Die Stadt Hanau bittet Bürgerinnen und Bürger deshalb um erhöhte Aufmerksamkeit. Die Raupen sind aktuell noch aktiv und können gesundheitliche Beschwerden verursachen. Wichtig ist daher, die Tiere und ihre Nester nicht zu berühren und ausreichend Abstand zu halten. "Wer die Raupen oder ihre Nester entdeckt, sollte Abstand halten und Kinder sowie Hunde ebenfalls fernhalten. Mit etwas Aufmerksamkeit lässt sich das Risiko wirksam vermeiden", erklärt Stadträtin Isabelle Hemsley (CDU).
In diesem Jahr ist der Befallsdruck höher als gewöhnlich: Neben einzelnen Bäumen in Wohngebieten sind auch zahlreiche Eichen entlang von Waldwegen betroffen. Während die Stadt auf öffentlichen Flächen mit hohem Publikumsverkehr Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreift, gilt der Eichenprozessionsspinner im Wald als waldtypische Gefahr und wird dort grundsätzlich nicht bekämpft oder entfernt.
Die Raupen werden sich voraussichtlich Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli verpuppen. Damit endet zwar ihre aktive Phase, die Gefahr ist jedoch nicht automatisch gebannt. Die Nester enthalten große Mengen der feinen Brennhaare, die über Jahre hinweg gesundheitliche Reaktionen wie Hautreizungen, Juckreiz oder Atemwegsbeschwerden auslösen können. Auch ältere, scheinbar verlassene Nester sollten deshalb nicht berührt werden.
Im Stadtgebiet werden befallene Bereiche auf öffentlichen Flächen mit starkem Publikumsverkehr weiterhin überwacht. Wo erforderlich, lässt der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) Nester durch Fachfirmen mechanisch entfernen und absaugen. Die Nester befinden sich häufig am Stamm oder an der Unterseite stärkerer Äste. Solange die Raupen noch aktiv sind, können sie jedoch auch am Boden oder auf Wegen anzutreffen sein.
Zur zusätzlichen Information der Bevölkerung bringt die Stadt an ausgewählten Standorten Hinweisschilder an befallenen Bäumen oder Wegen an. Diese weisen auf mögliche Gefahren durch den Eichenprozessionsspinner hin. Die Stadt weist jedoch darauf hin, dass eine Beschilderung nicht überall möglich ist und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
"Die Hinweisschilder sind eine zusätzliche Orientierungshilfe, ersetzen aber nicht die eigene Aufmerksamkeit", so Isabelle Hemsley. "Insbesondere an Eichenbäumen gilt es weiterhin, vorsichtig zu sein und die ausgeschilderten Hinweise zu beachten."
Hintergrund: Eichenprozessionsspinner
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen zwischen April und Mai schlüpfen und mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen. Ab dem dritten Larvenstadium bilden sie die charakteristischen Brennhaare aus, die gesundheitliche Beschwerden auslösen können. Seinen Namen verdankt der Schädling seinem typischen Verhalten: Morgens und abends laufen die Raupen hintereinander in die Baumkrone, um dort zu fressen – das ähnelt einer Prozession, die im Falle des Eichenprozessionsspinners bis zu zehn Meter lang werden kann. Tagsüber sammeln sich die Tiere dann in ihren Nestern.



