Über drei Etagen erstrecken sich Ausstellungen, in denen sich aktuelle Tendenzen ablesen lassen.
In der Sonderausstellung „Spuren legen. Mit Materialität erzählen“ sind Werke von neun internationalen Künstler*innen zu sehen, die Material als Träger von Botschaften verstehen. Ihr Schmuck lädt dazu ein, unter die Oberfläche zu schauen, über Nachhaltigkeit und Vergänglichkeit nachzudenken. Ein Barbiepferd, Modeschmuck aus vergangenen Jahrhunderten, ebenso wie Hufhorn oder Elektroschrott sind Bestandteile der Arbeiten und lassen sich in der Ausstellung entdecken.
Die Wettbewerbsausstellung zum „Friedrich Becker Preis 2026“ zeigt Arbeiten von gestalterischer wie künstlerischer Aussagekraft von 49 Schmuckmachenden aus aller Welt. Gold und Silber lassen sich in den Werken ebenso wiederfinden wie Kunststoffe oder Textil. Die Arbeiten zeichnen sich durch handwerkliche Präzision und innovativem Materialumgang aus. Der Gewinnerin Veronika Fabian ist in der Foyervitrine zusätzlich eine kleine Sonderpräsentation gewidmet, die einen erweiterten Einblick in ihr Werk bietet.
Wie Schmuck und Objekte zu Botschaftern von Identität und gesellschaftlichen Themen werden können, zeigt das vielschichtige Werk von Paul Derrez (*1950). Das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau widmet dem Niederländer die umfassende Ausstellung „Paul Derrez. Celebrating Life“. Charakteristisch für Derrez‘ Arbeiten sind reduzierte Formen, die Kombination edler wie unedler Materialien und symbolische Verweise. Sein Werk steht für das Feiern von Lebensfreude und Identität. Zugleich thematisieren seine Arbeiten immer wieder Protest, Solidarität und Empathie.
Mit der Sammlungspräsentation „Aus dem Depot. Eine Bestandsaufnahme“ zeigt das Haus seine Sammlung und deren Vielfalt. Die Ausstellung verdeutlicht die Entwicklungen von Schmuck nach 1945 auf nationaler wie internationaler Ebene und zeigt anschaulich, wie ein konventionelles Verständnis von Schmuck durch ein künstlerisches erweitert wurde.
Der Eintritt kostet 7 Euro pro Person, 2 Euro für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.


