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Kommunalwahl in Ronneburg: Täuschung der Wählerschaft

Kommunalwahl in Ronneburg: Täuschung der Wählerschaft

Zum Ausgang der Kommunalwahl in Ronneburg äußert sich VORSPRUNG-Leser Karl Netscher in seinem Leserbrief.

"In Ronneburg ist mit der Bürgermeisterwahl im Jahr 2024 und der jetzigen Kommunalwahl nach über fünf Jahrzehnten eine von der SPD geprägte Ära endgültig zu Ende gegangen. Das ist gelebte Demokratie und ein deutliches Signal der Bürger. Der Wunsch nach Veränderung war und ist offenbar größer als die Beständigkeit einer Tradition.

Dennoch bleibt beim Blick auf die Wahllisten ein fader Beigeschmack: Dass auf drei von vier Listen mehrere Mitglieder einer Familie kandidieren, erinnert eher an einen geschlossenen Verein als an eine moderne Bürgervertretung. Auch die Widersprüchlichkeit, sich als parteilos zu präsentieren, während man die logistische und finanzielle Infrastruktur einer Partei für den Wahlkampf nutzt, ist Täuschung der Wählerschaft. Denn wer auf einer Parteiliste kandidiert, unterstützt damit auch das Programm dieser Partei. Oder er muss erklären, von welchen Punkten er sich explizit distanziert. Ist vielleicht die Vorgabe der Parteilosigkeit eher eine strategische Maßnahme, um dem Wähler Überparteilichkeit vorzugaukeln?

Natürlich ist ehrenamtliches Engagement lobenswert, doch die Häufung bestimmter Nachnamen auf Wahlzetteln lässt das Erreichen politischer Ziele für normale Bürger ohne familiäre Seilschaften unnatürlich hoch erscheinen. Wenn also die neue Mehrheit wirklich einen Neuanfang für Ronneburg will, muss sie zukünftig dafür bürgen, dass Sachverstand sowie realisierbare frische Ideen mehr zählen als das richtige Stammbuch. Wir brauchen eine Politik für alle Bürger, so wie sie einst dreißig Jahre lang – mit dem Blick für Wesentliches – vorbildlich von unserem Ehrenbürgermeister Friedhelm Kleine zum Wohle unserer drei Ortsteile praktiziert wurde."

Karl Netscher
Ronneburg

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Kommentare

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Theodor Lang
1 monat vor
Karl Netscher ist ehemaliger SPD- und Gewerkschafts-Apparatschik. Das sagt eigentlich alles. Im Kreistag des MKK ist besonders durch seine schöngeistigen Redebeiträge aufgefallen.
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Marius
1 monat vor
Man könnte sich hier über so Vieles aufregen...

1. Sie sprechen von "Wählertäuschung" und wollen dezidiert Stimmung machen; nur um dann im Text fadenschneidig zu behaupten, ein Wechsel sei ja demokratisch. Was nun? Rüsten Sie verbal ab!

2. Sie haben es gesagt: Es ist Demokratie. Es verbietet kein Gesetz, keine moralische Verpflichtung, dass nicht auch eine Familie, die dieselben Werte teilen und sich für ihre Heimat einsetzen möchten, kandidieren dürfe.

3. Ganz ehrlich: Benennen Sie ihr Problem doch klar und transparent, statt so drumherum zu sprechen. Und in diesem Kontext können Sie auch gleich – ganz transparent – zugeben, dass Sie von der CDU sprechen und selbst zu der Wahlverlierer-Gruppe SPD gehören.

4. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in Zukunft weniger verbittert sind.
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17
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
1 monat vor
zitiere Marius:
2. Sie haben es gesagt: Es ist Demokratie. Es verbietet kein Gesetz, keine moralische Verpflichtung, dass nicht auch eine Familie, die dieselben Werte teilen und sich für ihre Heimat einsetzen möchten, kandidieren dürfe.


Und genau diese Partei und deren Wähler Fabulieren von Vetternwirtschaft, wenn in der AfD Verwandtschaft schon seit Jahrzehnten teils unterbezahlt Arbeiten.

Diese Doppelmoral zum Oppositionsbashing ist wirklich zum Kotzen!
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Schlechter Verlierer
1 monat vor
Wenn es nach kurzer Recherche (als ortfremde Person) auffällt, welche Parteien gemeint sind und man Ihren Namen mit SPD googelt, dann drängt sich einem auf, dass Sie ein schlechter Wahlverlierer sind, der den Zeiten der SPD-Vorherrschaft nachtrauert und jetzt auch die absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung verloren hat. Solche fadenscheinigen Behauptungen schaden letztlich Ihnen und Ihrer Partei und sonst keinem. Die fehlende Zustimmung spricht zumindest Bände. Ein fairer Verlierer sieht anders aus.
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20
Anti Grün
1 monat vor
Irgendwie beruhigend zu wissen, daß all das nicht nur mir auffällt.
Etablierung von Seilschaften mit der eigenen Sippschaft. Der dumpfen und leicht lenkbaren Masse fällt's ja anscheinend nicht auf. Die Familien Albrecht und Strauß haben vorgemacht, wie sowas geht.
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