Frauen und Arbeitsmarkt in Zeiten von Corona

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Üblicherweise lädt Ruth Hohage, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Hanau (BCA), regelmäßig zu Veranstaltungen ein, bei denen es um Themen der Arbeitswelt geht, die vor allem für Frauen relevant sind.

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„Veranstaltungen in der Arbeitsagentur können zurzeit leider nicht stattfinden“, bedauert Ruth Hohage. „Daher möchte ich auf diesem Weg über die Situation von Frauen informieren und Hilfsangebote aufzeigen.“ Corona ist vor allem eine Krise für Frauen. Zwar legen aktuelle Zahlen nahe, dass mehr Männer als Frauen an Covid-19 sterben - doch in vielen Aspekten trifft die Pandemie Frauen härter: In Berufszweigen, die in der Krise wichtig sind, arbeiten überwiegend Frauen. Das betrifft den Einzelhandel mit Nahrungsmitteln, Krankenhäuser, Kindergärten oder Vor- und Grundschulen. In einem durchschnittlichen deutschen Krankenhaus sind mehr als drei Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiblich. Es sind systemrelevante Berufe, die meistens schlecht bezahlt sind und keine guten Arbeitsbedingungen mit sich bringen.

Pflegerinnen und Pfleger berichten von Überstunden und hoher körperlicher Belastung. Seit Jahren wird von einem Notstand gesprochen. Aktuell fehlen tausende Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern. Das macht sich während einer Pandemie besonders bemerkbar. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund des intensiven Kontakts mit Menschen die Ansteckungsgefahr in diesen Jobs extrem hoch ist. Während sich also viele Angestellte ins Homeoffice zurückziehen können, sind beispielsweise Kassierer/innen und Pfleger/innen ständig mit hustenden oder vielleicht infizierten Menschen in Kontakt.

Frauen halten nicht nur in der Öffentlichkeit den Laden zusammen, sondern meistens auch zu Hause. Viele Angestellte haben ihren Arbeitsort in den vergangenen Tagen und Wochen dorthin verlegt. Da Schulen, Kitas und andere Einrichtungen geschlossen sind, müssen Kinder rund um die Uhr betreut werden. Aber nicht nur das - die Pandemie fordert auch mehr Fürsorge für Kranke oder alte Menschen, beispielsweise die Eltern. Neben der Lohnarbeit steigt die Care-Arbeit - und die übernehmen häufig Frauen. Die Entscheidung, wer die Fürsorgearbeit übernimmt, folgt in der Regel folgenden Überlegungen: Wer ist flexibler im Job? Wer ist Hauptverdiener/in? Wer kann beruflich eher zurückstecken? Da mehr Frauen als Männer in Teilzeit oder Minijobs arbeiten, führt dies dazu, dass meistens sie die Betreuungsarbeit übernehmen.

Dies muss aber nicht zwangsläufig so sein. In Zeiten von Corona werden auch andere und neue Erfahrungen gemacht. Durch „Zwangspausen“, die auch Männer beispielsweise wegen Kurzarbeit treffen, haben auch sie mehr Zeit für die Kinderbetreuung. Die Familie muss mit weniger Einnahmen auskommen. Frauen, die sich bisher der Familienarbeit gewidmet oder im Minijob gearbeitet haben, erfahren nun, wie wichtig es ist, wieder beruflich einzusteigen. Viele würden jetzt die Arbeitszeit gern so aufzustocken, dass sie beitragspflichtig ist und in Krisenzeiten einen Anspruch auf Lohnersatzleistungen bietet.

Wer sich dazu informieren möchte, sollte sich jetzt telefonisch beraten lassen: Ruth Hohage, BCA, und Wiedereinstiegsberater Matthias Stecher sind derzeit montags, dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr unter Telefon 06181 / 672-222 und -233 oder nach Vereinbarung erreichbar. Weitere Informationen gibt es unter: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/hanau/Chancengleichheit

Fotos: Ruth Hohage, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Hanau (BCA) und Matthias Stecher, Wiedereinstiegsberater der Agentur für Arbeit Hanau.

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