Wie Christen in aller Welt Weihnachten feiern

Vogler
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Die Globalisierung hat natürlich auch vor dem Jahreswechsel und den weihnachtlichen Festtagen nicht Halt gemacht.

Viele althergebrachte Bräuche treten aber in den Hintergrund oder haben sich dem Zeitgeist angepasst. Hier eine kleinen gedankliche Weltreise wie Christen in aller Welt Weihnachten feiern. Die Russische Orthodoxe Kirche feiert die Geburt Jesu Christi am 7. Januar unserer Zeitrechnung. Dem Fest geht ein 40tägiges „Weihnachtsfasten“ voraus. Mit diesem Weihnachtsfasten bedankte man sich früher bei Gott für die Getreide- und Obsternte. In vielen gläubigen Familien brennen in Russland zudem Lämpchen in der Ikonenecke.

In Italien, Griechenland und Spanien steht das Epiphaniefest am 6.Januar höher im Kurs als unser Christabend. Eine besondere Rolle spielt dabei die Krippe. Jede Kirche und jeder der es sich sonst irgendwie leisten kann, wetteifert mit Nachbarn um die schönste, lebendigste Krippe. Sizilien schert sich um diesen Wetteifer nicht. Wichtiger ist wie die Geschenke finanziert werden. Deshalb ist die Adventszeit dort eine Zeit des Kartenspiels. Einmal pro Woche lädt die Familie zum Weihnachtspokern ein. Beschenkt werden alle Kinder am 6. Januar, dem Dreikönigstag. In Spanien trifft sich die Familie. Verwandte reisen von weither an, um Weihnachten in ihrem Heimatort zu verbringen. Die Geschenke bringen übrigens nicht das Christkind, sondern die Heiligen Drei Könige.

Süd- und Mittelamerika ist stark durch spanische und portugiesische Bräuche geprägt. Originell sind die indianischen Weihnachtskrippen aus Bolivien, Peru und Mexiko. Das Posada Spiel, eine Art Topfschlagen, beginnt in der Vorweihnachtszeit am 16.12. und erreicht an den Weihnachtstagen seinen Höhepunkt. In angelsächsischen Ländern hängen die Kinder am Weihnachtsabend (24. Dezember) Strümpfe an den Bettpfosten oder Kaminsims. Santa Claus, der über die Dächer reitet, kann so seine Gaben direkt über den Schornstein hineinwerfen. In Irland besteht zudem der Brauch am Weihnachtsabend Kerzen in den Fenstern zu entzünden. Sie sind Einladung an alle, die wie Maria und Josef hungrig und obdachlos sind.

Mit der weltweiten Verbreitung des Christentums hat sich überall auf der Welt Weihnachten etabliert. Japan, orientiert sich stark am amerikanischen Vorbild – entsprechend kommerzialisiert ist die Weihnachtszeit. Die Geschenke bringt im Land der aufgehenden Sonne der "Hoteiosho" - Weihnachtsmann und Knecht Ruprecht in einer Person. Auf Sri Lanka, dem früheren Ceylon, hat sich eine bunte Mischung von christlichen und einheimischen Traditionen etabliert. Am Heiligen Abend werden riesige Freudenfeuer entzündet und Umzüge mit Laternen, Fackel und Feuerwerk zeugen von der Geburt Christi genauso, wie sie böse Mächte vertreiben sollen.

Die weihnachtliche Weltreise wäre ohne einen Blick nach Australien unvollständig. In Sydney steht alljährlich der größte Weihnachtsbaum auf der Südhalbkugel der Erde. 26 Meter misst die künstliche Konifere. Der Weihnachtstruthahn wird von den Australiern und Neuseeländern am liebsten am Strand beim Picknick verzehrt, denn auf der Südhalbkugel herrscht zu Weihnachten Hochsommer!

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Allen Leserinnen und Lesern ein frohes Fest und einen guten Start in das Jahr 2020. Die nächste Kolumne erscheint Ende Januar 2020 – nach der Pause zum Jahreswechsel.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (69) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere und nach Stationen als Redaktionsleiter und Mitarbeiter mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von vier Büchern arbeitet der gelernte Redakteur bis heute in Biebergemünd als "Freier Autor" für namhafte Fachpublikationen. Seine enge Verbundenheit zu den lokalen Medien hat er dabei nie verloren: Als Redakteur betreut er gegenwärtig das Mitarbeitermagazin "WIR" der Oikos-Gruppe (Bien-Zenker und Hanse Haus) und leistet für mehrere Unternehmen in ganz Deutschland "Formulierungshilfe" für deren Öffentlichkeitsarbeit. Von 1977 bis 2011 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an. Partei und aktiver Politik hat er seit langem den Rücken gekehrt.

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