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Verkehrsversuch in Klein-Auheim: Vandalismus an Schranke

Verkehrsversuch in Klein-Auheim: Vandalismus an Schranke
Nur wenige Tage nach Beginn des zweiten Verkehrsversuchs in Klein-Auheim ist die mobile Schrankenanlage beschädigt worden. Der Bereich wurde mit Warnbaken gesichert. Foto: Stadt Hanau / Moritz Göbel

Nur wenige Tage nach Beginn des zweiten Verkehrsversuchs in Klein-Auheim ist die mobile Schrankenanlage beschädigt worden. Nachdem bereits am Donnerstag, 2. Juli, ein Fahrzeug gegen die Schranke gefahren war, stellte die Rufbereitschaft des städtischen Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS) am Samstag fest, dass die Schranke mit Gewalt hochgebogen und dadurch außer Betrieb gesetzt worden war. Inzwischen wurde sie repariert.

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"Wir haben großes Verständnis dafür, dass Veränderungen im Straßenverkehr zunächst Fragen und auch Frust auslösen können, vor allem dann, wenn gewohnte Wege nicht mehr möglich sind", sagt Stadträtin und Verkehrsdezernentin Isabelle Hemsley (CDU). "Kritik an einem Verkehrsversuch ist legitim und gehört zu einem solchen Verfahren dazu. Sachbeschädigungen an öffentlicher Infrastruktur sind hingegen nicht akzeptabel. Sie verursachen zusätzlichen Aufwand und Kosten, die letztlich von der Allgemeinheit getragen werden."

Bis zur Instandsetzung wurde der Bereich mit Absperrbaken gesichert. Dadurch blieb die Verkehrsregelung grundsätzlich bestehen. Für Rettungsdienste, Feuerwehr und weitere berechtigte Fahrzeuge bedeutete der Defekt jedoch einen zusätzlichen Aufwand: Die Absperrungen hätten im Einsatzfall von Hand entfernt und anschließend wieder aufgestellt werden müssen.

Die Stadt Hanau hat die Sachbeschädigung zur Anzeige gebracht. Die Höhe des entstandenen Schadens steht derzeit noch nicht fest. Ein Fachunternehmen wurde mit der Reparatur beauftragt, die zeitnah abgeschlossen werden konnte. Inzwischen ist die mobile Schranke wieder in Betrieb.

Der Verkehrsversuch

Seit dem Start des zweiten Verkehrsversuchs erreichen die Stadt Hanau zahlreiche Rückmeldungen aus der Bürgerschaft. Insbesondere aus dem Gewerbegebiet werden Sorgen über längere Fahrwege und mögliche Auswirkungen auf die Erreichbarkeit von Betrieben geäußert. Die Stadt nimmt diese Hinweise ernst und steht während des auf drei Monate angelegten Verkehrsversuchs im engen Austausch mit den beteiligten Fachleuten. "Ein Verkehrsversuch liefert dann belastbare Erkenntnisse, wenn er unter realen Bedingungen durchgeführt wird. Genau diese Erkenntnisse benötigen wir, um anschließend eine fundierte und ausgewogene Entscheidung für die Zukunft treffen zu können", sagt Isabelle Hemsley. Die Stadt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Erreichbarkeit aller Grundstücke während des Verkehrsversuchs weiterhin gewährleistet ist.

Durchfahrt für Einsatzkräfte, Müllabfuhr und Busse

Für Einsatzkräfte und den öffentlichen Nahverkehr bestehen grundsätzlich keine Einschränkungen. Die mobile Schrankenanlage kann von Rettungsdiensten, Feuerwehr, der Müllabfuhr und den Linienbussen jederzeit passiert werden. Auch der Schulbusverkehr nach den Sommerferien ist uneingeschränkt möglich. "Bereits in der Planungsphase wurde die Maßnahme gemeinsam mit Feuerwehr, Rettungsdiensten und allen weiteren zuständigen Stellen abgestimmt", erklärt Isabelle Hemsley. "Die Sicherheit der Menschen hatte und hat für uns jederzeit oberste Priorität."

Auch Schulen und Kindertagesstätten bleiben weiterhin vollständig erschlossen. Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende können den Bereich wie bisher passieren. Lediglich Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen oder abholen, müssen je nach Fahrtrichtung einen Umweg einplanen.

Die Einrichtung der Schrankenanlage erfolgte nicht kurzfristig: Bereits im November vergangenen Jahres hatte die Stadt Hanau öffentlich über den Ablauf der beiden Verkehrsversuche informiert und dabei auch den zweiten Versuch mit einer Netzunterbrechung durch eine mobile Schranke angekündigt. Darüber hinaus fanden im Frühjahr und Herbst 2024 mehrere gut besuchte Informationsveranstaltungen statt, bei denen die Verkehrssituation in der Mainzer Straße und Obergasse ausführlich vorgestellt und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert wurde. Im Anschluss an den ersten Verkehrsversuch wurde außerdem über den bevorstehenden Start der zweiten Testphase informiert.

Grundlage des Verkehrsversuchs

Grundlage der beiden Verkehrsversuche ist eine Verkehrsuntersuchung, die einen besonders hohen Durchgangsverkehr in der Mainzer Straße und Obergasse festgestellt hat. Rund 60 Prozent der Fahrzeuge nutzen die Strecke lediglich als Abkürzung. Da theoretische Betrachtungen allein keine ausreichende Grundlage für eine spätere Entscheidung bieten, wurden die beiden aufeinanderfolgenden Verkehrsversuche von einem externen Planungsbüro empfohlen und gemeinsam mit den städtischen Fachbereichen vorbereitet. Die Maßnahme wurde zudem dem Regierungspräsidium Darmstadt angezeigt.

Während des laufenden Versuchs erfolgt eine kontinuierliche Bewertung der Verkehrssituation. Hinweise aus der Bevölkerung werden fortlaufend geprüft und, sofern sinnvoll, unmittelbar berücksichtigt. So wurden bereits in den ersten Tagen mehrere Anpassungen vorgenommen. Um Schleichverkehre über einen Weg durch das Landschaftsschutzgebiet bei den Kleingärten zu unterbinden, wurde die Zufahrt dort für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Zudem passt die Stadt die Wegweisung zum Gewerbegebiet an, damit insbesondere ortsfremde Verkehrsteilnehmende die geänderte Verkehrsführung besser nachvollziehen können. Ergänzend wurde an der Schrankenanlage zusätzliche Beschilderung installiert, um das bestehende Durchfahrtsverbot noch deutlicher kenntlich zu machen.

"Auch die Rückmeldungen aus dem Gewerbegebiet werden sorgfältig ausgewertet und fließen in die abschließende Bewertung ein", betont Verkehrsdezernentin Isabelle Hemsley. Nach Abschluss der dreimonatigen Testphase wird das beauftragte externe Planungsbüro sämtliche erhobenen Daten und Erfahrungen auswerten. Erst auf dieser Grundlage soll über mögliche weitere Maßnahmen entschieden werden. Die Ergebnisse wird die Stadt anschließend im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorstellen.

"Wir möchten ausdrücklich alle Bürgerinnen und Bürger ermutigen, ihre Hinweise weiterhin an die Stadt zu richten", so Isabelle Hemsley abschließend. "Jede Rückmeldung fließt in die laufende Bewertung ein. Unser gemeinsames Ziel bleibt eine langfristig ausgewogene Lösung, die sowohl die Verkehrssicherheit verbessert als auch die berechtigten Interessen der Anwohnerinnen, Anwohner und Gewerbetreibenden berücksichtigt."

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Nur wenige Tage nach Beginn des zweiten Verkehrsversuchs in Klein-Auheim ist die mobile Schrankenanlage beschädigt worden. Der Bereich wurde mit Warnbaken gesichert. Fotos: Stadt Hanau / Moritz Göbel

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