Weltnichtrauchertag: "Lass dich nicht manipulieren"

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Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai 2020 weißt die Fachstelle für Suchtprävention der AWO im Main-Kinzig-Kreis gemeinsam mit der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen darauf hin, dass Tabakwerbung die Hemmschwelle für Jugendliche senkt, mit dem Rauchen zu beginnen und schließt sich dem Motto der Deutschen Krebshilfe und dem Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. an:  KILL YOURSELF STARTER KIT. LASS DICH NICHT MANIPULIEREN.

Tabakwerbung, Werbung für E-Zigaretten und Tabakerhitzer soll nicht nur aktuelle Raucher*innen davon abhalten, mit dem Rauchen aufzuhören, sondern auch junge Menschen dazu anregen, mit dem Rauchen oder Dampfen anzufangen. Studien zeigen, dass 75 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen diese Werbung wahrnehmen, vor allem auf Plakatwänden. Wer viel mit Zigarettenwerbung konfrontiert war, hatte doppelt so oft schon einmal geraucht und sogar dreimal so oft im letzten Monat als diejenigen mit weniger Werbekontakt. Darüber hinaus signalisiert Tabakwerbung das Rauchen und Dampfen die Lebensqualität erhöhe und irgendwie cool sei.

Tabakprodukte sind keine Lifestyle Produkte. Jedes Jahr sterben in Deutschland über 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Dazu zählen insbesondere zahlreiche Krebsarten sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Weltweit fallen dem Rauchen jährlich über 7 Millionen Menschen zum Opfer.

„Nicht nur das Corona-Virus ist eine Gefahr, Rauchen, Dampfen und nikotinfreies Dampfen schadet der Gesundheit, sagt Susanne Schmitt, Geschäftsführerin der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V.. „Die Mehrheit der Raucher*innen greift vor dem 18. Lebensjahr zur ersten Zigarette. Je früher junge Menschen damit anfangen, desto schwerer kommen sie davon los. Die Tabakindustrie hat in Deutschland noch zu viel Handlungsspielraum um ihre Produkte gezielt zu platzieren und zu bewerben.“ 

Forderungen zum Weltnichtrauchertag 2020

Obwohl die gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens und Dampfens hinreichend bekannt sind, wurde erst Ende 2019 im Bundestag ein Eckpunktepapier verabschiedet, das ein mehrstufiges Tabakwerbeverbot ab 2021 vorsieht. Aus Sicht der Fachstelle für Suchtprävention und der Hessischen Landesstelle reicht das nicht, um die Bevölkerung – insbesondere Jugendliche – vor den Manipulationen durch die Industrie zu schützen. Weitere wirksame regulatorische Maßnahmen sind notwendig. Hierzu gehören vor allem:  

  • Keine Ausnahmeregelungen beim Tabakwerbeverbot
  • Deutliche und spürbare Steuererhöhungen für Tabakprodukte, eine höhere Besteuerung von Tabakerhitzern und die Einführung einer Besteuerung von E-Zigaretten
  • Vertriebsmöglichkeiten von Tabakwaren einschränken
  • Verbot von Promotion und Sponsoring für Tabakprodukte, Tabakerhitzer und E-Zigaretten
  • Kostenerstattung für wissenschaftlich gesicherte Methoden der Tabakentwöhnung durch die Krankenkassen

Aktiv werden

Jede und Jeder kann selbst dazu beitragen, auf die Gefahren des Rauchens und Dampfens aufmerksam zu machen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zum Weltnichtrauchertag und darüber hinaus zu engagieren:

  • Im häuslichen Umfeld sowie im Auto für eine rauch- und dampffreie Umgebung sorgen.
  • In der Schule Projekte und Projekttage vorschlagen, um die Manipulationen der Tabak- und Nikotinindustrie und die Schädlichkeit des Rauchens und Dampfens deutlich zu machen.
  • An der Arbeitsstätte für einen strikten Nichtraucherschutz eintreten, der auch E-Zigaretten und Tabakerhitzer einschließt.
  • In Firmen, Unternehmen, Behörden etc. Informationsstände und -veranstaltungen zur Tabak- und Nikotinprävention anbieten.
  • Landtags- und Bundestagsabgeordneten auffordern, sich für eine konsequente Tabak- und Nikotinprävention in Deutschland einzusetzen.
  • Über soziale Netzwerke für ein rauch- und dampffreies Leben werben und auf die Manipulationen der Tabak- und Nikotinindustrie aufmerksam machen.

Die Weltgesundheitsorganisation fordert zum diesjährigen Weltnichtrauchertag Influencer*innen auf – ob in der Popkultur, in den sozialen Medien, zu Hause oder im Klassenzimmer – Jugendliche anzusprechen und mit ihnen in Kontakt zu treten, um die manipulativen Taktiken der Branche zur Schaffung einer neuen Generation von Tabak-/Nikotinkonsument*innen aufzudecken. Das Ziel ist es, Jugendliche zu befähigen, den Versprechen der Industrie und der Verwendung ihrer Produkte zu widerstehen, indem ihre Marketingstrategien entlarvt werden.

Kritische Haltung fördern

Um das eigene Genuss- und Konsumverhalten gesundheitsfördernd zu gestalten und eine kritische Haltung zu fördern, brauchen Kinder und junge Erwachsene Entscheidungsgrundlagen und -hilfen. In Hessen besteht ein flächendeckendes Netzwerk suchtpräventiver Unterstützung und Information in allen Landkreisen und kreisfreien Städten, sichergestellt durch die Fachkräfte der hessischen Fachstellen für Suchtprävention.

Wir arbeiten hier im Main-Kinzig-Kreis beispielsweise mit dem „KlarSichtKoffer“. Er vermittelt Kindern und Jugendlichen ab dem Alter von zwölf Jahren (Klassenstufe 7/8) Wissen zu allen relevanten Aspekten rund um den Alkohol- und Tabakkonsum – altersgerecht und verständlich.

Bei Fragen rund um das Thema Suchtprävention können sich Multiplikatoren und Ratsuchende an die Fachstelle für Suchtprävention der AWO sowie an unsere die Suchtberatungsstellen wenden – telefonisch oder persönlich. Fachstelle für Suchtprävention ist erreichbar unter der Telefonnummer 06051- 915588-4 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR): Kill yourself starter kit.lass dich nichtmanipulieren
https://www.abnr.de/weltnichtrauchertag/2020-lass-dich-nicht-manipulieren/

Weltgesundheitsorganisation (WHO): World No Tobacco Day 2020: protecting youth from industry manipulation and preventing them from tobacco and nicotine use
https://www.who.int/tobacco/wntd/en/

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