass wir die sozialräumlichen Zusammenhänge in der Region kennen.“

„Früh in Arbeit“ war ein zweieinhalbjähriges Projekt, welches das Land Hessen maßgeblich finanziert hat. Drei Projekt-Coaches kümmerten sich an den Standorten Maintal, Hanau und Gründau um knapp 130 Mütter, die freiwillig teilgenommen haben. Das Gros der Frauen war alleinerziehend. Neben regelmäßigen Beratungen zuhause bot das KCA an allen drei Projektstandorten ein wöchentliches „Jobcafé“ an. Im Familienzentrum Schillerstraße in Maintal, im Mehrgenerationenhaus Fallbach in Hanau sowie im Mehrgenerationenhaus Anton in Gründau kamen die Teilnehmerinnen zusammen. Bei den zwanglosen Treffen, zu denen auch die Kinder der Arbeitsuchenden immer willkommen waren, ging es sowohl um informellen Austausch als auch um konkrete Wissensvermittlung. Dabei reichte das Spektrum von Bewerbungstipps bis zur Farb- und Stilberatung. „Die Klientinnen haben unsere Jobcafés sehr gut angenommen, sodass wir überlegen, dieses Konzept in anderer Form in Zukunft zu übernehmen“, schlussfolgert Krumbe, der sich darüber freut, dass über 30 Prozent der Teilnehmerinnen nahtlos im Anschluss an das Projekt in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder eine Ausbildung wechseln konnten.

Susanne Simmler (SPD), Erste Kreisbeigeordnete und Verwaltungsratsvorsitzende des KCA, hat eine klare Meinung zu Projekten wie FiA: „Diese Form der gezielten Frauenförderung genießt für mich hohe Priorität. Der Bedarf ist riesig, das zeigen die teilweise dramatischen Einzelschicksale. Unser Projekt hat zahlreiche größere und kleinere Erfolgsgeschichten hervorgebracht – es hat das Leben vieler junger Frauen stabilisiert, sortiert und verbessert.“ Die Sozialdezernentin, die sich persönlich ein Bild vom Jobcafé in Hanau gemacht hatte, legt 2020 einen Schwerpunkt auf maßgeschneiderte Angebote für Frauen im Leistungsbezug: „Noch immer ist die Zahl der Frauen im Leistungsbezug überproportional hoch, noch immer profitieren sie unterdurchschnittlich von Integrationserfolgen – das wollen wir gemeinsam ändern!“

Zum Projektabschluss reflektierten Fachleute unterschiedlicher Disziplinen des KCA-Jobcenters in Gelnhausen die Erkenntnisse von „Früh in Arbeit“. Natürlich gebe es in so einem Projekt immer besondere Rahmenbedingungen, weiß Krumbe, die sich nicht eins zu eins auf das Regelfallmanagement übertragen ließen. Dennoch stünden am Ende eine Fülle an hilfreichen Erfahrungen, von denen man weiter profitieren werde. Kennzeichnend für die intensive Form des aufsuchenden Coachings bleibe: „Näher dran am Menschen geht nicht.“

Das Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) ist als Tochter des Main-Kinzig-Kreises dafür verantwortlich, Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) zu gewähren. Ferner qualifiziert es Arbeitsuchende für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt und vermittelt diese in eine möglichst sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Auf Grundlage des Sozialgesetzbuchs II operieren die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Maintal, Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern. Im Unterschied zur Agentur für Arbeit, die als Bundesbehörde für Empfänger von Arbeitslosengeld I zuständig ist, agiert das KCA-Jobcenter in kommunaler Eigenverantwortung. Unser Partner ist dabei die ebenfalls kreiseigene Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA), die als Träger im Auftrag des KCA-Jobcenters Maßnahmen durchführt.

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