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"Objekt der Woche": Monstranz-Relief und Markt-Recht an der Marienkirche

"Objekt der Woche": Monstranz-Relief und Markt-Recht an der Marienkirche
In und hier: an der Marienkirche in der Hanauer Innenstadt sind viele interessante Details zu entdecken, wir dieses Monstranz-Relief. Quelle: Fachbereich Kultur der Stadt Hanau / Martin Hoppe

Die Marienkirche ist das älteste erhaltene Gebäude Hanaus, sie wurde 1316 erstmals urkundlich erwähnt und in den vergangenen Jahren mit kirchlichen, öffentlichen und privaten Spenden restauriert.

Besonders beeindruckend sind die zahlreichen Grabdenkmäler und gotischen Glasbuntfenster im Inneren. Auch Details an der Außenseite des Gotteshauses sind bemerkenswert.

So ist an einem Chorpfeiler an der Nordostecke ein Monstranz-Relief erhalten, eine Sandsteinarbeit, die noch aus der Zeit vor der Reformation stammt. Darauf sind zwei sich Trauben reichende Engel mit Flügeln vor Palmen um eine Monstranz (von lateinisch monstrare, zeigen) abgebildet. Das "Schaugerät" (Ostensorium) nimmt eine geweihte Hostie mit dem Christogramm (Iesus Hominum Salvator, Jesus, Retter der Menschen, volkstümlich, Jesus, Heiland, Seligmacher) auf, die bei katholischen Gottesdiensten und Prozessionen, etwa zu Fronleichnam, zur Verehrung und Anbetung gezeigt wird. Gekrönt wird das kleine Kunstwerk von einer Fiale, einem schlanken, spitz zulaufenden Türmchen mit Krabben (Blattformen an den Kanten) und einer Kreuzblume als Abschluss. Ein typisches architektonisches Kleinod der Gotik.

In sieben Außennischen um den Chor erscheinen auf den ersten Blick irritierende Aussparungen: Mit Verleihung der Stadtrechte durch König Albrecht am 2. Februar 1303 waren für Hanau auch Marktrechte verbunden. Der Markt fand auf dem Altstädter Markt vor dem Rathaus (heute Deutsches Goldschmiedehaus) und rund um die Kirche statt. In die eigens bereitgehaltenen Mauerlöcher konnten Holzbalken und Stangen eingeklemmt werden, um Hängevorrichtungen für Wetterschutz und Waren zu schaffen. Die Marienkirche als zentraler Ort mit viel Publikumsverkehr erwies sich als geeigneter Ort für Handel und Handwerk. Bekannte Beispiele sind die evangelische Heiliggeistkirche an der Hauptstraße in Heidelberg oder die katholische Marienkapelle auf dem Unteren Markt in Würzburg. Beide gehen - wie die Hanauer Marienkirche - auf das 14. Jahrhundert zurück.

Jeden Montag gibt es auf der Seite www.museen-hanau.de ein neues "Objekt der Woche", vorgestellt werden in Text und Bild Hanauer Besonderheiten, im heutigen Text wird das Objekt Nr. 317 vorgestellt.

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In und hier: an der Marienkirche in der Hanauer Innenstadt sind viele interessante Details zu entdecken, wir dieses Monstranz-Relief. Quelle: Fachbereich Kultur der Stadt Hanau / Martin Hoppe

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