Um die 1.800 Sportbegeisterte mit und ohne Behinderung, die beiden Sportbotschafter*innen der Sparkassen-Finanzgruppe und das gesamte Team der Sportabzeichen-Tour ließen sich von den mäßigen Wetteraussichten die Vorfreude nicht nehmen - endlich sollte es wieder losgehen: Eine großartige, frisch sanierte Sportanlage und ein buntes Programm – so lassen sich die Eindrücke beim Auftakt der diesjährigen 22. Sportabzeichen-Tour in Hanau zusammenfassen. Von 8.30 bis 18.00 Uhr hat sich am Freitag auf der neu eröffneten Sportanlage „An der Lindenau“ alles um das Deutsche Sportabzeichen gedreht.
„In diesem Jahr freue ich mich wieder extrem, bei der Sportabzeichen-Tour dabei zu sein. Vor allem vormittags, wenn die Schulkinder da sind. Da macht es mir einen Riesenspaß, zu sehen, dass manche im Voraus gar nicht wissen, dass sie richtig Freude an Bewegung und Sport haben werden“, sagt Elisabeth Seitz, mit 26 nationalen Titeln Deutsche Rekordmeisterin im Geräteturnen. Sie war genauso begeistert wie Francesco Friedrich, Rekordweltmeister im Bobsport, der ergänzte: „Ich freue mich auf alle Sportler*innen in Hanau und werde mein Bestes geben, alle Teilnehmenden anzufeuern und hilfreiche Tipps zu geben.” Beide Sportler*innen sind Sportbotschafter*innen der Sparkassen-Finanzgruppe, des Nationalen Förderers des Deutschen Sportabzeichens und für diesen Tag nach Hanau gekommen.
Dabei sein ist alles
Um 8.30 Uhr fiel mit der offiziellen Begrüßung der Startschuss für den Sportabzeichen-Tag: DOSB-Moderator Andree Pfitzner begrüßte Dr. Maximilian Bieri (SPD), Bürgermeister der Stadt Hanau, Andreas Klages vom Landessportbund Hessen, der den Tag zusammen mit dem Sportkreis Main-Kinzig und dem Magistrat der Stadt Hanau organisiert hat, Michaela Röhrbein, Vizepräsidentin Sportentwicklung des DOSB und natürlich auch Eli Seitz und Francesco Friedrich. Gemeinsam hießen sie alle Gäste herzlich willkommen und die Sportbotschafter*innen sorgten mit dem gemeinsamen Warm Up im leichten Regen für einen energetischen Auftakt. „Dauerlächeln und sich über die Erfolge der anderen freuen,“ diese Disziplin schlug Andree Pfitzner für diesen Tag vor. Eli Seitz empfahl: „Glaubt an Euch und feuert Euch gegenseitig an, dann klappt das mit dem Sportabzeichen.” und Francesco Friedrich ergänzte: „Jedes Wetter ist unser Wetter - geht einfach raus und gebt Euer Bestes, dann kommt der Erfolg wie von selbst." Topmotiviert zeigte sich Michaela Röhrbein vom DOSB: „Ich habe meine Sportklamotten eingepackt; heute will ich noch Gold über 3000 Meter schaffen.” Den Kindern gab sie mit: „Vergesst nicht, dass Ihr heute in erster Linie gegen Euch selbst antretet. Die Freude dabei ist das Wichtigste, dann klappt der Rest von alleine.” Dr. Maximilian Bieri zeigt sich ebenso wie Andreas Klages von der tollen neuen Sportanlage begeistert und empfahl allen jungen Sportler*innen: „Schaut Euch mal um - links und rechts von Euch stehen vielleicht die nächsten Spitzensportler”.
Nach einem gemeinsamen „Ja, ich schaffe das” ging es an die Stationen: Von 8.45 bis 18.00 Uhr waren die etwa 190 ehrenamtlichen Prüfer*innen und freiwilligen Helfer*innen auf der Sportanlage ununterbrochen im Einsatz. Die Firma „Convergint” aus dem nahegelegenen Schöneck hatte im Rahmen ihres jährlich stattfindenden „Social Responsibilty Day” alleine 85 Mitarbeitende dafür aufgeboten. Der Vormittag sowie der frühe Nachmittag waren für die Klassen von insgesamt elf Schulen, Förderschulen und viele Kitas aus Hanau und Umgebung reserviert. Das Angebot des Sportkreis Main-Kinzig, für die Kleinen, das goldene Märchenabzeichen zu erlangen, wurde mit großer Freude angenommen. Auch die anwesenden Ehrengäste hatten noch zu tun: Um 9.00 Uhr gab es einen Wettbewerb im Kartoffel-Zielwurf. Acht Teilnehmende haben versucht, Kartoffeln möglichst präzise in unterschiedlich große Kochtöpfe zu platzieren. Das gelang Klaus Schuder, dem Präsidenten des Hessischen Leichtathletikverbandes (HLV), am besten, Platz 2 ging an Dr. Maximilian Bieri, gefolgt von Andreas Klages. Im Lauf des Vormittags besserte sich das Wetter und bei der Autogrammstunde um 11.30 Uhr hatten die Sportbotschafter*innen alle Hände voll zu tun, um die vielen Autogrammwünsche der Kinder zu erfüllen. Francesco Friedrich hatte drei seiner zahlreichen Medaillen mitgebracht - zum Anfassen und Anprobieren. Unterstützt wurden die beiden von Pia Wunderlich, ehemalige Fußball-Nationalspielerin und -Weltmeisterin, die auch von vielen Kids erwartet wurde.
Sport ist gesund und fördert das Miteinander
Befragt zum Stellenwert des Sports in seiner Stadt, meinte Dr. Maximilian Bieri am Vormittag: „Wir freuen uns sehr, dass die Sportabzeichen-Tour hier nach Hanau gekommen ist. Hanau ist eine große Sportstadt. Hier finden sich jeden Tag tausende Leute zusammen, die, von hunderten Ehrenamtlichen trainiert, gemeinsam Sport machen. Das ist einerseits natürlich gesundheitsfördernd, aber vor allem auch ein tolles Miteinander, was da stattfindet. Das ist fantastisch und deswegen fördern wir das auch, wo wir können.” Und wie hält er es selbst mit dem Sport? „Der zweite Platz beim Kartoffelzielwurf ist mein zweitgrößter sportlicher Erfolg nach dem Seepferdchen. Im Ernst: Ich spiele seit vielen Jahren Volleyball in Hanau und habe mir weiterhin vorgenommen, dabei zu sein. Meine Mannschaft hat zum Glück auch noch nicht gesagt: Max, das macht keinen Sinn mehr mit deiner körperlichen Fitness…”
Michaela Röhrbein freut sich über die neu eröffnete Sportanlage An der Lindenau: „Auf dieser großartigen Anlage öffnet sich das Herz einer Sportentwicklerin. Es geht uns beim DOSB darum, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für Sport und Bewegung in Deutschland zu schaffen. Wir müssen sicherstellen, dass wir ausreichend Förderung haben und in Sportstätten und Bewegungsangebote investieren. Wir haben heute hier auch ganz viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die uns dabei unterstützen, ganz viele Menschen in Bewegung zu bekommen. An dieser Stelle kümmern wir uns um die Fortbildung dieser Freiwilligen. Und wir schauen, dass wir wirklich Menschen aus allen Schichten ansprechen, dass Inklusion und Integration auf dem Platz und im Verein gelebt wird.”
Klaus Schuder ist neben seiner Funktion als Präsident des HLV seit zwei Jahren Sportlehrer: „Im Schulsport sieht man deutlich den Unterschied zwischen Kindern, die dann doch eher nur die Daumen bewegen und denen, die im Sportverein betreut werden. Viele der Kinder haben eigentlich Spaß an der Bewegung, keine Frage, aber sie sollten auch dazu gebracht werden, Sport zu treiben. Da kann man noch was machen - dafür ist die Sportabzeichen-Tour ein prima Start.”
Ein Sportfest für alle
Ab 12.30 Uhr konnten dann alle, die Lust hatten, das Deutsche Sportabzeichen ausprobieren, gleich ablegen, gemeinsam bei den vielen Bewegungs- und Spielangeboten des Rahmenprogramms Spaß haben oder sich am „Paule-Schnupper-Abzeichen“ des DFB für alle fußballbegeisterten Mädchen und Jungen ab sechs Jahren probieren. Für weitere sportliche Unterhaltung sorgten das Spielmobil „Augustinchen“ von der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Hanau sowie inklusionsfördernde Angebote wie ein Rollstuhlparcours und Rollstuhl-Basketball. Ab 14.00 Uhr präsentierten sich lokale und regionale Künstler*innen auf einer „offenen Bühne“, darunter der Märchenerzählkreis Hanau, der die Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen präsentierte, das Duo „Soggeschuss”, das mit leidenschaftlich dargebotener akustischer Pop- und Rockmusik begeisterte, der Kinderchor „Tonfüchse” vom Gesangverein Concordia 1873 und drei junge Tänzerinnen vom TSC Weiss-Rot Steinheim e.V. zeigten „Gardetanz”.
Ein weiteres Highlight wurde um 16.00 Uhr angestoßen: Das Fußballspiel zwischen den „Hanau Allstars“ - unter anderem mit Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri - und einem inklusiven Team des Behindertenwerkes Main-Kinzig, betreut von Pia Wunderlich, endete mit einem knappen 7:5 für die „Allstars”. Gegen 18 Uhr ging ein erlebnisreicher Tourstopp zu Ende. Für die Veranstalter und ihre zahlreichen Helfer*innen haben sich die Vorbereitungen gelohnt. Dominik Kuhn, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Hanau, hat gemeinsam mit Andree Pfitzner mit einer kurzweiligen Doppelmoderation durch den Tag geführt und resümiert: „Das war ein wunderbarer Sportabzeichen-Tag hier in Hanau. Das hat riesig viel Spaß gemacht. Heute morgen beim Start hat es noch geschüttet, aber dann kamen relativ schnell die Glückstränen. Die lange Vorbereitung haben sich ausgezahlt. Für das Amt für Sozialen Zusammenhalt und Sport und für die vielen anderen Bereiche, die mitgeholfen haben. Seien es die Objektbetreuer, die sich um die Sportanlage kümmern, oder all die anderen, die hinter den Kulissen dafür sorgen, dass so eine Veranstaltung läuft. Ich habe glückliche Kinder gesehen, die Sport gemacht haben, die voll und ganz dabei waren, die sich angestrengt haben. Das war einfach ein richtig schöner Tag.”
Nach dem rundum gelungenen Auftakt in Hanau geht es für die Sportabzeichen-Tour gleich weiter zum nächsten Tourstopp der diesjährigen Saison: Am Freitag, den 19.6. ist sie in Hildesheim (Niedersachsen) zu Gast.



