Mit seinem Tod verliert Hanau einen Mitgestalter einer inklusiven Stadtgesellschaft, dessen Wirken weit über die Stadtgrenzen hinaus Spuren hinterlassen hat.
"Heinrich Heck hat sich mit großem persönlichem Einsatz, Beharrlichkeit und Weitblick für Menschen mit Behinderungen eingesetzt. Sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken hat die Entwicklung der Behindertenhilfe in Hanau und der gesamten Region nachhaltig geprägt", würdigt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) den Verstorbenen. "Für dieses außergewöhnliche Engagement gebührt ihm großer Respekt und aufrichtiger Dank."
Der gebürtige Mittelbüchener trat 1974 der damaligen "Lebenshilfe für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung e.V. Hanau" bei. Ausgelöst durch die Behinderung seines jüngsten Sohnes machte er die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen zu seiner Lebensaufgabe. Bereits zwei Jahre später wurde er in den Vorstand gewählt, von 1981 bis 1993 sowie erneut von 1997 bis 2000 stand er der Lebenshilfe Hanau als Vorsitzender vor. Parallel dazu engagierte er sich über viele Jahre im Behinderten-Werk Main-Kinzig (BWMK), zunächst als Schatzmeister und ab 1993 als dessen Vorsitzender.
In den Jahrzehnten seines Wirkens entstanden zahlreiche Einrichtungen, die bis heute das Leben vieler Menschen verbessern. Unter seiner Mitwirkung wurden Werkstätten und Wohneinrichtungen geschaffen, integrative Betreuungsangebote ausgebaut und neue Arbeits- und Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen entwickelt. Auch in Hanau gehen wichtige Projekte auf sein Engagement zurück, darunter Wohnangebote, die Steinheimer Werkstatt sowie die Weiterentwicklung des Gärtnerhauses als Treffpunkt für Freizeitangebote. Heinrich Heck setzte sich zudem mit großem Nachdruck dafür ein, die Finanzierung dieser Angebote durch Spenden, ehrenamtliches Engagement sowie die Unterstützung der öffentlichen Hand dauerhaft zu sichern.
"Sein Antrieb war stets die Überzeugung, dass Menschen mit Behinderungen die gleichen Chancen auf Teilhabe, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Anerkennung verdienen. Mit Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein hat Heinrich Heck entscheidend dazu beigetragen, dass aus dieser Überzeugung konkrete Angebote und Perspektiven entstanden sind", so Claus Kaminsky.
Für seine herausragenden Verdienste wurde Heinrich Heck im Jahr 2008 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. "Wir werden Heinrich Heck als einen Menschen in Erinnerung behalten, der mit großem persönlichem Einsatz, Verlässlichkeit und Menschlichkeit das Gemeinwohl in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt hat. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie sowie allen Angehörigen und Wegbegleitern", so Oberbürgermeister Claus Kaminsky abschließend.



